Mömbris

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Mömbris
Mömbris
Deutschlandkarte, Position des Marktes Mömbris hervorgehoben
50.0666666666679.1666666666667180Koordinaten: 50° 4′ N, 9° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 35,92 km²
Einwohner: 11.714 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 326 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63776
Vorwahl: 06029
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 143
Marktgliederung: 18 Ortsteile[2]
Adresse der
Marktverwaltung:
Schimborner Straße 6
63776 Mömbris
Webpräsenz: www.moembris.de
Bürgermeister: Felix Wissel (parteilos)
Lage des Marktes Mömbris im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Mömbris
Rathaus des Marktes Mömbris
Pfarrkirche St. Cyriakus in Mömbris
Katholisches Pfarramt St. Cyriakus

Mömbris [mœmbʁɪs] ist seit dem 31. Januar 1964 ein Markt im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg. Mömbris ist die fünftgrößte Gemeinde des Landkreises auf einer Fläche von 35,92 km². Der größte Teil (32,81 km²) sind Wälder, Wiesen und Ackerland. Der Ort liegt zwischen 165 m und 337 m ü. NN.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Markt Mömbris liegt in der Region Bayerischer Untermain im mittleren Kahlgrund auf halber Strecke von Schöllkrippen nach Alzenau am Fuße des Vorspessarts mit seiner höchsten Erhebung, dem Hahnenkamm (436 m ü. NN). Im nördlichen Gemeindegebiet verläuft am Teufelsgrund die Landesgrenze zu Hessen. Der Fluss Kahl fließt durch die Marktgemeinde. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich am Südosthang der Stempelhöhe mit 413 m ü. NN, der niedrigste liegt in der Nähe der Kläranlage mit 148 m ü. NN.

Das Dorf Mömbris selbst liegt zentral im Gemeindegebiet zwischen Schimborn und Niedersteinbach an der Staatsstraße 2305 auf 180 m ü. NN. Es ist mit Frohnhofen, Rappach und Mensengesäß baulich zusammengewachsen. Südwestlich von Mömbris befindet sich die Ortschaft Heimbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde gibt es 10 Gemarkungen:

Gemarkung Fläche
(ha)
Daxberg 270
Dörnsteinbach 200
Hemsbach 160
Hohl / Mömbris 90
Königshofen a. d. Kahl 200
Mensengesäß 250
Mömbris 1340
Niedersteinbach 220
Reichenbach 330
Schimborn 530
Markt Mömbris 3590

Die Gemeinde gliedert sich in 18 Ortsteile[2]:

Ortsteil Einwohner[3] Gemarkung
Angelsberg 62 Mömbris
Brücken 596 Mömbris
Daxberg 734 Daxberg
Dörnsteinbach 636 Dörnsteinbach
Gunzenbach 590 Mömbris
Heimbach 130 Mömbris
Hemsbach 276 Hemsbach
Hohl 447 Hohl / Mömbris
Königshofen a.d.Kahl 818 Königshofen a. d. Kahl
Mensengesäß 1.122 Mensengesäß
Molkenberg 63 Mömbris
Mömbris 2.278 Mömbris
Niedersteinbach 939 Niedersteinbach
Rappach 266 Mömbris
Reichenbach 386 Reichenbach
Rothengrund 229 Mömbris
Schimborn 1.680 Schimborn
Strötzbach 628 Mömbris
Markt Mömbris 11.870

Auf die Ortsteile verteilen sich 23 Orte[4]:

Ort Höhe
(m ü. NN)
Ortsteil
Angelsberg 305 Angelsberg
Brücken 156 Brücken
Daxberg 313 Daxberg
Dörnsteinbach 294 Dörnsteinbach
Flederichsmühle 185 Königshofen a. d. Kahl
Frohnhofen 170 Strötzbach
Großhemsbach 296 Hemsbach
Gunzenbach 257 Gunzenbach
Hauhof 185 Schimborn
Heimbach 240 Heimbach
Hohl 286 Hohl
Kaltenberg 190 Schimborn
Kleinhemsbach 340 Hemsbach
Königshofen a.d.Kahl 189 Königshofen a. d. Kahl
Mensengesäß 170 Mensengesäß
Molkenberg 340 Molkenberg
Mömbris 180 Mömbris
Niedersteinbach 159 Niedersteinbach
Rappach 207 Rappach
Reichenbach 225 Reichenbach
Rothengrund 226 Rothengrund
Schimborn 185 Schimborn
Strötzbach 170 Strötzbach

Die ausgegangenen Ortschaften Wohnstadt, Hüttenberg und Karlesberg befanden sich auf dem heutigen Gebiet des Marktes Mömbris.

Der früheren Dörfer Niedersteinbach, Mittelsteinbach und Obersteinbach bilden nun den Ortsteil Niedersteinbach.

Bayerisch-hessische Grenze[Bearbeiten]

Hessen ragte mit einer Landzunge in den Markt. 2007 wurde deshalb ein Flächentausch von ca. 10 Hektar zwischen Bayern und Hessen vereinbart, der am 1. Juli 2011 in Kraft trat, wobei das Territorium Bayerns um 1,77 Hektar verkleinert wurde. Bis dahin verlief die Landesgrenze quer durch das Sportlerheim des FV Viktoria 1930 e. V. Brücken. Des Weiteren teilte die Grenze ein kleines Teilstück der Staatsstraße 2305 im Ortsteil Niedersteinbach und verlief kurz auf hessischer Seite weiter (Hessenkurve).[5][6]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinden Freigericht
und
Geiselbach
Gemeinde Krombach
Stadt Alzenau Nachbargemeinden Gemeinde Blankenbach
Gemeinde Johannesberg Markt Hösbach

Name[Bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name übertrug sich von der Burg Mömbris auf den Ort. Im Kahlgründer Dialekt wird der Ort heute Memersch genannt.[7][8] Wovon sich der Name Mömbris tatsächlich ableitet, ist nicht genau bekannt. Es bestehen zwei mögliche Theorien:

  • Der Name Mömbris geht auf das mittelhochdeutsche Wort Hemelris zurück, das so viel wie Sumpfrodung bedeutet, die vor dieser Zeit in der Umgebung von Mömbris stattfand.[7]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[9]

  • 1340 Hemmelrisz
  • 1346 Memmilriz
  • 1361 Memmelris
  • 1386 Memelris
  • 1389 Memelrisz
  • 1468 Membris
  • 1481 Meymelryß
  • 1592 Membreß
  • 1625 Memers
  • 1805 Membris
  • 1832 Mömbris

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Im Mittelalter gehörte Mömbris zum gleichnamigen Gericht Mömbris, dessen Hauptort es war. Das Gericht Mömbris wiederum war Teil des Freigerichts Alzenau. Das Freigericht war zwar reichsunmittelbar, aber das Reich verpfändete oder vergab das Gebiet immer wieder. So wechselten die Landesherren, zu denen die Herren und späteren Grafen von Hanau, die Herren von Randenburg und die Herren von Eppstein zählten.

Die Burg Mömbris stand um 1300 dort, wo sich heute der alte Friedhof befindet. Sie wird fälschlicherweise als Womburg bezeichnet, weil sie im 19. Jahrhundert noch nicht zu lokalisieren war.[7]

Neuzeit[Bearbeiten]

1500 belehnte der römisch-deutsche König Maximilian I. den Erzbischof von Mainz und den Grafen von Hanau-Münzenberg gemeinsamen mit dem Freigericht, das sie nun als Kondominat verwalteten. Da im Freigericht auch zur Zeit des Kondominats die kirchliche Jurisdiktion bei den Erzbischöfen von Mainz verblieb, konnte sich die Reformation – im Gegensatz zur Grafschaft Hanau-Münzenberg – hier nicht durchsetzen. Mömbris blieb römisch-katholisch. 1603 fiel Mömbris komplett an Kurmainz.

Der Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 schlug Mömbris der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zu, die es aber nur 13 Jahre behielt. 1816 trat das nunmehrige Großherzogtum Hessen das Amt an das Königreich Bayern ab. Seitdem ist Mömbris bayerisch.

Widerstand im Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Die Verhaftung des Pfarrers August Wörner am 28. Dezember 1936 löste bei der katholischen Bevölkerung Mömbris Wut und Empörung aus. Der Pfarrer, der selbst Kriegsveteran des Ersten Weltkrieges war und Inhaber des Eisernen Kreuzes I. Klasse, hatte sich gegen das Anbringen eines Stürmer-Kastens in seiner Gemeinde ausgesprochen. Im Sonntagsgottesdienst am 20. Dezember 1936 hatte der Geistliche eine Unterschriftenaktion gegen die Anbringung des Stürmer-Kastens befürwortet und ein Ultimatum gestellt, keine Messe mehr zu halten. Dieser Aufruf veranlasste viele katholischen Gemeindemitglieder zum Bürgermeister und gleichzeitigen NSDAP-Ortsgruppenführer Gottfried van Treeck zu gehen und sich in die Unterschriftenliste einzutragen. Daraufhin wurde der Pfarrer Wörner am 28. Dezember 1936 von der Gestapo verhaftet und ins Gefängnis nach Aschaffenburg gebracht. Der Kaplan der Gemeinde Mömbris Hermann Dümig setzte den Widerstand gegen das NS-Regime fort. Pfarrer August Wörner wurde am 2. August 1937 aus der sogenannten Schutzhaft entlassen.[10]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Die Gemeinde Mömbris gehörte zum Bezirksamt Alzenau, das am 1. Juli 1862 gebildet wurde. Dieses wurde am 1. Januar 1939 zum Landkreis Alzenau in Unterfranken. Mit dessen Auflösung kam Mömbris am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • Zu Mömbris gehören seit 1818 die Ortsteile Brücken, Strötzbach, Rappach, Heimbach, Gunzenbach, Rothengrund, Angelsberg, Karlesberg (heute Wüstung) und Molkenberg.
  • Als erste Gemeinden wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1972 Daxberg, Hemsbach und Mensengesäß in den Markt Mömbris eingegliedert.[11]
  • Am 1. Juli 1972 folgte die Gemeinde Niedersteinbach als 13. Ortsteil.[11]
  • Am 1. Januar 1974 wurden Dörnsteinbach und Hohl eingemeindet.[12]
  • Die Gemeinde Reichenbach gab am 1. Januar 1976 ihre Selbständigkeit auf.[12]
  • Schimborn, das schon am 1. Januar 1972 mit Königshofen an der Kahl fusionierte und zusammen mit diesem Ort die Gemeinde Schimborn bildete[11], kam am 1. Mai 1978 zu Mömbris.[12]

Politik[Bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat der Gemeinde Mömbris besteht aus 24 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 10.001 und 20.000.[13] Der Marktgemeinderat wird für sechs Jahre gewählt.

Stimmberechtigt im Marktgemeinderat ist außerdem der erste Bürgermeister. Dies ist der parteilose Felix Wissel.

Die letzte Kommunalwahl vom 16. März 2014 ergab das folgende Ergebnis:[14]

Partei  Anzahl Sitze  Veränderung
CSU 10 + 1
SPD 7 - 1
Wählergemeinschaft Markt Mömbris 4 ± 0
Unabhängige Bürger 3 ± 0

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister der Gemeinde ist seit 2008 der parteilose Felix Wissel. Er wurde bei der Bürgermeisterwahl am 16. März 2014 mit 96,49 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,08 %.[15]

Liste der Bürgermeister in Mömbris
  • Georg Grünewald (1876–1910)
  • August Grünewald (1911–1938)
  • Gottfried van Treek (1939–1945)
  • Anton Volk (1945)
  • Leopold Wissel (1945–1951)
  • Anton Reising (CSU) (1951–1986)
  • Michael Schneemeier (SPD) (1986–1998)
  • Reinhold Glaser (CSU) (1998–2008)
  • Felix Wissel (parteilos) (seit 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein gestürztes silbernes Schwert mit goldenem Griff, beseitet rechts von einem sechsspeichigen silbernen Rad, links von einer goldenen Laubkrone.

Wappengeschichte: Mömbris war bis 1500 Königsgut, worauf die Laubkrone im Wappen hinweist. Der Ort war Sitz eines Freigerichts, was durch das Schwert symbolisiert wird. Im Jahr 1487 erlangte Kurmainz einen Teil der Landeshoheit und 1738 die Gesamtherrschaft über das Gebiet. Das sechsspeichige Rad (Mainzer Rad) erinnert daran.

Das Wappen wurde 1961 entworfen und eingeführt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Mömbris

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet des Marktes Mömbris befinden sich folgende Kirchen und Kapellen, die dem Dekanat Alzenau angehören:

  • Dreifaltigkeit (Rappach)
  • Heilig Geist (Dörnsteinbach)
  • Vierzehn Nothelfer (Mensengesäß)
  • Kreuzerhöhung (Daxberg)
  • Kreuzerhöhung (Daxberg)
  • Mariä Heimsuchung (Hohl)
  • Maria Hilfe der Christen (Reichenbach)
  • St. Cyriakus und St. Valentin (Mömbris)
  • St. Jakobus der Ältere (Schimborn)
  • St. Jakobus der Ältere (Schimborn)
  • St. Michael (Gunzenbach)
  • St. Wendelin (Brücken)
  • St. Wendelin (Großhemsbach)
  • St. Wendelin (Königshofen)
  • St. Wendelin (Niedersteinbach)

Museen[Bearbeiten]

Heimatmuseum

Das Heimatmuseum des Marktes Mömbris befindet sich im Ortsteil Gunzenbach. Es entstand durch die Initiative des damaligen Kreisheimatpflegers Emil Griebel in der alten Gunzenbacher Schule und besteht seit dem 14. Mai 1977.

Mühlenmuseum

Im Ortsteil Strötzbach befindet sich in einer historischen Doppelmühle an der Kahl, das Mühlenmuseum, dieses ist nach Absprache von Mai bis Oktober zu besichtigen. Der Bau der Doppelmühle in Strötzbach begann um das Jahr 1700. Der aus Sonthofen im damaligen Bistum Augsburg stammende Jakob Koch und der einheimische Andreas Brückner sind die Stammväter der Doppelmühle. Beide Mühlen befanden dich unter einem Dach. Sogar in den einzelnen Stockwerken waren die Mühlenteile ineinander verschachtelt. Durch die Einrichtung des Mühlenmuseums wurden die alten Mühleneinrichtungen in der „Brückner Mühle“ konzentriert und der Mahlvorgang wie in früheren Zeiten ermöglicht. Der „Koch Anteil“ wurde Wohnung der Familie. Die beiden Mühlenräder blieben erhalten.

Freilandmuseum

Nahe Ortszentrum von Mömbris befindet sich ein kleines Freilandmuseum. Eine historische Ölmühle und eine alte Schmiede bilden den Grundstock der noch weiter vervollständigt werden soll.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die hohe Einwohnerzahl kann darüber hinwegtäuschen, dass Mömbris eine sehr ländlich geprägte Kommune ist, da seit der großen Gebietsreform Ende der 70er-Jahre zu Mömbris 18 Ortsteile gehören. Diese haben durchgehend wenige Einwohner vorzuweisen (Größenordnung: ca. 200–1000 Einwohner, Ausnahme: Schimborn (1800 Einwohner) und Mömbris selbst (2000 Einwohner)), so dass der Markt Mömbris im Jahr 2004 etwa 12.000 Einwohner zählte. Nachdem der Markt Mömbris lange mit Bevölkerungsrückgang und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte (Kaufkraftverlust in die benachbarten Kahlgrundgemeinden Schöllkrippen und Alzenau), sorgen seit einigen Jahren neu entstandene Gewerbegebiete mit den dort ansässigen Firmen und Einkaufsmärkten für eine positive Entwicklung.

1998 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft acht, im produzierenden Gewerbe 1038 und im Bereich Handel und Verkehr 410 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 398 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 4435. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe 29 Betriebe. Zudem bestanden 1999 117 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1240 Hektar. Davon waren 592 Hektar Ackerfläche und 613 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Mömbris-Mensengesäß liegt an der Kahlgrundbahn ([Hanau–]Kahl (Main)–Schöllkrippen).

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 495 Kindergartenplätze mit 471 Kindern
  • Volksschulen: 5 mit 46 Lehrern und 985 Schülern
  • Volkshochschule Kahlgrund-Spessart e.V., zuständig für die Markt-Gemeinde Mömbris, die VG Schöllkrippen, Geiselbach, Johannesberg, VG Heigenbrücken, VG Mespelbrunn

Vereinsleben[Bearbeiten]

Das Vereinsleben im Markt Mömbris gestaltet sich vielfältig. Neben einigen Sportvereinen sind mehrere Heimat- und Kulturvereine vertreten. In Mömbris ist die Ringer-Bundesligamannschaft der RWG Mömbris-Königshofen ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • seit 1987 Pfarrer Raimund Merget (ehemaliger Dekan des Dekanates Alzenau)
  • seit 2004 Weihbischof Helmut Bauer (Weihbischof des Bistums Würzburg)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Domkapitular Ivo Fischer (* 25. Dezember 1881 in Mömbris; † 28. April 1937 in Würzburg). 1907 Priesterweihe in Würzburg, 1909 Kaplan in der Dompfarrei Würzburg, 1914–1928 Domvikar und bischöflicher Sekretär, 1928 bis zum Tod Domkapitular. Außer den seelsorgerischen Obliegenheiten erfüllte er zahlreiche andere Aufgaben, z.B. leitete er das Kunstreferat im bischöflichen Ordinariat und betreute das Diözesanarchiv.
  • Pater Ivo Zeiger SJ (* 29. Juli 1898 in Mömbris; † 24. Dezember 1952 in München), Professor für Kirchenrecht, 1939 Rektor des Germanikums in Rom und 1945 päpstlicher Diplomat in Kronberg im Taunus. Zu seinem Gedächtnis nannte die Gemeinde die 1959 erbaute Volksschule Ivo-Zeiger-Schule und das kirchliche Gemeindezentrum Ivo-Zeiger-Haus. Pater Ivo Zeiger ist auf dem Jesuitenfriedhof in Pullach bei München begraben.
  • Fritz Amrhein (* 24. April 1928 in Mömbris, † 5. Mai 2000 in Hösbach). Dr. jur., Direktor des Amtsgerichts Aschaffenburg (1972–1983), Präsident des Landgerichts Aschaffenburg (1983 bis zum Ruhestand), Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
  • Helmut Bauer, (* 18. März 1933 in Schimborn). Studium der Philosophie und Theologie in Würzburg, Priesterweihe am 21. Juli 1957 ebenfalls in Würzburg. Am 11. Juli 1988 Ernennung zum Weihbischof durch Papst Johannes Paul II. Erste Amtshandlung als Weihbischof war die Weihe des Altars der Kirche in Daxberg. Entbindung von seinem Amt am 18. März 2008.
  • Peter Behl (* 12. Februar 1966 in Mömbris), Ringer im griechisch-römischen Stil. Fünf Mal deutscher Meister, 1983 Vizeweltmeister der Junioren, 1988 Fünfter bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Heinrich Degen (* 2. Oktober 1902 in Burgbrohl; † 9. März 1970 in Mömbris), Landrat des ehemaligen Landkreises Alzenau.
  • Raimund Merget, 1970–1986 Pfarrer von Mömbris, Ideengeber und Mitgestalter für viele soziale Einrichtungen, u.a. Initiator und Erbauer des Ivo-Zeiger-Hauses
  • Anton Reising, 1951–1986 Bürgermeister, maßgeblich an Neustrukturierung der Gemeinde beteiligt; Initiator der sogenannten Ortskernsanierung, eine Neuordnung des städtebaulichen Mittelpunktes des Ortes.
  • Felix Wissel (* 1. November 1978 in Alzenau-Wasserlos) ist ein deutscher Bundesliga-Ringer und Bürgermeister des Marktes Mömbris.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung: Heimatjahrbuch Unser Kahlgrund, 1956–2007
  • Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung: Bildstöcke und Flurdenkmäler des Landkreises Alzenau, 1971
  • Bierschneider, Wilhelm: Unterfranken Historische Daten von Städten, Gemeinden und Ortsteilen, 2003
  • Eichelsbacher, Josef August: Heimatbuch des Kahlgrundes, I.Teil, Geschichte und Sagen, 1928
  • Eichelsbacher, Josef August: Heimatbuch des Kahlgrundes, II.Teil, Land und Leute, 1930
  • Griebel, Emil: Chronik des Marktes Mömbris, 1982
  • Geschichtsverein Mömbris: Beiträge zur Geschichte der Marktgemeinde Mömbris, 1.Heft 1991, 2.Heft 1993
  • Schmittner, Monika: "...befindet sich hier eine Anzahl staatsfeindlicher Elemente", Verfolgung und Widerstand 1933-1945 in Stadt und Land Aschaffenburg. Frankfurt, 1985.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b https://www.moembris.de/verzeichnis/index.php?kategorie=66
  3. Einwohnerzahlen Markt Mömbris (Stand: 31. Dezember 2013)
  4. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/212810&attr=OBJ&val=1549
  5. Bayerischer Rundfunk online – Reportage Land und Leute (Januar 2007) (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  6. Artikel der Süddeutschen Zeitung Kuriose Flurbereinigung 4. Januar 2007
  7. a b c  Unser Kahlgrund 2004. Heimatjahrbuch für den Landkreis Alzenau. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft zur Heimatforschung und Heimatpflege des Landkreises Alzenau, Landrat des Kreises. ISSN 0933-1328.
  8.  Reihold Hein (Hrsg.): Kahlgrünner Wörderbuch. M. Kroeber GmbH, Linsengericht 2015, ISBN 978-3-00-051705-1.
  9. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 150.
  10. Schmittner, Monika: … befindet sich hier eine Anzahl staatsfeindlicher Elemente. Verfolgung und Widerstand 1933–1945 in Stadt und Land Aschaffenburg. Frankfurt, 1985. S. 134–143
  11. a b c  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 418.
  12. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.
  13. Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung - GO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 1998; Art. 31 – Zusammensetzung des Gemeinderats, abgerufen am 11. Juli 2014
  14. Ergebnis zur Gemeinderatswahl 2014 am 16.03.2014 – Markt Mömbris, abgerufen am 11. Juli 2014
  15. Ergebnis zur Bürgermeisterwahl 2014 am 16.03.2014 – Markt Mömbris, abgerufen am 12. Juli 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mömbris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien