Heinrich von Handel-Mazzetti (Botaniker)

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Heinrich Raphael Eduard von Handel-Mazzetti, Freiherr von Handel-Mazzetti, (* 19. Februar 1882 in Wien; † 1. Februar 1940 ebenda) war ein österreichischer Botaniker, bekannt für die Erforschung der Flora von China. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Hand.-Mazz.“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater Eduard (1838–1898) war Präsident des obersten Militärgerichtshofs der k.u.k. Monarchie, seine Mutter Friederika (1853–1921) Volkskundlerin. Handel-Mazetti studierte (gegen den Willen seines Vaters) ab 1901 Botanik an der Universität Wien mit der Promotion 1907. Er war ab 1905 Assistent am Botanischen Institut der Universität und ab 1923 am Naturhistorischen Museum in Wien, an dem er 1925 Kustos wurde. Seine dort angestrebten Neuerungen stießen auf Widerstand und er wurde 1931 entlassen, setzte aber seine wissenschaftliche Arbeit fort, wobei er nun seine Assistenten selbst bezahlte.

Er sammelte seit seiner Jugend Pflanzen in Tirol. Später unternahm er Sammelreisen in die Schweiz (1906), Bosnien (1904, 1909) und Herzegowina (1909), in die Abruzzen (1924), Thessalien (1927), Trapezunt (1907), den Nahen Osten (Irak, Türkei, 1910) und 1914 bis 1919 in Südwest-China im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Der Aufenthalt dort wurde durch den Ersten Weltkrieg verlängert und er kartographierte auch in China. Nach dem Krieg wertete er die China-Sammlung aus und bearbeitete auch Sammlungen anderer Forscher aus China als bekannter Experte der Flora Chinas. Von ihm stammen viele Erstbeschreibungen und eine Pflanzengeographie von China. Eine Gesamtdarstellung der Flora Chinas verhinderte sein Tod durch einen Verkehrsunfall. Er war unverheiratet.

Er war Cousin der Schriftstellerin Enrica von Handel-Mazzetti. Sein Bruder Hermann (1883–1963) war Oberregierungsrat und Naturschutzbeauftragter der Tiroler Landesregierung sowie Mitgründer der Tiroler Bergwacht und sein Bruder Eduard (1885–1950) Major und Maler. Handel-Manzetti war begeisterter Bergsteiger.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naturbilder aus Südwest-China: Erlebnisse und Eindrücke eines österreichischen Forschers während des Weltkrieges, Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, 1927
  • Das nordostbirmanisch-west-yünnanesische Hochgebirgsgebiet, Jena: Fischer 1927
  • Anthophyta, Symbolae Sinicae 7, Wien: Springer 1929 bis 1936
  • Mesopotamien, Reihe Vegetationsbilder, Jena: Fischer 1912
  • Kurdistan, Reihe Vegetationsbilder, Jena: Fischer 1912
  • Mittel-China, Reihe Vegetationsbilder, Jena: Fischer 1922
  • Hochland und Hochgebirge von Yünnan und Südwest-Setschwan, mehrere Bände, Jena: Fischer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]