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Heinrich von Quintus-Icilius

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Heinrich Guichard gen. v. Quintus Icilius

Heinrich Guichard genannt von Quintus-Icilius (* 6. Mai 1798 in Hannover; † 19. Mai 1861 in Fallingbostel) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Politiker. Sein Großvater Karl Theophil Guichard wurde durch Friedrich den Großen als Quintus Icilius nobilitiert.

Guichard studierte an der neuen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaften. In Göttingen war er Mitglied des Corps Marchia Berlin und des Corps Hannovera.[1] Er wurde 1824 Amtsassessor und übernahm 1829 als solcher die Verwaltung des Amts Schnackenburg. 1834 wurde er als Amtmann in das Amt Fallingbostel versetzt, wo er 1838 in Fallingbostel eine der ersten Sparkassen des Königreichs Hannover im ländlichen Raum gründete, die heutige Kreissparkasse Walsrode. Diese Sparkasse finanzierte insbesondere Betriebe der Landwirtschaft im Zuge der Bauernbefreiung. 1848 vertrat er den Wahlkreis 15 (Hannover) in der Frankfurter Nationalversammlung und gehörte dort zunächst der Casino-, dann der Landsberg-Fraktion an. Als Oberamtmann machte er sich um den Raum Fallingbostel verdient.

Freunde und Anhänger in Fallingbostel errichteten ihm aus Dankbarkeit für sein Wirken bereits drei Jahre nach seinem Tod 1864 ein lebensgroßes Standbild, das noch heute an ihn erinnert. Das steinerne Denkmal steht in einem neugotischen Baldachin an der Kirchhofmauer der St.-Dionysius-Kirche. Am Sockel des Standbilds sind die Datierung „1864“ und die Initialen „CD“ eingemeißelt, was zur Zuschreibung an den Bildhauer Carl Dopmeyer in Hannover führte.[2] Der Denkmalsockel zeigt als Relief einen Bienenkorb mit der Jahreszahl „1838“, was für das Gründungsjahr der von Quintus-Icilius initiierten Sparkasse steht. Der Bienenkorb galt seit dem Mittelalter als Symbol des Fleißes und der Sparsamkeit und wurde bereits damals als Spardose genutzt.

In Walsrode und Bad Fallingbostel ist jeweils eine größere innerstädtische Straße als Quintusstraße benannt.

  • Heinrich Best, Wilhelm Weege: Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 8). Droste, Düsseldorf 1996, ISBN 3-7700-5193-9.
  • Heinrich Curschmann: Blaubuch des Corps Hannovera (1809–1899). Göttingen 2002, S. 82, Nr. 215
  • Claus Legal, Gert Legal: Friedrich II. von Preußen und Quintus Icilius. Der König und der Obrist. utzverlag, München 2020, ISBN 978-3-8316-4812-2.
Commons: Heinrich von Quintus-Icilius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Kösener Corpslisten 1960, 4/96, 42/228
  2. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Bd. 25: Landkreis Soltau-Fallingbostel. Bearbeitet von Edda Pantel. Vieweg, Braunschweig 2001, S. 184. (Digitalisat auf digi.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 12. Januar 2026)