Henriette Amalie von Anhalt-Dessau (1666–1726)

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Henriette Analie von Anhalt-Dessau, Fürstin von Nassau-Dietz

Henriette Amalie von Anhalt-Dessau (* 26. August 1666 in Kleve; † 18. April 1726 in Diez) war eine Prinzessin von Anhalt-Dessau aus dem Hause der Askanier und durch Heirat Fürstin von Nassau-Diez. Von 1696 bis 1707 war sie als Regentin für ihren Sohn Statthalterin von Friesland, Groningen und Drenthe.

Leben[Bearbeiten]

Henriette Amalie war eine Tochter des Fürsten Johann Georgs II. von Anhalt-Dessau (1627–1693) aus dessen Ehe mit Henriette Katharina (1637–1708), Tochter des Fürsten Friedrich Heinrich von Oranien, dem Statthalter der Vereinigten Niederlande.

Sie heiratete am 26. November 1683 in Dessau ihren Cousin Fürst Heinrich Casimir II. von Nassau-Dietz (1657–1696). Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie als Regentin für ihren minderjährigen, ältesten Sohn Statthalterin von Friesland, Groningen und Drenthe. Henriette Amalia erbte aus dem Nachlass ihrer Mutter bedeutende niederländische Gemälde.[1] Im Jahr 1710 stiftete die Statthalterin den „Le Très Noble Ordre de la Fidélité”.

Bei der Geburt ihrer zweiten Tochter bediente sich Henriette Amalie der Hilfe von Justine Siegemundin.[2] Henriette Amalie starb auf Schloss Oranienstein, dessen Gestalt sie wesentlich prägte und in den Jahren 1704 bis 1709 durch den Architekten Daniel Marot barock gestalten ließ.[3]

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus ihrer Ehe hatte Henriette Amalie folgende Kinder:

  • Wilhelm Georg Friso (1685–1686)
  • Henriette Albertine (1686–1754)
  • Johann Wilhelm Friso (1687–1711), Fürst von Nassau-Dietz
∞ 1709 Prinzessin Marie Luise von Hessen-Kassel (1688–1765)
  • Marie Amalie (1689–1771), Kanonissin in Herford
  • Sophia Hedwig (1690–1734)
∞ 1708 (gesch. 1710) Herzog Karl Leopold zu Mecklenburg (1678–1747)
∞ 1725 Fürst Christian von Nassau-Dillenburg (1688–1739)
  • Johanna Agnes (1693–1765)
  • Luise Leopoldine (1695–1758)
  • Henriette Casimira (1696–1738)

Literatur[Bearbeiten]

  • Marijke Bruggeman: Nassau en de macht van Oranje. De strijd van de Friese Nassau's voor de erkenning van hun rechten, 1702–1747. Uitgeverij Verloren, Hilversum 2007, ISBN 978-90-6550-945-1, S. 22 f.
  • Uwe Schögl (Red.): Oranien. 500 Jahre Bildnisse einer Dynastie aus der Porträtsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien und der Niederländischen Königlichen Sammlung Den Haag. (Ausstellung vom 1. Februar bis 19. März 2002, Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien). Österreichische Nationalbibliothek u. a., Wien 2002, ISBN 3-01-000028-6, S. 91.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Lademacher (Hrsg.): Dynastie in der Republik. Das Haus Oranien-Nassau als Vermittler niederländischer Kultur in deutschen Territorien im 17. und 18. Jahrhundert (= Onder den oranje boom. Textbd.). Hirmer, München 1999, ISBN 3-7774-8070-3, S. 319.
  2. Justine Siegemund: The court midwife. Edited and translated Lynne Tatlock. University of Chicago Press, Chicago u. a IL 2005, ISBN 0-226-75708-0, S. 39.
  3. Katharina Bechler: Schloss Oranienbaum. Architektur und Kunstpolitik der Oranierinnen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (= Studien zur Landesgeschichte. Bd. 4). Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2002, ISBN 3-89812-097-X, S. 148 (Zugleich: Berlin, Technische Universität, Dissertation, 2000: Studien zu Schloss Oranienbaum (1681/83–1698) in Anhalt – eine oranische „Filiation“ in einem reformierten deutschen Fürstentum.).