Hermann Hauser (Gitarrenbauer)

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Gitarre von Hermann Hauser aus dem Jahr 1937, die von 1937 bis 1962 von Andrés Segovia gespielt wurde. Im Bestand des Metropolitan Museum of Art

Hermann Hauser I (* 28. Dezember 1882; † 18. Oktober 1952)[1] war ein süddeutscher Gitarrenbauer.

Hermann Hauser I begann als Schüler seines Vaters Josef Hauser zunächst Zithern zu bauen. Wie seine ältere Schwester Marie, die als Lauten- und Gitarrenlehrerin tätig wurde, erhielt Hermann Hauser I seine musikalische Ausbildung von dem Münchener Kammervirtuosen Josef Wimmer. Er schloss sich dem Münchener Gitarrenquartett an und beteiligte sich an der Gründung der Gitarristischen Vereinigung München.[1] Zunächst arbeitete er fünf Jahre in München bei Braun & Hauser, der Folgefirma des vom Vater verkauften Geschäfts. Nachdem Hermann Hausers Ehefrau, Emma,1943 gestorben war, übernahm er bis 1944 die von ihr in München gegründete Saitenspinnerei. Danach zog der an Asthma erkrankte Hauser ins niederbayerische Reisbach, wo er seine zweite Frau, Karolina Felizitas, heiratete.

Der wirtschaftliche Erfolg durch den Verkauf seiner Gitarren und Zithern ermöglichte es Hermann Hauser I, die Firma Max Amberger zu erwerben, deren Zithern von ihm weiterhin gebaut wurden.[1] Zu seinem eigenen Stil im Gitarrenbau hatte Hermann Hauser I gefunden, indem er sich an den Konstruktionen und der Bautechnik von Antonio de Torres orientierte und diese um seine Erkenntnisse weiterentwickelte. Zwischen 1920 und 1930 entwickelte er patentierte Neuerungen im Bereich der Deckenkonstruktionen sowie Neuerungen im Bereich der Hals-Korpusverbindungen. Der Wissenschaftler Karl Huber schrieb 1995: "Schließlich und hauptsächlich aber ist es dem Zusammentreffen der spanischen Virtuosen Llobet und Segovia mit dem Münchener Gitarrenbauer Hermann Hauser (I) zu verdanken, dass die Torres-Gitarre zum Prototyp der heutigen Bauweise der Konzertgitarre werden konnte."[2]

Ab 1937 wechselte der spanische Gitarrist Andrés Segovia von einer Manuel Ramírez- zu einer Hermann Hauser-Gitarre, was den internationalen Durchbruch der Marke "Hermann Hauser" begründete.

Die Hermann Hauser I Gitarre, die Andrés Segovia von 1937 bis 1962 spielte, ist heute im Metropolitan Museum of Art in New York City zu sehen.[3] Der britische Gitarrist und Lautenspieler Julian Bream spielte Hermann Hauser I- Gitarren von 1936 und 1947, sowie um 1960 eine Hauser-Gitarre von Hermann Hauser II.

Nach dem Tod von Hermann Hauser I traten sein Sohn (Hermann Hauser II), der 1944 schwer verwundet aus dem Zweiten Weltkrieg heimgekehrt war, und später sein Enkel (Hermann Hauser III) seine Nachfolge an, seit 2010 ist die Tochter von Hermann Hauser III, Kathrin Hauser, ebenfalls Gitarrenbauerin in der Reisbacher Werkstatt.

Hermann Hauser III (* 1958) arbeitet heute in Reisbach, 2005 gründete er zusammen mit dem Münchner Unternehmer und Musikproduzenten Klaus Wolfgang Wildner die Stiftung des bürgerlichen Rechts Hermann Hauser Guitar Foundation; der Namen dieser international tätigen Kulturstiftung geht zurück auf Hermann Hauser I [4].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ekkehard Schmoll: Festkonzert zum 100. Geburtstag von Hermann Hauser. In Gitarre & Laute. Band 5, Heft 2, 1983, S. 112 f.
  2. Karl Huber, Die Wiederbelebung des künstlerischen Gitarrenspiels um 1900, Lisardo Verlag, 1995
  3. Metropolitan Museum of Art: Andrés Segovia`s Hermann Hauser I Gitarre von 1937
  4. Süddeutsche Zeitung | Über die Gründung der Hermann Hauser Guitarfoundation, 2005