Hermann Hauser (Gitarrenbauer)

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Hermann Hauser I (* 28. Dezember 1882; † 18. Oktober 1952)[1] war ein süddeutscher Gitarrenbauer.

Hermann Hauser begann als Schüler seines Vaters Josef Hauser zunächst Zithern zu bauen. Wie seine ältere Schwester Marie, die als Lauten- und Gitarrenlehrerin tätig wurde, erhielt Hermann seine musikalische Ausbildung von dem Münchener Kammervirtuosen Wimmer. Er schloss sich dem Münchener Gitarrenquartett an und beteiligte sich an der Gründung der Gitarristischen Vereinigung München.[2]

Er arbeitete in München bevor er sich selbständig machte zunächst fünf Jahre bei Braun & Hauser, der Folgefirma des vom Vater verkauften Geschäfts. Nachdem Emma, Hermann Hausers Ehefrau 1943 gestorben war, übernahm er bis 1944 die von ihr in München gegründete Saitenspinnerei. Danach zog der asthmakranke Hauser ins niederbayerische Reisbach, wo er seine zweite Frau, Karolina Felizitas, heiratete.

Der finanzielle Erfolg beim Verkauf der von ihm gebauten Gitarren und Zithern ermöglichte es Hauser die Firma Max Amberger zu erwerben, deren Zithern von Hauser weiterhin gebaut wurden.[3]

Zu seinem eigenen Stil im Gitarrenbau hatte Hermann Hauser I gefunden, indem er sich an den Konstruktionen und der Bautechnik von Antonio de Torres orientierte und diese um seine Erkenntnisse weiterentwickelte. Hermann Hauser I entwickelte zwischen 1920 und 1930 patentierte Neuerungen im Bereich der Deckenkonstruktionen sowie Neuerungen im Bereich der Hals-Korpusverbindungen.

Karl Huber schrieb: ...Schließlich und hauptsächlich aber ist es dem Zusammentreffen der spanischen Virtuosen Llobet und Segovia mit dem Münchener Gitarrenbauer Hermann Hauser (I) zu verdanken, dass die Torres-Gitarre zum Prototyp der heutigen Bauweise der Konzertgitarre werden konnte. (Karl Huber, Die Wiederbelebung des künstlerischen Gitarrenspiels um 1900, Lisardo Verlag, 1995)

Ab 1937 wechselte der spanische Gitarrist Andrés Segovia von einer Ramírez- zu einer Hauser-Gitarre, was sich zweifelsohne positiv auf das Ansehen der Hauser-Gitarren ausgewirkt hatte. Die Hermann-Hauser I-Gitarre, die Andres Segovia von 1937 bis 1970 spielte, ist heute im Metropolitan Museum of Art in New York City zu sehen[4]. Der britische Gitarrist und Lautenspieler Julian Bream spielte Hermann Hauser I- Gitarren von 1936 und 1947, sowie um 1960 eine Hauser-Gitarre von Herrmann Hauser II.

Nach Hausers Tod traten sein Sohn (Hermann Hauser II), der 1944 schwer verwundet heimgekehrt war, und später sein Enkel (Hermann Hauser III) seine Nachfolge an.

Hermann Hauser III, (* 1958), lebt und arbeitet heute in Reisbach. 2005 gründete Hermann Hauser III zusammen mit dem Münchner Unternehmer, Produzenten und Gitarristen Klaus Wolfgang Wildner die gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts Hermann Hauser Guitar Foundation; der Namen dieser international tätigen Kulturstiftung geht zurück auf Hermann Hauser I [5].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ekkehard Schmoll: Festkonzert zum 100. Geburtstag von Hermann Hauser. In: Gitarre & Laute 5, 1983, Heft 2, S. 112 f.
  2. Ekkehard Schmoll (1983), S. 112.
  3. Ekkehard Schmoll (1983), S. 113.
  4. Metropolitan Museum of Art | Hermann Hauser I Gitarre von 1937 [1]
  5. Süddeutsche Zeitung | Hermann Hauser Guitarfoundation [2]