Heute (österreichische Zeitung)

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Heute
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Beschreibung Österreichische Gratiszeitung
(Wien, NÖ, OÖ, Burgenland)
Verlag AHVV Verlags GmbH
Erstausgabe 2004/5
Erscheinungsweise Mo bis Fr
Reichweite ([1]) 1,002 Mio. Leser
Chefredakteur Dr. Christian Nusser
Herausgeberin Eva Dichand
Weblink heute.at
ZDB 2171258-X

Heute ist die größte Gratis-Tageszeitung und mit einer Reichweite von 13,8% nach der Kronen Zeitung die zweit-meist gelesene Tageszeitung in Österreich. Heute hat eine Druckauflage von über 630.000 Exemplaren und erscheint von Montag bis Freitag in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und dem Burgenland und erreicht damit jeden Tag mehr als 1 Million Leser.

Verlag[Bearbeiten]

Aufgelegt wird Heute von der AHVV-Verlags-GmbH. Die Geschäftsführung setzt sich aus Rainer Newald und Wolfgang Jansky zusammen.[2] Chefredakteur ist Dr. Christian Nusser.[3] Die Herausgeberin ist Eva Dichand, die Schwiegertochter des verstorbenen Hans Dichand und Ehefrau des Kronen-Herausgebers Christoph Dichand. Die Blattlinie von Heute lautet: "Heute ist unabhängig von allen politischen Parteien, Institutionen und Interessensgruppen und steht daher für eine offene, unabhängige und ausgewogene Berichterstattung über alle Ereignisse von öffentlichem Interesse aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport usw."

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten]

Eigentümerin der Gratiszeitung ist die Ultimate Media Beteiligungs - und Management GmbH. An ihr sind sind mit 51 Prozent die Pluto Privatstiftung sowie die Periodika Privatstiftung mit 49 Prozent beteiligt.[4]

Verteilung[Bearbeiten]

Gerichtlich umkämpfte[5] Entnahmeboxen für die Gratiszeitungen Heute und Tageszeitung Österreich in Wiener U-Bahn-Stationen, 2008.

Die Verteilung der insgesamt 618.000 Gratis-Exemplare erfolgt über rund 3.500 Entnahmeboxen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland.

Kerngebiet ist die Bundeshauptstadt Wien sowie das Wiener U-Bahn-Netz, in dem nach einem Vertrag mit den Wiener Linien[6] das Blatt exklusiv verteilt werden darf. Seit Jahren tobt ein Rechtsstreit zwischen Wolfgang Fellners Mediengruppe "Österreich" und den Wiener Linien um die Aufstellung der Entnahmeboxen innerhalb der U-Bahn-Stationen.[7] Weitere Heute-Exemplare werden über Entnahmeboxen im Freien (z.B. in Fußgängerzonen), Schulen, Universitäten sowie über rund 400 Bäckereifilialen (Mann, Ströck Brot, Felber, Ankerbrot) zur freien Entnahme angeboten. Bei 387.000 gratis verteilten Exemplaren, erreicht Heute in Wien 35,4 Prozent Reichweite und setzt sich damit vor der Neue Kronen Zeitung mit 24,3 Prozent, und der Tageszeitung Österreich mit 22,0 Prozent Reichweite klar auf Platz Eins unter den Boulevardzeitungen in Wien.[8]

Seit 28. August 2006 erscheint Heute auch in den oberösterreichischen Städten Linz, Wels und Steyr. In Niederösterreich sind Heute-Entnahmeboxen auf allen größeren Bahnhöfen, in den Bezirkshauptstädten auch auf öffentlichen Plätzen, in Krankenhäusern, bei Bushaltestellen, Shopping-Centern und Bäckereien aufgestellt. Seit Juni 2010 erscheint Heute auch im nördlichen Burgenland.

Das Blatt wurde auch in Graz verteilt, man zog sich allerdings nach kurzer Zeit wieder zurück: Am Freitag, dem 6. Juli 2007 erschien die letzte Steiermark-Ausgabe der Heute. Gleichzeitig stellte auch die Styria-Gruppe das Erscheinen ihrer Gratiszeitung ok ein.

Auflage und Reichweite[Bearbeiten]

Derzeit (Stand 2014) werden laut ÖAK (Österreichische Auflagenkontrolle) von Montag bis Freitag 630.000 Stück österreichweit aufgelegt. Damit ist Heute die auflagenstärkste Gratiszeitung in Österreich (zum Vergleich: Tageszeitung Österreich bei 545.000 Druckauflage, Tiroler Tageszeitung bei 13.000 Exemplaren). In Wien wurde laut Mediaanalyse 2014 eine tägliche Reichweite von 35,4 % erzielt, die nationale Reichweite von Heute liegt bei 13,8 % (1.002.000 Lesern). Die Druckauflage in Niederösterreich beträgt laut ÖAK 151.000 Stück, in Oberösterreich 84.000 Stück.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Inhalt umfasst die üblichen Themengebiete einer Tageszeitung wie Politik, Sport und Chronik. Die Artikel weisen einen simplen Satzbau auf und sind sprachlich auf das Umfeld der Zielgruppe zugeschnitten. Heute gilt als Boulevardzeitung.

Zielgruppe[Bearbeiten]

Die Zielgruppe der Tageszeitung stellen größtenteils Berufspendler dar, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen (auf dem Arbeitsweg oder auf dem Weg zur Schule/Uni). Im Gegensatz zu normalen Kaufzeitungen hat Heute in der Zielgruppe der jungen Leser unter 30 Jahren die höchste Reichweite-laut Mediaanalyse 42,7 %.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Heute gilt als Konkurrenzprodukt zur Tageszeitung Österreich, die in einer abgespeckten Variante ebenfalls in einigen Bundesländern wie Wien und Oberösterreich ebenfalls gratis verteilt wird. In Wien wird die Abendausgabe der Kronen Zeitung auch gratis verteilt. Eine Verbindung zwischen Mediaprint bzw. der Familie Dichand wird von beiden Seiten mit Nachdruck verneint.[9][10] Hans Dichand hat jedoch mehrmals öffentlich betont, sich für die Zeitung ‘‘Heute‘‘ zu interessieren und über ein Kauf- oder Kooperationsangebot nachzudenken.[11]

Zu einem Eklat führte am 7. Dezember 2012 die Berichterstattung der Heute-Redakteure Michner und Höllrigl zu einer Gewalttat in Klagenfurt, bei der sie den mutmaßlichen Mörder Harald P. in Staaten „hinterm Halbmond“ sowie „wo das Gesäß beim Beten höher ist als der Kopf“ einordneten.[12] Nach Protesten entschuldigte sich Chefredakteur Christian Nusser für die rassistischen Formulierungen[13] und beurlaubte die Verantwortlichen.[14]

Im April 2015 rügte der Österreichischer Presserat Heute wegen eines Verstoßes gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse: Heute hätte Inseratenkunden mit wohlwollenden "Gefälligkeitsinterviews" in die Berichterstattung mit aufgenommen. Wie die Kronen Zeitung und die Tageszeitung Österreich hat sich Heute nicht der Schiedsgerichtsbarkeit des Presserates unterworfen.[15]

Zukünftiges[Bearbeiten]

Die ausschließlich von Werbeanzeigen finanzierte Zeitung erreichte nach nur 15 Monaten die Gewinnschwelle. Laut der Herausgeberin wird derzeit der gesamte Cash-Flow in Auflagensteigerungen und örtliche Expansion investiert. Gemeinsam mit ihrem Mann Christoph Dichand und ihren Kindern wird Eva Dichand zum August 2015 für ein Jahr nach New York ziehen, um dort den Medienmarkt aus erster Hand kennenzulernen: "(...) Wir wollen uns eine Zeit lang bewusst aus dem Tagesgeschäft herausnehmen, um der Frage nachzugehen: Wie wird sich der Medienkonsum, wie werden sich die Zeitungen in den nächsten Jahren verändern? Wo geht die Reise hin, und wie kann ich dabei der Erste und Beste sein?"[16]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Media-Analyse (Österreich) 2014 Österreichische Mediaanalyse 2014, Tageszeitungen total auf media-analyse.at
  2. Kolpotiert: Neuer Manager bei Gratiszeitung "Heute" In: Der Standard vom 23.09.2014
  3. „Heute“ Impressum
  4. Neue Eigentumsverhältnisse bei "Heute": Mehr Rot, weniger Dichand In: Der Standard vom 10. Juni 2015
  5. Kartellgericht erlaubt „Österreich“ in U-Bahn-Boxen In: Der Standard 4. Februar 2014.
  6. dossier.at: Das Phänomen „Heute“ abgerufen am 26. Juni 2015.
  7. Wiener Linien müssen auch Österreich Entnahmeboxen erlauben In: Der Standard vom 04. Februar 2014
  8. Media Analyse 2014: Krone bei 31,6 Prozent Reichweite, "Heute" in Wien bei 35,4 Prozent In: Der Standard vom 26. März 2015
  9. ‘Heute’: Gratis ist geiler In: extradienst.at Nr. 4/06 vom 5. Mai 2006, Seite: 26 (Interview mit Eva Dichand)
  10. Der Zeitungszar, Konrad & die Brüder In: extradienst.at Nr. 1/06 vom 3. Februar 2006, S. 31 (Interview mit Hans Dichand)
  11. Dichand will „Heute“ haben In: Der Standard vom 3. Februar 2006, S. 27.
  12. „Heute“ überschreitet Grenzen auf Der Standard.at vom 7. Dezember 2012.
  13. „Heute“-Entschuldigung aus aktuellem Anlass auf Heute.at vom 7. Dezember 2012.
  14. „Heute“-Eklat: Beide Redakteure beurlaubt auf kurier.at vom 7. Dezember 2012.
  15. "Gefälligkeitsinterviews": Presserat rügt "Heute" In: Der Standard vom 9. April 2015
  16. Eva Dichand bestätigt US Aufenthalt vorerst für ein paar Monate in Der Standard vom 5. Juni 2015.