Kammermohr

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Porträt der Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach mit ihrem „Kammermohren“ Ignatius Fortuna, von Johann Jakob Schmitz, Köln 1772

Als Kammermohr (oder Hofmohr) bezeichnete man im deutschen Sprachraum seit dem 18. Jahrhundert bei Hofe einen Diener schwarzer Hautfarbe.

Menschen schwarzer Hautfarbe aus dem Orient, Afrika und Amerika wurden seit der Kolonialzeit oft als Kammerdiener oder Page nach Europa geholt bzw. verschleppt. Der Begriff ist als offizieller Terminus des Hofprotokolls erstmals 1747 im kursächsischen Codex Augusteus belegt.[1]

Der prächtig ausstaffierte und livrierte Kammermohr diente dem Herrscher, kirchlichen Würdenträgern oder wohlhabenden Kaufleuten als exotisches Prestigeobjekt und Statussymbol. Er sollte den Reichtum und Luxus des eigenen Hauses zur Schau stellen. Vor allem versinnbildlichte der Kammerdiener aber die weltweiten Fernhandels- und Machtbeziehungen seines Eigentümers.

Bekannte Kammermohren waren unter anderem Anton Wilhelm Amo, Angelo Soliman, Ignatius Fortuna oder Abraham Petrowitsch Hannibal.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Christoph Förster, Friedrich Wilhelm I., König von Preussen, S.55 Lieferliste aus dem Februar 1697 mit Wein für den Kammermohren
  • Gebrüder Grimm, Deutsches Wörterbuch: K, Band 5, S.127

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Schleinzer, Alexander Brom: Angelo. 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kammermohr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.rzuser.uni-hd.de/~cd2/drw/e/ka/mmer/mohr/kammermohr.htm