Anton Wilhelm Amo

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Anton Wilhelm Amo (lateinisch Antonius Guilielmus Amo Afer ab Aximo in Guinea; * um 1703 in Nkubeam bei Axim, Goldküste (Westafrika); † nach 1753 vermutlich im heutigen Ghana, laut Grabstein bei Shama † 1784) war der erste bekannte Philosoph afrikanischer Herkunft in Deutschland, der an den Universitäten Wittenberg, Halle und Jena lehrte. In Jena bot Amo Kurse in Astrologie und Geheimschrift an, in Afrika, wohin er 1747 zurückgekehrt war, stand er im Ruf eines Wahrsagers.

Obwohl eine frühe Studienarbeit Amos Über die Rechtsstellung der Mohren in Europa nicht erhalten ist, wird ihr in der Presse immer wieder eine kritische Tendenz zugeschrieben, Amo gilt sogar als ein Vordenker des Antirassismus.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amo kam 1707, noch als Kind, aus seinem Geburtsort in Begleitung eines Sergeanten Bodel auf einem Schiff der Niederländisch-Westindischen Gesellschaft zunächst nach Amsterdam, dann an den Hof der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel. Ob er dazu versklavt worden ist, wofür Bonaventure Soh Bejeng Ndikung votiert[2], oder ob das Kind einer lokalen, von Burchard Brentjes mitgeteilten mündlichen Tradition zufolge von seiner Mutter zu deren Schwestern nach Amsterdam geschickt worden ist, um dort ausgebildet zu werden, lässt sich auf bisheriger Quellenbasis nicht abschließend klären.

1708 wurde Amo in der Schlosskapelle Salzdahlum in Wolfenbüttel evangelisch getauft und 1721 konfirmiert. Seine Taufpaten und Namensgeber waren Herzog Anton Ulrich und dessen Sohn August Wilhelm. Im braunschweigisch-Wolfenbütteler Hofkalender bzw. Adressbuch wird „Anthon Wilhelm Amo, der Mohr, Log. aufm Schloß“ 1721 unter den „Hertzogl. Laqveyen“ und 1725 als „Mohr, Anthon Wilhelm, bey Ihro Durchl. dem regierenden Hertzog Cammer-Bediente“ aufgeführt.[3]

Ein Zeugnis der philosophischen Fakultät Wittenberg erwähnt, dass er vor Aufnahme seiner Studien Latein gelernt hatte. Im Juni 1727 schrieb Amo sich jedoch zunächst an der Universität Halle für Philosophie ein und belegte in diesem Zusammenhang offenbar auch rechtswissenschaftliche Kollegien. So hielt er im November 1729 eine Disputation über das Thema De iure Maurorum in Europa (deutsch Über die Rechtsstellung der Mohren in Europa).[4] Am 2. September 1730 immatrikulierte er sich an der Philosophischen Fakultät der Universität Wittenberg und erhielt schon sechs Wochen später den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie, was ihm erlaubte, Vorlesungen anzubieten, während derer er gleichzeitig seine Studien fortsetzte.

Bei einem Besuch des neuen Kurfürsten Friedrich August II. im Mai 1733 nahm Amo eine prominente Rolle in bei den mehrtägigen Begrüßungszeremonien ein.[5] 1734 ließ ihn die Universität nach öffentlicher Verteidigung einer Dissertation am 17. April[6] über das Leib-Seele-Problem mit dem Titel De humanae mentis apatheia (deutsch Über die Empfindungslosigkeit des menschlichen Geistes) als Magister legens zu, was ihn ermächtigte, eigenständig Studenten zu betreuen und bei deren Disputationen den Vorsitz zu führen. Auf dem Titelblatt dieses Druckes erscheint Amo als Magister und als Kandidat beider Rechte. An Amos akademischer Promotion in Wittenberg wirkte der Philosoph Samuel Christian Hollmann mit, der wenige Monate später an die neu eröffnete Universität Göttingen berufen wurde.[7]

Nach dem Tod von Herzog Ludwig Rudolf von Braunschweig-Wolfenbüttel geriet Amo in finanzielle Schwierigkeiten.[8] 1736 wechselte er wieder an die Philosophische Fakultät der Universität Halle und unterrichtete dort als Privatdozent.[9] In dieser Zeit entstand sein umfangreicher Tractatus de arte sobrie et accurate philosophandi, der 1738 in Halle gedruckt wurde. Mitte 1739 bemühte sich Amo jedoch um die Aufnahme in den Lehrkörper der Universität Jena. Dies gelang schließlich. Laut einer eigenhändigen Vorlesungsankündigung bot Amo 1739 Unterricht in Physiognomik, Chiromantie, Geomantie, Astrologie und Kryptographie an. In Jena hat sich Amo in den Jahren 1740 bei Gottfried Achenwall, 1742 bei Johann Wilhelm Jungendres (1722–1767),[10] 1743 bei Albrecht Daniel Halder († um 1745)[11] und 1746 (unbekannter Halter)[12] in diverse Studenten-Stammbücher eingetragen.[13] Zeugnisse weiterer akademischer Tätigkeit in Jena sind noch nicht bekannt geworden.

Ende 1746 verließ Amo Deutschland und kehrte via Amsterdam nach Ghana zurück, wo er im April 1747 eintraf. Dort lebte noch sein Vater und eine seiner Schwestern, während ein Bruder Anton Wilhelms in Surinam Sklavendienste leistete. Amo genoss in Afrika Ansehen als Eremit und Wahrsager. Der Schweizer Schiffsarzt, der Amo in Afrika besucht hatte und auf den diese Informationen zurückgehen, nennt als Grund für Amos Rückkehr in seine Heimat eine Schwermut nach dem Tod seines Herren (Meester), also wohl das Wegbrechen der Förderung durch die Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel, vielleicht auch den Tod seines Freundes Johann Peter von Ludewig im Jahre 1743.

Als Amo Deutschland bereits verlassen hatte,[14] erschien Amos Name in satirischen Gedichten aus der Feder des halleschen Rhetorikprofessors Johann Ernst Philippi.[15] Darin wirbt „Amo“ um die Liebe einer gewissen „Astrine“, die ihn allerdings abweist. Die Interpretation dieser Verse („Astrine“ wäre ein Anagramm von „Satiren“) ist in mehrere Richtungen möglich. Einmal als rassistische Dichtung, umgekehrt aber auch als (nicht unkritische) Parabel auf Rassismus.[13] Als wenig wahrscheinlich gilt die Vermutung, dass der reale Amo einen wirklichen Antrag an Anna Dorothea Gnüge (1715–1764) gerichtet hätte,[16] seit 1737 Ehefrau von Samuel Gotthold Lange, die 1746 unter dem Pseudonym „Doris“ einen abgewiesenen Verehrer in einem Gedicht als Satyr und „Waldbewohner“ verspottete.[17]

Amo lebte zunächst als Einsiedler in Axim und später im Fort San Sebastian bei Shama. Sein genaues Todesjahr ist nicht bekannt; auf seinem (neuen) Grabstein vor dem Fort Shama steht das Sterbejahr 1784.

Die ausführlichsten biografischen Angaben zu Amo und seiner Familie finden sich in einem Nachruf von Isaac Winckelman (1723–1796)[18] auf den Mediziner David Henry Gallandat (1732–1782),[19][20] der Amo nach seinen Tagebuchaufzeichnungen 1753 auf einer Reise in Axim an der „Goldküste“ besucht hatte.[21] Der französische Abolitionist Henri Grégoire stellte 1808 die zu seiner Zeit verfügbaren Informationen über Anton Wilhelm Amo ausführlich zusammen und würdigte seine akademischen Leistungen,[22] wobei er sich auf Johann Friedrich Blumenbach bezog, der wiederum auf Mitteilungen von Samuel Christian Hollmann hatte zurückgreifen können.[7]

Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dissertation (1734)

Während des Studiums von Anton Wilhelm Amo war Halle ein wichtiges wissenschaftliches Zentrum innerhalb des deutschsprachigen Raumes, da dort sowohl die ersten Vertreter der Frühaufklärung als auch Pietisten präsent waren. Dementsprechend ergaben sich zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen den sogenannten Pietisten und Rationalisten. Der Hallische Pietismus war unter anderem durch den bekannten Theologen August Hermann Francke geprägt. Er setzte sich für die Erneuerung der kirchlichen Tradition ein. Demgegenüber positionierte sich Christian Wolff als einer der ersten Vertreter der Frühaufklärung, der mit dem Begriff der Vernunft argumentierte und beispielsweise Deutsch als philosophische Sprache statt Latein betonte.

In diesem Umfeld studierte auch Amo und war dementsprechend zwangsläufig in diesen Diskussionen einbezogen, wobei er einer klaren Positionierung widersprach. So ist auch innerhalb der heutigen Debatte noch hoch umstritten, ob er ein Wolffianer war oder nicht.[23] Auch wenn es Unterschiede zu der Wolffianischen Tradition gab (Amo schrieb beispielsweise in Latein), lässt sich erkennen, dass er dieser deutlich näher stand als den pietistischen Vertretern. Dennoch umging er die Frontlinien und versuchte sich aktiv durch eine eigene Positionierung im Feld zu behaupten.

In seiner Zeit an der halleschen Universität wurde er maßgeblich von dem damaligen Universitäts-Kanzler Johann Peter von Ludewig unterstützt.[24] 1729 veröffentlichte Amo seine erste Disputation unter dem Vorsitz von Ludewig mit dem Titel De iure Maurorum in Europa, oder vom Mohren-Recht. Sie beschäftigt sich mit der Rechtsstellung schwarzer Menschen im Europa der damaligen Zeit, die weitgehend rechtlos waren. Dieser Text konnte aber nicht wieder aufgefunden werden; auch in seinen späteren Werken griff er nicht direkt auf ihn zurück. Der Inhalt der Disputationsschrift wurde jedoch in einem zeitgenössischen Zeitungsbericht zusammengefasst:[25]

„Darinnen dan̄ nicht allein ex LL. und der Historie gezeuget; daß der Mohren ihr König bey dem Römischen Käyser ehedem zu Lehen gegangen, und jeder von demselben ein Königs-Patent, welches auch Justinianus ausgetheilet, hohlen müssen; sondern auch vornehmlich dieses untersuchet, wie weit der von Christen erkaufften Mohren in Europa ihre Freyheit oder Dienstbarkeit, denen üblichen Rechten nach, sich erstrecke.“

Wöchentliche Hallische Frage- und Anzeigungs-Nachrichten: Num. XVIII (1729), Sp. 273

Die scharfe Ablehnung des Sklavenhandels wenige Jahre später durch den halleschen Staatsrechtler Martin Schmeitzel[26] wird teilweise als Nachwirkung der Disputation Amos gedeutet.[27]

Trotz Ludewigs Unterstützung wechselte Amo 1730 nach Wittenberg, wodurch er sich möglicherweise freiere Forschungsmöglichkeiten erhoffte. In Wittenberg erlangte er sehr schnell den akademischen Grad des Magisters der Philosophie und der freien Künste. Damit konnte er selbst erste Lehrveranstaltungen durchführen. Weiterführend wandelte er mit der Zeit sein wissenschaftliches Profil hin zu medizinischen Studien, wobei er beispielsweise durch den Physiker Martin Gotthelf Löscher unterstützt wurde. Auf diesen Erfahrungen aufbauend, veröffentlichte er 1734 seine Dissertation zum Thema Körper und Seele, ein Dualismus, der zur damaligen Zeit ein wichtiges philosophisches Konzept darstellte. Die Dissertation hatte den Namen De humanae mentis apatheia. In dieser griff er auf Philosophen wie John Locke oder René Descartes zurück. Er postuliert dabei eine starke Trennung zwischen Leib und Seele. So steht seiner Meinung nach der Geist außerhalb jedes Leides des Körpers, wodurch körperliche Qualen, Nötigungen und Folter den Geist nicht zum Leiden bringen können. Damit ist die menschliche Seele von allem Materiellen und Körperlichen getrennt. Im Umkehrschluss kann sich der Geist jenseits materieller, physischer Gegebenheiten und Charakteristika des Körpers (z. B. Stigmata) frei entfalten.[28]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plakette für Amo an der Jenergasse in Jena
Denkmal Freies Afrika von Gerhard Geyer in Halle (Saale), 1963/64.

Wohl auch im Zusammenhang mit der Politik der Völkerfreundschaft der DDR lässt sich ein verstärktes (Forschungs-)Interesse an Anton Wilhelm Amo in den 1960er Jahren erkennen. Dies ist insbesondere auf den ersten Präsidenten Ghanas, Kwame Nkrumah, zurückzuführen, welcher sich für Amo interessierte. Daraufhin wurde in Halle ein Forschungszentrum zu Amo eingerichtet, wobei insbesondere Burchard Brentjes zu nennen ist. Er veröffentlichte 1965 beispielsweise das Buch Anton Wilhelm Amo. Der schwarze Philosoph in Halle.[29]

Auf dem halleschen Universitätscampus wurde im Jahr 1965 eine Doppelplastik neben dem Robertinum am Universitätsring aufgestellt, die später teils als Denkmal für Amo missverstanden wurde. Es handelt sich um die Bronzeplastik „Freies Afrika“ des Bildhauers Gerhard Geyer. 1961 unternahm dieser eine Studienreise in das heutige Guinea und Ghana, organisiert von der Akademie der Künste der DDR. Inspiriert durch seine Reise gestaltete er die Plastik im Auftrag der DDR als Teil einer ganzen Serie von afrikanischen Szenen und Skulpturen – etwa „Afrikanische Marktszene“ (1961), „Afrikanerin mit Kind“ (1961) oder der „Afrikanerin mit Krug“ (1962).[30] Es war ursprünglich geplant, dass die Statue als Geschenk nach Ghana geschickt werden sollte, um dort vor einer Bibliothek aufgestellt zu werden. Die Motivauswahl lässt sich dementsprechend analysieren: Die Frau und der Mann stehen nebeneinander, symbolisch als Gleichgestellte im Sozialismus, dargestellt in der sozialistischen Arbeiterposition, mit den Händen zu Fäusten geballt. Der Titel der Statue wurde in Anlehnung an die Unabhängigkeitsbewegungen der afrikanischen Länder gewählt. Nach der Fertigstellung der Statue wurde diese allerdings aufgrund veränderter politischer Umstände nicht überreicht. Stattdessen wurde sie im Jahr 1965 auf dem Universitätscampus in einem komplett anderen Kontext aufgestellt. Dieser ist nicht hinreichend erforscht. Durch die Ergänzung einer schlichten Gedenkplatte für Amo im Jahr 1975 in unmittelbarer Nähe entstand der Eindruck, die männliche Figur solle Amo darstellen. Sie wurde aber weder im Auftrag der Universität Halle-Wittenberg erstellt noch hatte Gerhard Geyer bei der Erstellung der Statue an Amo gedacht. Zudem ist nicht bekannt, wie Amo aussah, da kein bekanntes Porträt von Amo existiert. Aufgrund seiner universitären Tätigkeit im 18. Jahrhundert ist nicht davon auszugehen, dass er so ausgesehen hat wie in Geyers Plastik dargestellt. Daher wurde die Plastik im Dezember 2021 um eine Informationstafel ergänzt, die zwischen Plastik und Gedenktafel unterscheidet.[31]

Seit 1994 verleiht die Universität Halle-Wittenberg den Anton-Wilhelm-Amo-Preis für besondere wissenschaftliche Arbeiten an Studenten und Graduierte. Seit 2016 findet regelmäßig die Anton Wilhelm Amo Lecture statt.[32]

Insbesondere für die afrodeutsche Gemeinschaft stellt Amo ein wichtiges Vorbild dar. So forderten 2018 beispielsweise Aktivisten in Berlin die Umbenennung der dortigen Mohrenstraße in Anton-Wilhelm-Amo-Straße, um unter anderem die Erinnerung an ihn und seine Geschichte weiterzutragen.[33] Am 29. April 2021 verfügte das Bezirksamt Mitte von Berlin die Umbenennung zum 1. Oktober 2021.[34] Aufgrund dagegen eingelegter Widersprüche ist die Umbenennung bisher nicht in Kraft getreten.[35]

Der Kunstverein Braunschweig ehrte Amo vom 28. März bis zum 13. September 2020 mit einer Ausstellung,[36][37] die von Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Jule Hillgärtner und Nele Kaczmarek kuratiert wurde. Für die Dauer der Ausstellung benannte sich der Kunstverein auf Anregung des Architekten Konrad Wolf in Anton Wilhelm Amo Center um; umgesetzt wurde dies durch einen Eingriff auf der Internetseite des Vereins.[38] Die Umbenennung wie die Ausstellung sollten temporär einen Ort schaffen, der der kritischen Auseinandersetzung mit hegemonialem Wissen gewidmet ist.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (gedrucktes Glückwunschgedicht) Nach der Land-ersprießlichen und Hocherfreulichen Wiedergenesung Sr. Regierenden Hertzogl. Durchleuchtigkeit Aug. Wilhelm Seines genädigsten Hertzogen und Herrn … Halle 1729[39]
  • Disputatio de iure Maurorum in Europa (Disputation: Über die Rechtsstellung der Mohren in Europa), gehalten 1729 (verschollen, eventuell nur handschrftlich konzipiert)
  • Dissertatio inauguralis de humanae mentis ΑΠΑΘΕΙΑ (apatheia), seu sensionis ac facultatis sentiendi in mente humana absentia at earum in corpore nostro organico ac vivo praesentia. Schlomach, Wittenberg 1734 (Digitalisat der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz)
  • (mit Johann Theodor Meiner) Disputatio philosophica continens ideam distinctam eorum quae competunt vel menti vel corpori nostro vivo et organico. Koberstein Witwe, Wittenberg 1734 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
  • (Gratulationsgedicht) DEin aufgeweckter Geist im klugen meditiren, … In: Moses Abraham Wolff: Dissertatio Inauguralis Medica De Morborum Inconsulta Ratione Suppressorum Revocatione. Hilliger, Halle 1737, S. 32 (Digitalisat der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)
  • Tractatus de arte sobrie et accurate philosophandi (Abhandlung über die Kunst, nüchtern und präzise zu philosophieren). Kitler, Halle 1738 (Digitalisat der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Lochner: Anton Wilhelm Amo. Ein Gelehrter aus Ghana im Deutschland des 18. Jahrhunderts. In: Übersee-Rundschau 10, Heft 1 (1958), S. 22–31 = Anton Wilhelm Amo. A Ghana Scholar in Eighteenth Century Germany. In: Transactions of the Historical Society of Ghana 3 (1958), S. 169–179.
  • Ingeborg Kittel: Mohren als Hofbediente und Soldaten im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel. In: Braunschweigisches Jahrbuch 1965, Band 46, Selbstverlag des Braunschweigischen Geschichtsvereins, Braunschweig 1965, S. 78–103.
  • Burchard Brentjes: Anton Wilhelm Amo. Der schwarze Philosoph in Halle. Koehler & Amelang, Leipzig 1976. (Darin findet sich auch Amos philosophische Dissertation De Arte sobrie et accurate Philosophandi.)
  • Hannelore Heckmann: Anton Wilhelm Amo (ca. 1707–ca. 1756). On the Reception of a Black Philosopher. In: Lessing Yearbook. Band 23, 1990, S. 149–158.
  • Burchard Brentjes: Anton Wilhelm Amo zwischen Frühaufklärung und Pietismus. In: Gerhard Höpp (Hrsg.): Fremde Erfahrungen. Asiaten und Afrikaner in Deutschland, Österreich und in der Schweiz bis 1945. Das Arabische Buch, Berlin 1996, ISBN 3-86093-111-3, S. 29–33.
  • Monika Firla: Anton Wilhelm Amo (Nzema, Rep. Ghana). Kammermohr – Privatdozent für Philosophie – Wahrsager. In: Tribus. Band 51, 2002, ISSN 0082-6413, S. 55–90 (beschäftigt sich mit Amos philosophischem Denken).
  • Johannes Glötzner: Anton Wilhelm Amo. Ein Philosoph aus Afrika im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Edition Enhuber, München 2002, ISBN 3-936431-01-9.
  • Yawovi Emmanuel Edeh: Die Grundlagen der philosophischen Schriften von Amo. In welchem Verhältnis steht Amo zu Christian Wolff, daß man ihn als „einen führnehmlichen Wolffianer“ bezeichnen kann? (= Philosophie in der Blauen Eule. Band 53). Die Blaue Eule, Essen 2003, ISBN 3-89924-051-0 (zugleich Dissertation, Universität Duisburg, 2002).
  • Rainer Lohlker: Amo, Anton Wilhelm, Dr. phil. habil. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon – 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 41–42.
  • Jacob Emmanuel Mabe: Anton Wilhelm Amo interkulturell gelesen (= Interkulturelle Bibliothek. 31). Bautz, Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-202-7.
  • Ulrich van der Heyden: Anton Wilhelm Amo, der afrikanische Philosoph. In: Ulrich van der Heyden (Hrsg.): Unbekannte Biographien. Afrikaner im deutschsprachigen Raum vom 18. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (= Edition Zeitgeschichte. Band 26). Kai Homilius, Berlin 2008, ISBN 978-3-89706-849-0.
  • Monika Firla: Ein Jenaer Stammbucheintrag des schwarzen Philosophen Anton Wilhelm Amo aus dem Jahr 1746. AfriTüDe Geschichtswerkstatt, Stuttgart 2012.
  • Ottmar Ette: Anton Wilhelm Amo. Philosophieren ohne festen Wohnsitz. Eine Philosophie der Aufklärung zwischen Europa und Afrika. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2014 ISBN 978-3-86599-263-5 = ders.: Mobile Preußen. Ansichten jenseits des Nationalen. J. B. Metzler, Stuttgart 2019, S. 1–36 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau) ISBN 978-3-476-04853-0.
  • Stefan Knauß u. a. (Hrsg.): Auf den Spuren von Anton Wilhelm Amo. Philosophie und der Ruf nach Interkulturalität. transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8376-5697-8.
  • Monika Firla: Drei Texte aus A. W. Amos Feder in deutscher Sprache 1729–37. (AfriTüDeGelb 4). AfriTüDe-Geschichtswerkstatt, Stuttgart 2020.
  • Stephen Menn, Justin E. H. Smith: Anton Wilhelm Amo's Philosophical Dissertations on Mind and Body, Oxford 2020, ISBN 978-0-19-750162-7

Belletristik

  • Johannes Glötzner: Der Mohr. Leben, Lieben und Lehren des ersten afrikanischen Doctors der Weltweisheit Anton Wilhelm Amo. Stekovics, Dößel 2003, ISBN 3-89923-036-1. (Historischer Roman.)
  • Jojo Cobbinah: Dr. Amo’s Lonely Planet. Novel. Peter Meyer, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-89859-001-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Anton Wilhelm Amo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maximilian König: Vordenker des Antirassismus. In: Geo Epoche. Nr. 105, S. 42–43.
  2. https://taz.de/Kurator-ueber-Kunst-als-Heilung/!5780128&s=bonaventure/
  3. Jacob Wilhelm Heckenhauer (Hrsg.): Adress-Calender, der Hoch-Fürstlichen Braunschweig Lüneburgischen Haupt- und Residentz-Städte Wolffenbüttel und Braunschweig … auf das Jahr Christi 1721. Wolfenbüttel 1721, S. 9; Heckenauer, Jakob Wilhelm (1929): Wolfenbütteler Adressbuch von 1725, hrsg. von Paul Zimmermann. (Sonderveröffentlichungen der Ostfälischen Familienkundlichen Kommission  3). Nachdruck der Ausgabe Wolfenbüttel 1725. Degener, Leipzig 1929, unter dem Buchstaben „M“.
  4. Eine Übersicht zum Inhalt findet sich bei Gottfried Ludwigs Universal-Historie Fünfter Theil. Friedrich Lanckischens Erben, Leipzig 1744, Eintrag zum November 1729, Seite 251 (Digitalisat).
  5. Johann Gottfried Mittag: Leben und Thaten Friedrich Augusti III. August Martini, Leipzig 1737, S. 118 (Google-Books).
  6. Nicolaus Hieronymus Gundling, Christian Friedrich Hempel (Hrsg.): Vollständige Historie der Gelahrtheit, Bd. IV. Wolfgang Ludwig Spring, Frankfurt am Main 1736, S. 5601 (Google-Books).
  7. a b Johann Friedrich Blumenbach: Einige naturhistorische Bemerkungen bey Gelegenheit einer Schweizerreise. Von den Negern. In: Magazin für das Neueste aus der Physik und Naturgeschichte 4,3 (1787), S. 1–12, bes. S. 9–11 (Google-Books) = (englische Übersetzung) Observations on the Conformation and Capacity of the Negroes. In: The Monthly Magazine, and American Review 1,6 (1799), S. 453–456 (Google-Books) = Joseph Jekyll (1754–1837): Letters of the late Ignatius Sancho, an African. 5. Auflage Wills and Taylor, London 1803, S. xv f (Google-Books).
  8. Bittbrief von Anton Wilhelm Amo an einen unbekannten Professor vom 24. März 1736 aus „Wildenhayn bey Torgau“; Universitätsbibliothek Tartu, Autographen-Sammlung Friedrich Ludwig Schardius, Nr. 3115 (Digitalisat der Universität Tartu); Monika Firla: Drei Texte aus A. W. Amos Feder in deutscher Sprache 1729–37. (AfriTüDeGelb 4). AfriTüDe-Geschichtswerkstatt, Stuttgart 2020, S. 30–37.
  9. Hamburgische Berichte von neuen Gelehrten Sachen 5 (1736), No. LXVI vom 17. August 1736, S. 600 (Digitalisat der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen).
  10. Aus Nürnberg, Sohn des Rektors Sebastian Jakob Jungendres (1684–1765), Kandidat des Predigtamts zu Nürnberg.
  11. Aus Ulm, Theologiestudent in Jena, vermutlich ein Sohn des Juristen Johann Daniel Halder.
  12. Monika Firla: Ein Jenaer Stammbucheintrag des schwarzen Philosophen Anton Wilhelm Amo aus dem Jahr 1746. AfriTüDe Geschichtswerkstatt, Stuttgart 2012.
  13. a b Joachim Ott, Objekt des Monats März 2021: Ein Jenaer Stammbucheintrag nebst einer Zeichnung des Anton Wilhelm Amo (online).
  14. Ottmar Ette: Mobile Preußen. Ansichten jenseits des Nationalen. Metzler, Stuttgart 2019, S. 28 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau).
  15. Johann Ernst Philippi: III. Herrn M. Amo, Eines gelehrten Mohrens, galanter Liebes-Antrag An die Mademoiselle Astrine, eine schöne Brünette / IV. Der Mademoiselle Astrine Parodische Antwort auf vorstehendes Gedichte eines verliebten Mohrens. In: ders.: Belustigende Poetische Schaubühne. Frankfurt am Main und Leipzig 1749, Anderer (= Zweiter) Auftritt (als Teillieferung erschienen: Cörner, Köthen 1747), S. 10–20 (Digitalisat der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen; Digitalisat in der Deutschen Digitalen Bibliothek);
    Liebes-Antrag und Parodische Antwort (Auszug) bei theamoproject.org (Memento vom 14. Januar 2016 im Internet Archive)
  16. So Burchhard Brentjes: Anton Wilhelm Amo in Halle, Wittenberg, und Jena. In: Mitteilungen des Instituts für Orientforschung 15 (1969), S. 56–76, bes. S. 75, u. a.
  17. Briefwechsel von Samuel Gotthold Lange, Johann Heinrich Waser und Anna Dorothea („Doris“) Gnüge mit einem Gedicht, 1746, mit Erwähnung u. a. von Johann Jakob Bodmer, Johann Georg Sulzer, Johann Wilhelm Ludwig Gleim. In: Samuel Gotthold Lange (Hrsg.): Sammlung gelehrter und freundschaftlicher Briefe, Bd. I. Carl Herrmann Hemmerde, Halle 1769, Nr. 44 und 45, S. 212–249, bes. S. 226–234 (Google-Books). Waser konfrontierte den ungenannten Verehrer in einem Gespräch – offenbar in der Schweiz – mit dem Spottgedicht.
  18. Mitbegründer und Präsident der Zeeländischen Gesellschaft der Wissenschaften, Rat und Alt-Bürgermeister von Vlissingen.
  19. Aus Yverdon in der Schweiz, Studium in Vlissingen, Schiffsarzt, 1760 Dr. med. in Paris, Stadt-Chirurg in Vlissingen, Mitbegründer der Zeeländischen Gesellschaft der Wissenschaften.
  20. Verfasser u. a. von David Henri Gallandat: Noodige onderrichtingen voor de slaafhandelaaren. (Verhandelingen uitgegeven door het Zeeuwsch Genootschap der Wetenschappen te Vlissingen 1). Pieter Gillissen, Middelburg 1769 (Google-Books) (Nachdruck Peeters, Tilburg 2018); (deutsche Übersetzung) Nöthiger Unterricht für Sklavenhändler. In: Andreas Böhm (Übers.): Abhandlungen der Seeländischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Vlißingen, Bd. 1. Krieger, Gießen 1775, S. 148–183 (Digitalisat der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen), eines aus heutiger Sicht abstoßenden Ratgebers für hygienischen und „humanen“ Transport von Sklaven nach Amerika, und vieler medizinischer Abhandlungen.
  21. Jona Willem te Water: Historie van het Zeeuwsch Genootschap der Wetenschappen te Vlissingen. In: Verhandelingen uitgegeven door het Zeeuwsch Genootschap der Wetenschappen te Vlissingen 9 (1782), S. iii–lx, bes. S. xix f (Digitalisat der Biodiversity Heritage Library).
  22. Henri Grégoire: De la littérature des Nègres. Maradan, Paris 1808, S. 198–202 (Google-Books) = (deutsche Übersetzung von Paul Usteri) Ueber die Literatur der Neger. Cotta, Tübingen 1809, S. 153–155 (Google-Books) = (übersetzt vermutlich von Saul Ascher) Die Neger. Ein Beitrag zur Staats- und Menschenkunde. Friedrich Braunes, Berlin 1809, S. 222–226 (Google-Books).
  23. Edeh, Yawovi Emmanuel, 1950-: Die Grundlagen der philosophischen Schriften von Amo: in welchem Verhältnis steht Amo zu Christian Wolff, dass man ihn als „einen führnehmlichen Wolffianer“ bezeichnen kann? Die Blaue Eule, Essen 2003, ISBN 3-89924-051-0.
  24. Ette, Ottmar.: Anton Wilhelm Amo - Philosophieren ohne festen Wohnsitz Eine Philosophie der Aufklärung. Kulturverlag Kadmos Berlin, Berlin 2014, ISBN 978-3-86599-263-5.
  25. Neue Schrifften, Bücher und Collegia. In: Wöchentliche Hallische Frage- und Anzeigungs-Nachrichten Nr. XVIII vom 28. November 1729, Sp. 271–274, bes. Sp. 271–273 (Google-Books).
  26. Martin Schmeizel: Vom ‚Assiento‘ und was dadurch zu verstehen? In: Wöchentliche Hallische Anzeigen (1735), Sp. 328–331 (Google-Books).
  27. Wolfram Kaiser, Arina Völker: Buch und Zeitungsaufsatz im Lehr- und Bildungsprogramm des Historikers Martin Schmeizel (1679–1747). In: Wolfram Kaiser (Hrsg.): Buch und Wissenschaft. (Gesellschaftswissenschaftliche Beiträge 57). Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle 1982, S. 101–114, bes. S. 108f.
  28. Der afrikanische Philosoph der Aufklärung. In: Philosophie Magazin. 24. April 2017, abgerufen am 30. Juli 2019.
  29. Brentjes, Burchard: Anton Wilhelm Amo. Der schwarze Philosoph in Halle. Koehler + Amelang, Leipzig 1976.
  30. Horst Jörg Ludwig: Gerhard Geyer. Plastik - Zeichnungen - Graphik, Berlin/Dessau 1982, S. 13 (Ghana) bzw. S. 24, Nr. 108-110.
  31. Manuela Bank-Zillmann: Neue Tafel: Uni erklärt Arbeit an Amo-Gedenken. In: campus-halensis.de. 14. Dezember 2021, abgerufen am 14. Dezember 2021.
  32. Amo Lecture. Abgerufen am 30. Juli 2019.
  33. Jonas Wahmkow: Protest gegen Straßennamen in Berlin: Warum nicht Anton-W.-Amo-Straße? In: Die Tageszeitung: taz. 17. August 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 30. Juli 2019]).
  34. Umbenennung von öffentlichem Straßenland. (PDF) In: Amtsblatt für Berlin. 14. Mai 2021, S. 1773, abgerufen am 23. Juni 2021.
  35. 1134 Widersprüche gegen die Umbenennung der Mohrenstraße | Namen & Neues | Tagesspiegel LEUTE Mitte. Abgerufen am 29. Dezember 2021.
  36. Benjamin Freund: Begegnung mit einem Unbekannten. Philosoph Anton Wilhelm Amo. monopol: Magazin für Kunst und Leben, 4. Mai 2020;.
  37. Ausführliche Darstellung in Dschungel, Beilage zu jungle world, 32, 6. August 2020, S. 12f., von Peter Nowak
  38. The Faculty of Sensing – Thinking With, Through, and by Anton Wilhelm Amo. (PDF; 691 kB) Kunstverein Braunschweig;
  39. Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (Handschriften, Sondersammlungen, G3:G121); Monika Firla: Drei Texte aus A. W. Amos Feder in deutscher Sprache 1729–37. (AfriTüDeGelb 4). AfriTüDe-Geschichtswerkstatt, Stuttgart 2020, S. 8–30.