Hotan (Stadt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
和田市
خوتەن شەھىرى
Hotan
Hotan (China)
Hotan (37° 6′ 0″ N, 80° 1′ 0″O)
Hotan
Koordinaten 37° 6′ N, 80° 1′ OKoordinaten: 37° 6′ N, 80° 1′ O
Basisdaten
Staat Volksrepublik China
Höhe 1382 m
Fläche 465,8 km²
Einwohner 322.330 (2010[1])
Dichte 691,9 Ew./km²
Postleitzahl 839000
Tuanjie-Platz im Zentrum

Die Stadt Hotan (chinesisch 和田市, Pinyin Hétián Shì; uigurisch خوتەن شەھىرى, Hotǝn Xəⱨiri; früher Chotan) ist eine kreisfreie Stadt des Regierungsbezirks Hotan im Süden des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang im Nordwesten der Volksrepublik China. Sie liegt im Süden des Tarimbeckens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Jahr 1006 war Hotan das Zentrum des buddhistischen Königreich von Hotan. Alles Material über die Zeit vor 1006 kommt heutzutage aus Orten jenseits von Hotan.[2]

Im 13. Jahrhundert besuchte Marco Polo die Stadt und beschrieb ihre islamische Kultur.[3]

Das Dsungarische Khanat erobert Hotan im 17. Jahrhundert. Nach der Zerschlagung dieses Mongolenreiches fiel Hotan zum wiederholten Male an China.

Im Jahr 1900 besuchte Aurel Stein die Stadt im Rahmen einer Forschungsexpedition.[4]

Der deutsche Pilot Carl August von Gablenz musste bei Hotan notlanden, als er im August 1937 mit der Lufthansa Junkers Ju-52 D-ANOY den Luftweg in den Fernen Osten erkundete.[5] Die Soldaten der 36. Division der Nationalen Revolutionären Armee, die unter Ma Zhongying 1933 in Xinjiang einmarschiert waren, kontrollierten damals das Gebiet des so genannten Dunganistans.[6] Die Truppen hielten von Gablenz und seine Mannschaft vier Wochen lang in Hotan fest. Über diesen Flug, den er zusammen mit Flugkapitän Robert Untucht und Oberfunkermaschinist Karl Kirchhoff durchführte, berichtete er ausführlich in seinem 1937 erschienenen Buch „D-ANOY bezwingt den Pamir“. Der spektakuläre Flug über 2650 km, bei dem die Passhöhen des Wakhan von mehr als 5.300 Höhenmetern bezwungen werden mussten, war eine weltweit beachtete Pionierleistung. Als die schon verschollen geglaubten Flieger am 3. Oktober 1937 in Berlin-Tempelhof landeten, wurden sie wie Helden gefeiert.

Heutige Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hotan ist heutzutage für seine Sonntagsmärkte bekannt.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Aurel Stein: Sand-Buried Ruins of Khotan: Personal Narrative of a Journey of Archaeological & Geographical Exploration in Chinese Turkestan, London: Hurst and Blackett 1904.
  • Karl August von Gablenz: D-ANOY bezwingt den Pamir: Ein abenteuerlicher deutscher Forschungsflug, Oldenburg 1937.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hotan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 和田市历史沿革_行政区划网(区划地名网) www.xzqh.org. Abgerufen am 2. Juli 2020.
  2. Valerie Hansen: The Silk Road: A New History, Oxford/New York/Auckland: Oxford University Press 2015, S. 199.
  3. Frances Wood: The Silk Road: Two Thousand Years in the Heart of Asia, London: Folio Society 2002, S. 18.
  4. Peter Hopkirk: Foreign Devils on the Silk Road: The Search for the Lost Cities and Treasures of Chinese Central Asia, New York: Hachette 2011 (Seite unbekannt).
  5. Karl August Freiherr von Gablenz: D-ANOY bezwingt den Pamir: Ein abenteuerlicher deutscher Forschungsflug, 5. Auflage, Oldenburg: Stalling-Verlag 1943, S. 102.
  6. Karl August Freiherr von Gablenz: D-ANOY bezwingt den Pamir: Ein abenteuerlicher deutscher Forschungsflug, 5. Auflage, Oldenburg: Stalling-Verlag 1943, S. 162.
  7. Valerie Hansen: The Silk Road: A New History, Oxford/New York/Auckland: Oxford University Press 2015, S. 199.