Hotelfachschule

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Typische Szene aus den 1950er Jahren: Üben des Servieren in der Hotelfachschule in Weinheim (kriegsbedingte Auslagerung der Hotelfachschule Heidelberg), Schloss Johannisburg
Üben des Eindeckens

Hotelfachschulen sind staatliche oder private Bildungseinrichtungen mit Spezialisierung auf das Hotelfach. Nicht zu verwechseln sind Hotelfachschulen mit Hotelschulen. Alle bekannten Hotelfachschulen gehen heute davon aus, dass ihre Teilnehmer bereits die operativen Tätigkeiten beherrschen, und konzentrieren sich auf administrative Tätigkeiten im Management wie Finanzierung, Existenzgründung und Personalführung.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatliche Hotelfachschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatliche Hotelfachschulen sind staatlich zugelassen wie auch durch öffentliche Gelder finanziert und bieten einen staatlichen Abschluss nach Landesrecht (mit ähnlichem Titel wie „Staatlich geprüfte .../Staatlich geprüfter ...“) an.

Fachschulen [in Nordrhein-Westfalen] sind Einrichtungen der beruflichen Weiterbildung. Fachschulen bauen auf der beruflichen Erstausbildung und Berufserfahrungen (postsekundare Ausbildung) auf: Sie bieten in Vollzeit- oder Teilzeitform (berufsbegleitend) eine berufliche Weiterbildung mit einem staatlich zertifizierten Berufsabschluss. Fachschulen entwickeln sich entsprechend den wachsenden Qualifikationsanforderungen weiter. Sie vertiefen und erweitern die Fach- und Allgemeinbildung auf wissenschaftspropädeutischer Grundlage und ermöglichen damit den Erwerb allgemein bildender Abschlüsse.“[1]

Zugangsvoraussetzung für Hotelfachschulen sind in der Regel ein mittlerer Schulabschluss (Sekundarstufe I Abschluss), eine abgeschlossene Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe und eine daran anschließende mindestens einjährige Praxiszeit. Von Bundesland zu Bundesland sind Abweichungen möglich. So verlangt Heidelberg eine mindestens zweijährige Praxiszeit, Bayern begnügt sich mit einem Hauptschulabschluss.

Der Absolvent einer staatlichen Hotelfachschule zahlt keine Kurs- oder Lehrgangsgebühren, sondern erhält seine Weiterbildung aus öffentlichen Geldern. Zwar sind staatliche Schulen in der Regel schulgeldfrei (Ausnahmen: Heidelberg), aber es können sogenannte Materialkostenpauschalen anfallen u. a. für den „Eigenanteil“ für Lehrbücher, fachpraktischen Unterricht, etc. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er aus (Meister-)Bafög oder aus Einkommen einer Erwerbstätigkeit. An fast allen Schulstandorten gibt es organisierte Jobvermittlungen für Schüler. Weitere Förderungen sind möglich durch die Agentur für Arbeit, die Berufsgenossenschaft, die Rentenversicherung, die Begabtenförderung oder die Bundeswehr. Zu den größten Hotelfachschulen in Deutschland zählen Heidelberg (ca. 500 Schüler) und Dortmund, zu den kleineren Pegnitz und Südliche Weinstraße in Edenkoben (ca. 80 Schüler).

Private Hotelfachschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lehrgangsteilnehmer bezahlen hier ihre Ausbildung zu großen Teilen selber, auch wenn ihnen das Meisterbafög als Finanzierung für die Ausbildung angeboten wird. Die Kosten hierfür belaufen sich auf bis zu 500 Euro pro Monat. Die Schulen unterliegen dem Wettbewerb und bieten den Teilnehmern ihrer Lehrgänge auch eine Finanzierung an.

Qualifizierung in der Hotelfachschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • staatlich geprüfter Betriebswirt für Hotel- und Gaststättengewerbe
  • staatlich geprüfter Betriebsleiter, Fachrichtung Hotel- und Gaststätten[1]
  • Fachhochschulreife

Der Abschluss an einer deutschen Hotelfachschule gilt nach dem deutschen oder europäischen Qualifikationsrahmen als dem Bachelor (Niveaustufe 6) gleichgestellt.

Die Ausbildungsdauer beträgt für alle Fachschulen in Deutschland regelmäßig zwei Jahre, kann aber unter Anrechnung bereits erbrachter Leistungen verkürzt werden. Der Pflichtunterricht für die Studierenden beträgt in allen Bundesländern in der Regel 2400 Unterrichtsstunden. Der Unterricht ist in fast allen Bundesländern modularisiert.[2] In Nordrhein-Westfalen ist die Stundentafel noch nach Lernbereichen und Fächern gegliedert. Sie umfasst den fachrichtungsübergreifenden und fachrichtungsbezogenen Lernbereich mit der Projektarbeit und den Differenzierungsbereich.

Eine Ausnahme stellt die einjährige Form der Fachschule dar, die teils als Schulversuch (Baden-Württemberg), teils auch als einjährige reguläre Fachschule läuft. Sie bereitet in der Regel auf die Meisterprüfung im Gastgewerbe und u. a. auf die Ausbildereignungsprüfung vor (z. B. Heidelberg).

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweizer Hotelfachschulen sind teilweise völlig anders aufgestellt und bauen zumindest im französischsprachigen Teil nicht auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung auf. Sie dienen damit der beruflichen Erstausbildung nach Art französischer Hotelfachschulen.

Schweizer Hotelfachschulen sind höhere Fachschulen[3][4][5][6][7] und sind dementsprechend der höheren Berufsbildung zugeordnet.

Die Hotelfachschule Lausanne[8] ist eine eidgenössisch anerkannte Fachhochschule. Weitere Bildungsanbieter sind als Privatuniversität einzustufen.

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung für die Hotellerie findet in Frankreich nur in einem geringen Maße im Dualen System statt. Überwiegend findet sie in Schulen im Vollzeitunterricht statt, begleitet von Praktika in Betrieben. Der deutschen Hotelfachschule entspricht am ehesten die BTS Hotellerie. Die Höhere Berufsfachschule für Hotelmanagement (z. B. Südliche Weinstraße) könnte man als deutsche Variante dieser BTS bezeichnen. Bekannte staatliche Schulen finden sich in Illkirch (Strasbourg), Toulouse oder Chateau-Chinon. Private Institute sind z. B. das Institut Vatel mit mehreren Standorten in Frankreich.

Verwandte Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Hotelfachschulen gewinnen in den letzten Jahren zunehmend auch Hochschulen in der Hotellerie an Bedeutung. Zu unterscheiden sind die Dualen Hochschulen (z.B. DHBW in Baden-Württemberg),bei denen der Student stets einen Ausbildungsvertrag mit einem Hotel hat, und die ehemaligen Fachhochschulen (z.B. München, Wilhelmshaven). Sie schließen regelmäßig mit einem Bachelor ab. Neben diesen staatlichen Einrichtungen gibt es eine Vielzahl privater Hochschulen, die sich auf die Hotellerie konzentrieren. Hier liegen die Semestergebühren bei ca. 3000 €. Einige Hotelfachschulen kooperieren auch mit diesen Hochschulen, um ihren Absolventen einen Abschluss als Bachelor zu ermöglichen.

Einen anderen Weg gehen 2-3-jährige Bildungseinrichtungen wie die Höhere Berufsfachschule für Hotelmanagement (Edenkoben, Leipzig und vergleichbar Saarbrücken), die die gleichen Voraussetzungen aufweisen wie die Hochschulen.

Alternativ bieten sich Meisterlehrgänge an (Küchen-, Restaurant- und Hotelmeister), wie sie z.B. in Heidelberg angeboten werden.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lehrplan NRW, Fachschule für Ernährung und Hauswirtschaft, Fachrichtung Hotel und Gaststätten, vom 23. Juni 2006
  2. Hotelfachschule SÜW
  3. http://www.shl.ch/ausbildung.cfm?u=bildungsgang
  4. http://www.belvoirpark.ch/?Page=H50
  5. http://www.ehg.ch/documentation/ehg-brochure.pdf
  6. http://www.hfthun.ch/web/
  7. http://www.ssat.ch/
  8. http://www.hes-so.ch/modules/formation/detail.asp?ID=174

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland:

Schweiz: