Hughes XF-11

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Hughes XF-11
Xf11 usaf.jpg
Zweiter Prototyp der XF-11
Typ: Fotoaufklärer
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller:

Hughes Aircraft

Erstflug: 15. April 1946
Indienststellung: Wurde nie in Dienst gestellt
Produktionszeit: Wurde nie in Serie produziert
Stückzahl: 2

Die Hughes XF-11 war ein zweimotoriges Langstrecken-Aufklärungsflugzeug. Der Buchstabe „F“ in der Bezeichnung steht für die von 1930 bis 1947 gebräuchliche Auftragsbezeichnung „Fotografische Aufklärung“ und darf nicht mit der heute bei der USAF gebräuchlichen Typenbezeichnung für Fighter verwechselt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konstruiert wurde die XF-11 von dem US-amerikanischen Milliardär Howard Hughes. Die Werksinterne Bezeichnung lautete Hughes D-5, denn sie stellt eine direkte Weiterentwicklung auf Basis der Hughes D-2 dar, von der auch die Auslegung mit doppeltem Leitwerksausleger übernommen wurde. Die US-Air-Force orderte zunächst 98 Maschinen dieses Typs zur Verwendung als Fotoaufklärer. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde dieser Auftrag aber zurückgezogen, so dass lediglich zwei Prototypen gebaut wurden, wovon der erste am 15. April 1946 zu seinem Jungfernflug startete, aber bereits am 7. Juli desselben Jahres abstürzte und ausbrannte. Hughes, der dabei die Maschine persönlich steuerte, zog sich durch diesen Unfall erhebliche Verletzungen zu.

Am 5. April 1947, nach Hughes Genesung, startete der zweite Prototyp, diesmal mit konventionellen Vierblatt-Propellern, während die erste Ausführung mit zwei gegenläufigen Propellern pro Triebwerk versehen war. Da jedoch die Stabilität bei niedriger Geschwindigkeit zu wünschen übrig ließ und mit der Boeing RB-50 ein vergleichbares und günstigeres Flugzeug existierte, verzichtete die US-Luftwaffe aus Kostengründen auf die Weiterentwicklung der XF-11.

Aufbau[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die XF-11 war ein zweisitziger freitragender Schulterdecker mit doppelten Leitwerksauslegern. Im Gegensatz zur Hughes D-2 wurde die XF-11(D-5) in herkömmlicher Halbschalenbauweise aus Duraluminium gefertigt. Gemäß ihrer zugedachten Rolle als hoch fliegender Aufklärer erhielt sie Tragflächen mit einem hohen Streckungsverhältnis und relativ kleiner Profildicke. Diese beherbergten auch die 4 Kraftstofftanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 7968 Litern. Zusätzlich konnten an den externen Außenlastträgern unter den äußeren Tragflächen noch zwei abwerfbare 1136-Liter-Zusatztanks angebracht werden. Die hydraulisch betätigten Landeklappen konnten auf bis zu 40° (Landekonfiguration) ausgefahren werden und reichten fast über die gesamte Spannweite. Neben den Landeklappen wurde auch das Fahrwerk samt Bremsen hydraulisch betätigt. Dafür stand ein Hydrauliksystem mit 1250–1500 psi (86–103 bar) Betriebsdruck sowie ein elektrisch (Pumpenantrieb) betriebenes Notsystem zur Verfügung. Für die Steuerung um die Längsachse wurden Rollspoiler genutzt, während die sehr kleinen Querruder nur zur Unterstützung und zur Simulation des Steuerdruckes(Steuergefühl) dienten. Der zentral angeordnete Rumpf war als Druckkabine ausgelegt. Mittels Zapfluft von den Turboladern der Treibwerke konnte so eine Kabinenhöhe (Druck äquivalent) von 3200 m bis zu einer Flughöhe von 10.200 m gehalten werden. Im Rumpfbug befanden sich insgesamt 4 Kameras, davon 3 in trimetrogoner Anordnung. Im linken Leitwerksausleger, direkt hinter dem Fahrwerksschacht waren weitere 4 Kameras untergebracht. Die zwei Treibwerke in den vorderen Enden der Leitwerksausleger bestanden aus je einem Pratt&Whitney R-4360-31 sowie zwei parallel geschalteten G.E.-BH-1-Turboladern samt Ladeluftkühler. Diese Auslegung ermöglichte eine Antriebsleistung von 2237 kW (3000 bhp) in einer Flughöhe von bis zu 12.000 m. Ein Öltank in jedem Leitwerksausleger mit je 265 Litern sorgte für eine ausreichende Schmierölversorgung, auch auf langen Flügen. Als Propeller diente beim ersten Prototyp eine hydraulisch verstellbare gegenläufige Achtblatt-Luftschraube von Hamilton-Standard. Leider war dieser Propeller noch unerprobt und eine Undichtigkeit am hinteren Propeller des rechten Triebwerks führte zum Absturz des ersten Prototyps am 7. Juli 1946. Deshalb wurde der zweite Prototyp(Serialnummer: 44-70156) mit R-4360-37-Triebwerken und einer elektrisch verstellbaren Vierblatt-Luftschraube von Curtiss-Electric(C644S-B) ausgerüstet.

Hughes XF-11 (2. Prototyp)
Hughes XF-11 (1. Prototyp)

Technische Daten[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten
Typ: Fotoaufklärer
Crew: 2 (Pilot, Navigator/Photograph)
Länge: 19,94 m
Spannweite: 30,91 m
Höhe: 7,09 m
Flügelfläche: 91,32 m²
Leergewicht: 17.820 kg
Maximales Startgewicht: 27.216 kg
Treibstoffkapazität: 7.968 l (intern) + 2.272 l (extern) (Avgas 100/130 Oktan)
Treibstoffverbrauch: 757-2.771 l/h
Antrieb: 2x Pratt&Whitney R-4360-31(-37) 28 Zylinder Sternmotoren

je 3.000 bhp (2.237 kW) Startleistung bei 2.700/min und 1,8 bar Ladedruck.

Startstrecke: 287-770 m (Betonbahn kein Wind)
Landestrecke: 527-799 m (Betonbahn kein Wind)
Max. Steigleistung: 16,8 m/s in Bodennähe, 11 m/s in 10.058 m bei 17.962 kg Fluggewicht
Reisefluggeschwindigleit: 439-491 km/h in 10.058 m
Maximale Dauergeschwindigkeit: 674 km/h in 10.058 m
Höchstgeschwindigkeit: 725 km/h in 10.058 m (475 km/h in Bodennähe)
Maximale Flughöhe: 13.415 m
Reichweite: 5.584 km (bei 491 km/h in 9.144 m)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles Barton: Howard Hughes and the 10,000 ft. Split-S. Air Classics Vol. 18 Nr. 8, 1982.
  • Jim Winchester: Concept Aircraft: Prototypes, X-Planes and Experimental Aircraft. Thunder Bay Press, Kent 2005, ISBN 978-1-59223-480-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Graham White: R-4360 Pratt & Whitney's Major Miracle. ISBN 978-1-58007-173-4, S. 337–344.
  2. U.S. Army Air Force / Periscope Film LLC (Hrsg.): Hughes XF-11 Pilots Flight Operating Instructions. Periscope Film LLC, ISBN 978-1-935327-79-0.