Hydroxycobalamin

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Strukturformel
Hydroxycobalamin
Allgemeines
Name Hydroxycobalamin
Andere Namen
  • Hydroxocobalamin
  • Vitamin B12b
Summenformel C62H89CoN13O15P
Kurzbeschreibung

dunkelrote, orthorhombische Nadeln oder Plättchen[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 236-533-2
ECHA-InfoCard 100.033.198
PubChem 44475014
DrugBank DB00200
Wikidata Q73972
Arzneistoffangaben
ATC-Code
Eigenschaften
Molare Masse 1346,37 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

>300 °C (ab 200 °C Verfärbung)[1]

Löslichkeit

wenig löslich in Wasser: 20 g·l−1[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]

Acetat

08 – Gesundheitsgefährdend

Achtung

H- und P-Sätze H: 351
P: 281 [2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Hydroxycobalamin (auch Hydroxocobalamin, Vitamin B12b) gehört zur Gruppe der Cobalamine und ist eine von mehreren Speicherformen des Cobalamin. Das von vielen Bakterienarten synthetisierte Hydroxycobalamin wird genutzt, um daraus Vitamin B12 kommerziell zu produzieren. Wie auch die anderen Cobalamine besitzt Hydroxycobalamin eine intensive rote Farbe und wird medizinisch bei Vitamin-B12-Mangel und als Antidot zur Therapie der Blausäure-Vergiftung[3] genutzt.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vitamin B12b bildet als Acetat geruchlose, dunkelrote, orthorhombische Nadeln oder Plättchen. Es löst sich im Verhältnis 1:50 in Wasser (20 g/l). Der Schmelzpunkt liegt über 300 °C, wobei schon bei 200 °C eine Verfärbung auftritt.[1]

Indikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland wird Hydroxycobalamin zur Therapie der Blausäure-Vergiftung verwendet. Diverse Injektionspräparate stehen in Deutschland als apothekenpflichtige Arzneimittel zur Verfügung. In anderer Form sind die Präparate auch frei verkäuflich verfügbar (Tabletten, Lutschpastillen, Tropfen).

Dosierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während bei dem Vitamin-Mangel nur geringe Mengen verabreicht werden, erfordert die Blausäurevergiftung die Gabe wesentlich größerer Mengen. Hierbei werden initial 5 g Hydroxycobalamin in 200 ml Infusionslösung verdünnt über 30 min langsam intravenös verabreicht.[4] Die Anwendung von Hydroxycobalamin hat ein gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis und sollte daher bereits im Verdachtsfall verabreicht werden.

Nebenwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als unerwünschte Wirkung verfärbt sich die Haut reversibel rötlich und der Urin rot.

Laut Studien besteht bei einer dauerhaften Einnahme von Vitamin B12 Präparaten wie Hydroxycobalamin im Vergleich mit Nicht-Anwendern ein verdoppeltes Lungenkrebsrisiko, wenn die Tagesdosis über 55 µg lag.[5][6]

Handelsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monopräparate

  • B 12 Depot, Cefavit B12 Depot, Cyanokit, Depogamma, Lophakomp-B12 Depot, Vitamin B12 Depot

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Eintrag zu Hydroxocobalamin. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 4. November 2013.
  2. a b Datenblatt Hydroxocobalamin acetate, vitamin B12 analog bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 26. September 2013 (PDF).
  3. Hydroxocobalamin for Acute Cyanide Poisoning: New Data from Preclinical and Clinical Studies; New Results from the Prehospital Emergency Setting; Richard C. Dart; 2006, Vol. 44, No. s1.
  4. Dosierung von Hydroxycobalamin bei der Cyanidvergiftung aus Klinik und Forschung 2013.
  5. Martin Smollich: Vitamin B12: Erhöhtes Krebsrisiko durch Supplemente? In: ernaehrungsmedizin.blog. 2019, abgerufen am 19. August 2021 (deutsch).
  6. Theodore M. Brasky, Emily White, Chi-Ling Chen: Long-Term, Supplemental, One-Carbon Metabolism-Related Vitamin B Use in Relation to Lung Cancer Risk in the Vitamins and Lifestyle (VITAL) Cohort. In: Journal of Clinical Oncology: Official Journal of the American Society of Clinical Oncology. Band 35, Nr. 30, 2017, ISSN 1527-7755, S. 3440–3448, doi:10.1200/JCO.2017.72.7735, PMID 28829668 (nih.gov).