iBeacon

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iBeacon-Sendemodul

Der Markenname iBeacon [1] ist ein 2013 von Apple Inc. eingeführter, proprietärer Standard für Navigation in geschlossenen Räumen, basierend auf Bluetooth Low Energy (BLE).[2] Das Verfahren wird ab iOS 7 bzw. Android Version 4.3 unterstützt und kann somit ab dem iPhone 4S, iPad (dritte Generation) und iPod Touch (fünfte Generation) sowie aktuellen Android-Geräten genutzt werden.

Einzelheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Beacon leitet sich von dem englischen Begriff für ‚Leuchtfeuer‘ ab und beschreibt recht genau das Funktionsprinzip. iBeacon basiert auf einem Sender-Empfänger-Prinzip. Dazu werden im Raum kleine Sender (Beacons) als Signalgeber platziert, die in festen Zeitintervallen Signale senden. Kommt ein Empfänger – z. B. ein Smartphone mit einer installierten Mobile App die für den Empfang von iBeacon Signalen konfiguriert ist – in die Reichweite eines Senders, kann die UUID des Senders identifiziert und seine Signalstärke gemessen werden. Sind mindestens drei Beacons in Reichweite des Endgeräts, lässt sich z. B. durch Trilateration oder das Fingerprinting-Verfahren die Position des Empfängers im zweidimensionalen Raum errechnen. Zur Ermittlung eines Standortes in einem dreidimensionalen Raum sind vier Beacons in Reichweite erforderlich.

iBeacons können selber keine Push-Benachrichtigungen auf Empfangsgeräte senden, Nutzerdaten sammeln oder speichern. Sie senden lediglich Informationen zur eigenen Identität (die Werte UUID, Major und Minor).[1]

Die Datenübertragung geschieht hierbei über die von Nokia bereits im Jahre 2006 vorgestellte Bluetooth Low Energy (BLE) Technologie, welche extrem stromsparend arbeitet. Da die Batterien in den Modulen nur sehr selten ausgewechselt werden müssen, kommt die Technologie häufig in Geräten wie Smartwatches und Gamepads zum Einsatz.[3] Zudem können abhängig vom Standort gezielt Informationen auf dem Smartphone angezeigt werden. iBeacon-Module erreichen eine Reichweite von bis zu 30 Metern und zeichnen sich durch einen geringen Stromverbrauch aus. Je nach Signalstärke wird der gemessene Abstand zum iBeacon dabei in vier Kategorien Unknown (unbekannt), Immediate (bis 50 cm), Near (bis 2 m) oder Far (bis 30 m) eingeteilt.

Inzwischen gibt es auch alternative Standards mit demselben Zweck, wie zum Beispiel Eddystone, ein von Google im Jahr 2015 veröffentlichter Standard oder die Alt Beacons des Herstellers Radius Networks.

Anwendungsbeispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shopping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basierend auf iBeacon sind eine Reihe von Diensten möglich: Diese reichen von der gezielten Einblendung von Produktinformationen am Point of Sale (POS) über Sonderangebote, Lenkung der Besucherwege beim Betreten eines Geschäftes bis zum mobilen Einkauf im Einzelhandel.[4] Zudem erlauben die erfassten Daten eine detaillierte Analyse des Kaufverhaltens im Einzelhandel.[5] In den Vereinigten Staaten hatte Apple Inc. 2013 begonnen, die eigenen Verkaufsstellen mit iBeacon auszustatten.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bildungseinrichtungen kann iBeacon genutzt werden, um beispielsweise Vorlesungsmaterialien in einem spezifischen Vorlesungssaal der Uni bereitzustellen, Tests zu schreiben oder die Anwesenheit im Klassenraum zu kontrollieren. Auch die Aufteilung eines Klassenraums in thematisch unterschiedliche Lernbereiche soll möglich sein.[7] Ebenfalls das Deaktivieren von nicht unterrichtsbezogenen Mobile Apps während des Unterrichts kann bei der Anwesenheit eines iBeacon im Klassenzimmer/Hörsaal durchgesetzt werden.[8]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA haben über 20 Baseballstadien mittlerweile iBeacons installiert, um den Besuchern die Navigation im Stadion zu vereinfachen oder spontan Sitzplatzupgrades zu pushen.[9] Auch Besucherströme können effizienter gestaltet werden: Bei der Ankunft am Stadion werden die Besucher zum Eingang mit der kürzesten Schlange geleitet.[7]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Museum können Besucher anhand von Beacons, die an einzelnen Ausstellungsstücken angebracht sind, durch das Museum geleitet werden. An einem Ausstellungsstück angekommen werden weitere Informationen, ein Interview mit dem Künstler und Videos der Herstellung bereitgestellt. Das Smartphone ersetzt zukünftig also klobige Audio-Guides.[3]

Stadtführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beacon Technologie eignet sich auch für Stadtführungen. Die Sender werden dabei an wichtigen Gebäuden, historischen Orten oder auch als Hinweis auf lokale Gastronomie angebracht. Touristen haben dadurch die Möglichkeit, ohne Stadtführer einen Ortsrundgang zu unternehmen. In der Regel kann der Nutzer dabei auf mobile Datenverbindung und GPS-Ortung verzichten. Gegenüber einer Off-Board Navigation (z.B. google Maps) spart der Nutzer durch die Beacons Akku und Datenkosten. In Deutschland ist seit April 2016 in der Stadt Bielefeld, Stadtteil Gadderbaum, ein Beacon Netzwerk in Betrieb, das von den dort ansässigen Stiftungen Bethel betrieben wird. Mit einer App können Besucher, sowie die mehrheitlich behinderten Bewohner, Informationen zu den historischen Gebäuden und sozialen und medizinischen Einrichtungen erhalten.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b iBeacon for Developers. Apple Inc.. Abgerufen am 13. Juni 2014.
  2. Apple iBeacon: Der Undercover-Angriff auf NFC. T3N. Abgerufen am 25. Dezember 2013.
  3. a b Christian Eggert: Nicht nur im Museum: iBeacon wird unser Leben verändern. In: huffingtonpost.de. 5. Juni 2014, abgerufen am 24. Juni 2014.
  4. iBeacon Testlab. echolot digital worx. Abgerufen am 15. Dezember 2013.
  5. Johannes Kuhn: Beacon-Technologie in Kaufhäusern: Gigantisches Experiment, vielleicht schon bald Normalität. In: sueddeutsche.de. 16. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014.
  6. iBeacon In Apple's Retail Stores Has Limited Appeal. forbes. Abgerufen am 7. Dezember 2013.
  7. a b Christian Eggert: Wenn das Smartphone das perfekte Date organisiert. In: huffingtonpost.de. 21. Juni 2014, abgerufen am 24. Juni 2014.
  8. Johannes Kuhn: Beacon-Technologie in Kaufhäusern: Rabatt-Schlacht auf dem Smartphone. In: sueddeutsche.de. 16. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014.
  9. Einführung von iBeacon in Baseballstadien. In: Appleinsider.com. Abgerufen am 24. Juni 2014 (englisch).
  10. „Leuchtfeuer“ leiten durch die Ortschaft Bethel | Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel. In: www.bethel.de. Abgerufen am 29. April 2016.