Ichstedt

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Ichstedt
Koordinaten: 51° 23′ 5″ N, 11° 12′ 5″ O
Höhe: 145 m
Fläche: 9,7 km²
Einwohner: 578 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 06567
Vorwahl: 03466

Ichstedt ist Stadtteil von Bad Frankenhausen/Kyffhäuser im thüringischen Kyffhäuserkreis.

St.-Wigberti-Kirche in Ichstedt

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt am östlichen Ende des Naturparks Kyffhäuser, an der Ostspitze des Kyffhäusergebirges, rund 8 km südöstlich des Kyffhäuserdenkmals. Unmittelbar nördlich des Dorfs verläuft die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Ichstedt liegt etwa 13 km südlich der sachsen-anhaltischen Stadt Sangerhausen, 9 km östlich von Bad Frankenhausen und 7 km westlich von Artern.

Die umliegenden Ortschaften sind: im Norden Hackpfüffel; im Nordosten Riethnordhausen; im Ost-Nordosten Borxleben; im Osten: Artern, im Süd-Südosten: . Ringleben, im Südwesten Epserstedt; im Westen Udersleben; im Nordwesten Tilleda.

Durch Ichstedt fließt der Kyffhäuserbach, welcher westlich am unmittelbaren Stadtrand von Artern in die Unstrut mündet.

Ichstedt, auf der Schulstraße im Winter

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde 874 in einer Urkunde Ludwigs des Deutschen erstmals erwähnt. Wolfgang Kahl recherchierte die urkundliche Ersterwähnung von Ichstedt für den Zeitraum von 750 bis 802.[1] Die Wehrkirche Ichstedt ist der bauliche Rest einer um 1200 erbauten Pfarrkirche, auch der „Alte Turm“ genannt und gilt als älteste Wehrkirche in Thüringen. Im Ort gab es einst eine Wasserburg, die sich auf dem Areal des späteren Gutshofes befand. Sie diente der Überwachung und Sicherung des Helmeübergangs. Im 18./19. Jahrhundert erfolgte eine umfassende Erneuerung. Ein Brand 1970 zerstörte das Schloss Ichstedt weitgehend, sodass heute nur noch ein Gebäudetrakt und die Umfassungsmauern der Kernanlage vorhanden sind.[2] Bis 1918 gehörte der Ort zur Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt.

Mittelpunkt des Ortes ist der Straßenzug Hauptstraße–Schlossplatz. Am westlichen Ortsrand befindet sich eine Siedlung.

Am 1. Januar 2019 wurde die Gemeinde Ichstedt in die Stadt Bad Frankenhausen/Kyffhäuser eingegliedert. Die Gemeinde gehörte der Verwaltungsgemeinschaft Mittelzentrum Artern an.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 – 772
  • 1995 – 770
  • 1996 – 777
  • 1997 – 780
  • 1998 – 771
  • 1999 – 772
  • 2000 – 763
  • 2001 – 762
  • 2002 – 764
  • 2003 – 746
  • 2004 – 725
  • 2005 – 722
  • 2006 – 704
  • 2007 – 680
  • 2008 – 674
  • 2009 – 652
  • 2010 – 630
  • 2011 – 606
  • 2012 – 598
  • 2013 – 593
  • 2014 – 586
  • 2015 – 580
  • 2016 – 577
  • 2017 – 578
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ichstedt hatte direkten Anschluss an zwischen 1916 und 1966 an das Eisenbahnnetz über die Kyffhäuser-Kleinbahn, auch wenn der Bahnhof etwas außerhalb der Ortslage war. Seit 1966 hat der Ort keinen Eisenbahnanschluss mehr, der nächste Bahnhof liegt rund 8 km östlich in Artern (Thüringen). Über nachgeordnete Landstraßen ist Ichstedt mit den Nachbardörfern Borxleben, Udersleben (Stadt Bad Frankenhausen) und Ringleben verbunden. In Bad Frankenhausen besteht Anschluss an die Bundesstraße 85, in Sangerhausen an die Autobahn A 38 (GöttingenHalle). Seit 2015 besteht über eine Auffahrt in Artern der Anschluss an die A 71 (Erfurt – Sangerhausen). Nach Tilleda führt eine unbefestigte aber befahrbare Straße, welche aber keinen Winterdienst hat.

Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf der Land- und Forstwirtschaft, wobei es früher sehr starken Arbeits-Pendlerverkehr zu den Industrien in den nahen Städten Artern und Bad Frankenhausen gab, aber durch den Industrieabbau seit der Wiedervereinigung stark abgenommen hat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Dorfzentrum steht die Wigberti-Kirche. Diese wurde in der heutigen Form zwischen 1717 und 1718 neu gebaut auf dem Platz der Vorgängerkirche errichtet.[3]
  • Wehrkirche Ichstedt, im Kern älteste Wehrkirche Thüringens
  • Reste des ehemaligen Schlossgutes

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 131.
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 146.
  3. Superintendent Kristóf Bálint: Ichstedt im Pfarrbereich Bad Frankenhausen (Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen). Abgerufen am 18. April 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ichstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien