Idris (Koran)

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Prophet Idris besucht die Himmel ´(Dschanna) und Höllen (Dschahannam), Persische Miniaturmalerei aus dem jahr 1577

Idris (arabisch إدريس Idrīs) ist eine Gestalt aus dem Koran, die zweimal kurz erwähnt wird und deren Identität nicht völlig geklärt ist. Er wird als Prophet Gottes (arabisch  nabīy)[1], wahrhaftig (arabisch  ṣiddīq)[1] und geduldig (arabisch  ṣābir)[2] beschrieben. Am Ende seines Lebens wurde er dem Koran zufolge in die Barmherzigkeit Gottes aufgenommen,[3] was in der Regel als Entrückung interpretiert wird.

Von der Mehrheit der muslimischen Exegeten wird er mit Henoch identifiziert, von westlichen Islamforschern jedoch – u. a. von Theodor Nöldeke – überwiegend mit einer (arabisierten) Umformung des Namens „Andreas“. Damit ist entweder die Gestalt „Andreas“ im (syrischen) Alexanderroman gemeint (der Koch Alexanders, der durch einen Zufall unsterblich wird) oder der Apostel Andreas (vor allem wie dieser in den apokryphen Apostelakten „Acta Andreae“ beschrieben wird).[4]

Nach einer außerkoranischen Überlieferung bat der Todesengel Gott darum, Idris besuchen zu dürfen, da dieser so oft zu Gott betete, wie die gesamte Menschheit zu seiner Zeit. Gott erlaubte es dem Todesengel und er besuchte Idris zum Fastenbrechen. Als der Todesengel sich ihm vorstellte, bat Idris darum, dass der Engel ihm den Himmel und die Hölle zeige, damit sein Glaube weiter bestärkt wird.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Koran 19:56
  2. Koran 21:85
  3. Koran 21:86
  4. Vgl. u. a. G. Vajda: „Idrīs“. The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Band 3, S. 1030.
  5. Heribert Busse Islamische Erzählungen von Propheten und Gottesmännern: Qiṣaṣ al-anbiyāʼ oder ʻArāʼis al-maǧālis Otto Harrassowitz Verlag, 2006 ISBN 9783447052665 Seite 65