Igelkolben

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Igelkolben
Ästiger Igelkolben (Sparganium erectum)

Ästiger Igelkolben (Sparganium erectum)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Rohrkolbengewächse (Typhaceae)
Gattung: Igelkolben
Wissenschaftlicher Name
Sparganium
L.

Die Igelkolben (Sparganium) sind eine der beiden Gattungen der Pflanzenfamilie der Rohrkolbengewächse (Typhaceae) innerhalb der Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Sie umfasst 19 bis 30 Arten.

Sie sind Wasser- und Sumpfpflanzen, welche in Feuchtgebieten dichte Bestände entwickeln können. Besonderes Kennzeichen der Pflanzen ist der ästig rispige Blütenstand aus mehreren rein weiblichblütigen und darüber befindlichem rein männlichblütigen kugelförmigen Teilblütenständen. Die geschnäbelten Früchte bilden eine Kugel mit nach außen gerichteten Spitzen - daher die Bezeichnung Igelkolben.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration: Ästiger Igelkolben (Sparganium erectum)
Schematische Darstellung der Einzelblüten und des Blütenstandes der Igelkolben

Igelkolben-Arten sind grün überwinternde, ausdauernde krautige Pflanzen. Es sind Wasser- und Sumpfpflanzen (Hydrophyten, Helophyten) mit unterirdischen, kriechenden Rhizomen als Überdauerungsorganen. Zum Teil wachsen sie völlig untergetaucht oder mit Schwimmblättern und Blütenständen flutend an der Wasseroberfläche. Die Blattanordnung der stets unbehaarten Stängel ist wechselständig und streng zweizeilig (distich). Die Laubblätter sind lang und mit parallelen Rändern (linealisch) und grasartig und bestehen aus einem schwammartig zusammendrückbaren Schwimmgewebe. Die parallelnervigen Blattspreiten sind nach außen kantig vorgewölbt und innen flach, so dass sich im Querschnitt ein Dreieck ergibt - im Gegensatz zu den Rohrkolben mit halbkreisförmigem Blattquerschnitt. Die Blattscheiden sind stets offen. An den Scheidenmündungen im Übergang zur Spreite sind keine Blatthäutchen (Ligulae) entwickelt.

Igelkolben-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Der ästig rispige Gesamtblütenstand der Igelkolben-Arten besteht aus kugelförmigen Teilblütenständen. Der Blütenstand ist von Hochblättern (Brakteen) durchsetzt - im Gegensatz zu den Rohrkolben-Arten. Die größeren stachligen weiblichen Kugelköpfchen sind im unteren Teil, die männlichblütigen im oberen Teil der Blütenstandszweige angeordnet. Die dreizähligen Blüten sind spelzenlos. Die Blütenhülle (Perigon) der weiblichen Blüten besteht aus häutigen Schuppen, die einen Fruchtknoten mit spatelförmiger Narbe umgibt. Die ein bis acht Staubblätter der einzelnen männlichen Blüten sind ebenfalls von einigen basalen Schuppen umgeben.

Die Verbreitungseinheit (Diaspore) wird aus der einsamigen Nussfrucht (Achäne) gebildet.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Sparganium werden durch den Wind bestäubt (Anemogamie). Bei einigen Arten ist auch Selbstbestäubung (Autogamie) möglich. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch Wasser (Hydrochorie).

Die vegetative Ausbreitung erfolgt über Rhizome. Die Igelkolben-Arten können an geeigneten Standorten dichte Bestände, sogenannte Röhrichte entwickeln. Die Arten der Gattung sind an feuchte bis nasse, zeitweise oder immer überflutete Lebensräume angepasst. Sie besiedeln Gewässerufer, Sümpfe und Moore. Dort sind sie vielfach mit Rohrkolben, Seggen und Binsenarten vergesellschaftet.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmalblättriger Igelkolben (Sparganium angustifolium), im Wasser flutend

Der Gattungsname Sparganium leitet sich vermutlich vom Griechischen spárganon = Band ab. Der Bezug auf Merkmale der Pflanzen ist unklar.

Die genaue Platzierung der Gattung war lange umstritten. So wurde von einigen Autoren die Gattung Igelkolben in die Familie der Rohrkolbengewächse aufgrund ihrer morphologischen Ähnlichkeit mit aufgenommen, von anderen Autoren wurde die Beibehaltung eigenständiger Familien (Typhaceae und Sparganiaceae) vorgezogen. Nach der strikt phylogenetisch orientierten APG III sind die Igelkolben jedoch Teil der Rohrkolbengewächse. [1]

Igelkolben-Arten sind überwiegend in gemäßigten bis arktischen Zonen der Nordhalbkugel verbreitet. Wenige Vorkommen gibt es in Australien und Neuseeland.

Die Gattung Sparganium enthält etwa 21 Arten:[2]

Es gibt die Hybriden:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Igelkolben-Arten werden als Zierpflanzen besonders für Gartenteiche verwendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Igelkolben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III In: Botanical Journal of the Linnean Society, 161:2, 2009, S. 105-121
  2. Rafael Govaerts (Hrsg.): Sparganium. bei World Checklist of Selected Plant Families, Royal Botanic Gardens Kew, Zugriff am 3. Dezember 2014.
  3. a b c d Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.