Ignaz Schachermair

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Ignatius Alois Schachermair OSB (* 14. November 1877 in St. Marien, Oberösterreich; † 14. Juni 1970 in Kremsmünster) war Mönch und Abt des Benediktinerstiftes Kremsmünster.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abschluss des Obergymnasiums des Benediktinerstiftes Kremsmünster (1893–1897) trat Alois Schachermair in das Kloster ein und wurde am 22. August 1897 als Frater Ignatius eingekleidet; am 30. September 1901 folgte die ewige Profess. Das Theologie-Studium absolvierte er an der Hochschule San Anselmo in Rom (1898–1902), wo er am 24. Mai 1902 zum Priester geweiht wurde. Daran schlossen sich Studien an der Universität Wien zur Vorbereitung auf das Lehramt für die Fächer Naturgeschichte, Mathematik und Physik an.

Zurück in Kremsmünster wurde P. Ignatius im Jahr 1906 Gymnasialprofessor, ein Jahr später auch Kustos der naturwissenschaftlichen Sammlungen; dazu kamen verschiedene seelsorgliche Aufgaben. Am 4. April 1929 wählte ihn der Konvent von Kremsmünster mit großer Mehrheit zum Abt. In diesem Amt bemühte er sich um die wirtschaftliche Konsolidierung und eine monastische Erneuerung im Haus, etwa in der Pflege des Choralgesangs. Die Nationalsozialisten lösten 1941 das Stift auf und zwangen Abt Ignatius ins Exil, aus dem er erst 1945 zurückkehren konnte. In der Nachkriegszeit setzte er sich für den Wiederaufbau des Stiftes und des Gymnasiums ein, an dem schon 1949 die erste Matura nach dem Krieg gehalten werden konnte. Seine Sorge galt auch den Sammlungen sowie den Pfarren des Stiftes. 1964 erbat er von Rom 86-jährig die Resignation, woraufhin ihm ein Koadjutor gewährt wurde, der im Oktober 1964 gewählte Abt Albert II. Bruckmayr (Abt bis 1982). Am 14. Juni 1970 starb der im Professbuch als „wahrhaft ehrwürdiger Greis, Beispiel eines Abtes“ bezeichnete Abt Ignatius und wurde in der Gruft unter der Marienkapelle der Stiftskirche beigesetzt.[1]

Klosteraufhebung und Exil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Auflösung des Stiftes durch die Nationalsozialisten am 3. April 1941 wurde Abt Ignatius gauverwiesen und musste ins Exil gehen. Er fand Zuflucht zunächst im Kloster Scheyern, später im Schloss Weitwörth bei Salzburg (1941–1945). Trotz Exil und Enteignung blieb er in diesen Jahren der „geistige und geistliche Mittelpunkt seines Konvents.“[2] Am 29. Juli 1945 kehrte Abt Ignatius nach Kremsmünster zurück, wo er von über 3500 Menschen begrüßt wurde. Im Namen der oberösterreichischen Landesregierung hieß ihn der Dichter Arthur Fischer-Collbrie willkommen: „Einem Bettler gleich verjagt“ halten sie „wie ein König, von allem Volk bejubelt, wieder feierlich Einzug.“[3]

Bautätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Baulichkeiten des Stiftskomplexes ließ Abt Ignatius einige Veränderungen vornehmen. So wurde das 2. Stockwerk des Klerikattraktes erbaut (1937/1938), ein Theatersaal eingerichtet (1956), ein Turnsaal gebaut (1960), sowie die Außenfassaden von Stift und Kirche, der Fischkalter und das barocke Refektorium renoviert. In den Pfarren des Stiftes wurden neue Kirchen in Sattledt (1937) und Scharnstein (1956) sowie einige Pfarrhöfe (z. B. Kirchham) neu errichtet.

Ehrungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abt Ignatius Schachermair war Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde St. Marien sowie von Kremsmünster und Träger des großen Silbernen Ehrenzeichen der Republik Österreich. Er war Ehrenmitglied der K.Ö.St.V. Kürnberg im ÖCV zu Wien.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Altmann Kellner, Professbuch des Stiftes Kremsmünster, Kremsmünster 1968 (mit Nachträgen bis 1985 ergänzt).
  • Rudolf Hundstorfer, Das Stift unterm Hakenkreuz (= Sonderdruck aus dem 104. Jahresbericht des Stiftsgymnasiums Kremsmünster, 1961), Wels 1961.
  • Kremsmünster – 1200 Jahre Benediktinerstift, Linz 1976.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Altmann Kellner, Professbuch des Stiftes Kremsmünster, Kremsmünster 1968, S. 544.
  2. Kremsmünster – 1200 Jahre Benediktinerstift, Linz 2. Auflage 1976, S. 104.
  3. Rudolf Hundstorfer, Das Stift unterm Hakenkreuz (= Sonderdruck aus dem 104. Jahresbericht des Stiftsgymnasiums Kremsmünster, 1961), Wels 1961, S. 86.