Im Namen des Teufels

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Filmdaten
Deutscher Titel Im Namen des Teufels
Originaltitel Im Namen des Teufels / The Devil‘s Agent
Produktionsland Deutschland
Vereinigtes Königreich
Irland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1962
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie John Paddy Carstairs
Drehbuch Robert Westerby
John Paddy Carstairs (ungenannt)
nach der gleichnamigen Romanvorlage von Hans Habe
Produktion Emmet Dalton
Musik Philip Green
Kamera Gerald Gibbs
Schnitt Tom Simpson
Besetzung

Im Namen des Teufels ist ein 1961 in Irland gedrehtes, deutsch-britisch-irisches Spionagefilmdrama mit Peter van Eyck, Marianne Koch und Christopher Lee in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Droste war während des Zweiten Weltkriegs als Offizier bei der deutschen Abwehr tätig und hat dort viele Erfahrungen rund um den Spionagedienst gesammelt. Nun, im Jahre 1950, lebt er als harmloser Weinhändler in Wien und trifft, angeblich per Zufall, auf dem Bahnhof einen alten Bekannten wieder, Baron Ferdi von Staub. Man trinkt ein Gläschen in der Bahnhofskneipe, und der Baron lädt daraufhin seinen alten Kumpan zu sich nach Hause ein. Dort, in einem in der österreichischen Sowjetzone gelegenen Schloss in Baden bei Wien, lernt Georg Droste Staubs Schwester, Gräfin Carla Cosimano, kennen. Diese bittet nach einigem Smalltalk Droste um einen kleinen Gefallen. Er solle für sie doch bitte ein Paket nach Wien mitnehmen und bei einer bestimmten Adresse abgeben. In dem Päckchen soll sich, so die Adelige, angeblich ein seltenes Buch befinden. Droste ahnt nicht, dass er in diesem Moment zum Kurier für den sowjetischen Geheimdienst wird, denn in dem Paket befindet sich erwartungsgemäß sehr viel mehr, nämlich im Buch verstecktes, geheimdienstlich bedeutsames Informationsmaterial.

Nach Wien zurückgekehrt, wird Droste von der US-Militärpolizei noch vor der Übergabe des Päckchens abgefangen und zu dem dortigen Repräsentanten des US-Spionagedienstes, einem gewissen „Mr. Smith“, gebracht. Der klärt ihn darüber auf, dass das Schloss der Gräfin nichts anderes als ein sowjetisches Spionagenest sei und dass er, Droste, mit dem Pakettransport in ihren Augen ein Sowjetagent geworden sei. Man hat Droste nun in der Hand und zwingt ihn, als Doppelagent auch für die Amerikaner tätig zu werden. Als erstes schickt man Droste mit einem neuen Auftrag hinter den Eisernen Vorhangs, nach Budapest. Dort lernt er die hübsche und grundanständige Nora Gülden kennen, die das kommunistisch gewordene Land unbedingt verlassen möchte. Droste verhilft ihr zur Flucht nach Österreich, und während dieser dramatischen Zeit verlieben sich die beiden ineinander. Während die Amerikaner ihn nunmehr am Haken haben, macht auch die sowjetische Seite Druck und will mehr von Droste.

Es folgt eine kurze Zeit der Harmonie mit ausreichend Geld und privatem Glück. Bei einem Angelausflug lernen sich auch Drostes Sohn Johnny und Nora näher kennen. Einige Zeit lang verschweigt Droste seiner neuen Freundin seine wahren beruflichen Aktivitäten. Doch nicht lang währt dieses frische Glück, denn Nora erfährt schließlich doch von Drostes Doppelagententätigkeit und kann damit nicht leben. Schließlich verlässt sie ihn. Dann setzt Smith den Agenten wider Willen erneut ein und verlangt von Droste Kontaktaufnahme mit dem ehemaligen Wehrmachtsgeneral Greenhahn, der offensichtlich finstere Pläne verfolgt. Greenhahn wiederum besticht Droste, um auf diesem Wege an Informationen über seine beiden Arbeitgeber heranzukommen. Bald hat sich Georg Droste derart in den Fallstricken der beiden Geheimdienste verheddert, dass er diesem Strudel kaum noch entkommen kann. Nach seinem letzten hochdramatischen Einsatz will Georg Droste das lebensgefährliche Gewerbe wieder verlassen, doch lässt man ihn nun nicht mehr gehen. Eines Tages wird er auf offener Straße ermordet.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Namen des Teufels entstand 1961 in englischer Sprache in Dublin und wurde am 27. November 1962 in Deutschland herausgebracht. In Großbritannien konnte man den Schwarzweiß-Streifen bereits zwei Monate zuvor sehen.

Für Regisseur John Paddy Carstairs war dies die letzte Kinofilmregie, anschließend war er nur noch für das Fernsehen tätig. Marianne Koch hatte sich als einzige der drei deutschen Hauptdarsteller nicht selbst synchronisiert.

2014 erschien der Film auf DVD.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[1]
Georg Droste Peter van Eyck er selbst
Nora Marianne Koch Helga Trümper
Mr. Smith Macdonald Carey Wolfgang Eichberger
Baron von Staub Christopher Lee Holger Hagen
Inspektor Hübring Albert Lieven er selbst
General Greenhahn Marius Goring Ernst Fritz Fürbringer
Piroska Billie Whitelaw Margot Leonard
Gräfin Carla Cosimano Helen Cherry Marianne Wischmann
Bloch Eric Pohlmann Werner Lieven
Pater Zambory David Knight Reinhard Glemnitz
ungarischer Polizeichef Peter Vaughan Thomas Reiner
Horvat Michael Brennan Bum Krüger

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Filme 1962/64 ist folgendes zu lesen: „Kolportagehafter Spionagefilm nach einem Illustriertenroman.“[2]

„Irgendwie verloren gegangen inmitten der knalligeren James Bond-Klone Ende der 1960er Jahre, kann „Im Namen des Teufels“ auch bei heutiger Inaugenscheinnahme noch ganz gut mithalten.“[3]

Halliwell‘s Film Guide schrieb dazu: „Rauflustige Kalter-Krieg-Abenteuer, die so aussehen, als seien sie einst ursprünglich als Episoden für eine Fernsehserie konzipiert worden“.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Namen des Teufels. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 2. März 2017.
  2. Filme 1962/64. Kritische Notizen aus drei Kino- und Fernsehjahren. Handbuch VII der katholischen Filmkritik. Düsseldorf 1965, S. 83
  3. Im Namen des Teufels auf allmovie.com
  4. Leslie Halliwell: Halliwell‘s Film Guide, Seventh Edition, New York 1989, S. 271

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]