Immingerode

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51.48722222222210.2325195Koordinaten: 51° 29′ 14″ N, 10° 13′ 57″ O

Immingerode
Wappen von Immingerode
Höhe: 195 m ü. NN
Einwohner: 473 (1. Dez. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 37115
Vorwahl: 05527
Immingerode (Niedersachsen)
Immingerode

Lage von Immingerode in Niedersachsen

Luftaufnahme (2013)

Luftaufnahme (2013)

Blick vom Fuß des Pferdeberges auf Immingerode

Immingerode ist ein Ort im Landkreis Göttingen in Südniedersachsen. Das zum Untereichsfeld gehörende Dorf ist seit dem 1. Januar 1973 ein Ortsteil der Stadt Duderstadt[2] und hat rund 500 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten]

Immingerode liegt drei Kilometer südwestlich von Duderstadt dicht an der Landesgrenze zu Thüringen. Der Ortskern befindet sich am Zusammenfluss von Großer Ike und Bruche zur Muse, einem linken Nebenarm der Hahle.[3] Höchste Erhebung in der Umgebung ist der Pferdeberg (279 m).

Verkehrsmäßig ist Immingerode über die Kreisstraßen 112 und 120 angeschlossen. Weitere Nachbarorte sind Nesselröden im Westen, Tiftlingerode im Norden, Gerblingerode im Osten sowie die Thüringer Orte Teistungen im Südosten und Böseckendorf im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Immingerode wurde in einer Urkunde der Äbtissin Agnes II. von Quedlinburg (1184–1203), als Ymmingeroth, erstmals erwähnt. Wahrscheinlich wurde der Ort im 10. Jahrhundert als „Rodung der Leute des Immo“ angelegt. Seit dem 15. Jahrhundert war der Ort eines der Ratsdörfer der Stadt Duderstadt. Erwähnt wird Immingerode hierbei in einem Rechnungsbuch der Stadt Duderstadt aus dem Jahre 1432. In der Folgezeit entwickelte sich der Ort dahingehend, dass die ansässigen Ritter, im Gegensatz zu den Kaufleuten, zunehmend verarmten und ihren Besitz an den Rat der Stadt verpfänden mussten. Dieser setzte Verwalter, sogenannte Meier, zur Bewirtschaftung der adligen Güter ein. Für das Jahr 1670 werden in Immingerode fünf Meiergüter genannt.

Zur Verwaltung der adligen Güter kam hinzu, dass der Rat der Stadt Duderstadt in Immingerode die untere Gerichtsbarkeit ausübte. Dies hatte zur Folge, dass die Bauern Hand- und Spanndienste leisten mussten, sowie Abgaben an die Stadt zu zahlen hatten. Diese Abgaben fanden in Form von Getreidezahlungen statt. Die Ablösung erfolgte erst im 19. Jahrhundert. Abgeschafft wurde 1852 der Zehnt, 1861 die Hand- und Spanndienste. Im Jahr 1905 erfolgte schließlich auch die Abschaffung der Salzhafer.

Ähnlich wie andere Ratsdörfer zu der Zeit, hatte auch Immingerode unter dem Dreißigjährigen Krieg und der Pest schwer zu leiden. Dies betraf in erster Linie die Einwohnerzahlen. Lebten 1609 160 und 1620 sogar noch 180 Personen im Ort, so nahm ihre Zahl am Ende des Krieges auf 75 Personen ab. Durch Geburtenzuwachs und die Rückkehr vieler ehemaliger Bewohner erholte sich die Einwohnerzahlen wieder allmählich und stieg wieder an. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges bewohnten 379 Menschen den Ort. Den Höhepunkt an Einwohnerzahlen erlebte der Ort im Jahre 1946, was im Rahmen der Aufnahme von 233 Flüchtlingen, Heimatvertriebenen und Evakuierten geschah. Man zählte damals 524 Einwohner. Durch Abwanderungen fiel die Zahl schließlich wieder im Jahre 1960 auf 460 Personen, die bis in die heutige Zeit relativ konstant verblieb.

Politik[Bearbeiten]

Ortsratswahl 2011[4]
Wahlbeteiligung: 53,47 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
74,45 %
20,35 %
5,21 %

Ortsrat[Bearbeiten]

Der Ortsrat setzt sich aus sieben Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU: 5 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Immingerode: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Stefan Stollberg (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 27. Dezember 1950 genehmigt.

Es basiert auf einem Siegel derer von Immingerode datiert auf 1266.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Johannes Baptist[Bearbeiten]

Katholische Kirche St. Johannes Baptist
Luftaufnahme Immingerode, St. Johannes Baptist (2013)

In die Amtszeit des erzbischöflichen Kommissarius Herwig Böning (1666–1721) fällt der Bau der Immingeröder Pfarrkirche St. Johannes Baptist, die in den Jahren 1718 bis 1721 errichtet wurde. Böning beauftragte dabei die beiden Duderstädter Baumeister Markus und Christoph G. Frankenberg. Durch seine Massigkeit nimmt der Kirchturm die gesamte Breite der Westfassade auf, während im südlichen Teil der Kirche ein Portal zu finden ist, das nach oben mit einer Nischenarchitektur aus Pilastern, Fruchtgehängen und einem bogenförmigen Segmentgiebel abschließt. Auf diesem Giebel befindet sich eine überlebensgroße Figur des Patrons der Kirche aus Sandstein, des heiligen Johannes. Das Langhaus präsentiert sich in einer einschiffigen Form, erstreckt sich über fünf Joche und schließt im Chorbereich polygonal ab. Gurtbögen unterteilen das Kreuzrippengewölbe, das mit Schlusssteinen ausgestattet wurde. Es steht damit im Gegensatz zu den rundbogigen Fensteröffnungen. Im Chor befindet sich der dreistöckige Altar aus dem Jahre 1745. Zwischen den gewundenen Säulen, dem verkröpften Gebälk, Segmentgiebeln, Fruchtbündeln, Putten, Strahlenkränzen und Kartuschen stehen Zeit- und Heiligenfiguren. Sie sind allgemein in einem dunkelrot-grünen, marmorisierenden Ton gehalten. Neben dem Altar zählt noch eine Marienfigur mit Kind zum Inventar der Kirche. In einer Goldfassung zeigt sich die 81 cm hohe Figur mit Krone und Zepter. Aus dem 12. Jahrhundert stammt die Glocke der Kirche, die Evangelienglocke genannt wird. Sie ist eine der ältesten Kirchenglocken aus dem Eichsfeld. Seit dem 1. November 2014 gehört die Kirche zur Pfarrei St. Georg in Nesselröden.

Kreuzweg und Kluskapelle[Bearbeiten]

Die Klus

Als einer der ausgedehntesten Kreuzwege Niedersachsens gilt derjenige, der von Immingerode auf den Pferdeberg führt. Er wurde 1884 errichtet und zeigt 14 Sandsteingehäuse mit kolorierten Reliefs, auf dessen Postament ein sandsteinernes Kruzifix zu sehen ist. Durch ihre Beschaffenheit aus ebendiesem empfindlichen Material, sind diese Flurdenkmale erheblicher Verwitterung ausgesetzt. In Erinnerung an die Pest im Jahre 1682 wurde am Ortsausgang in Richtung Böseckendorf eine Kluskapelle errichtet. Ihr jetziger Nachbau stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Gedenkstein zur Erinnerung an die Massenfluchten aus dem Grenzgebiet[Bearbeiten]

Zur Erinnerung an die Flucht von Bewohnern aus Böseckendorf über die ehemalige Innerdeutsche Grenze errichtete man, Anfang der neunziger Jahre, an der Straße nach Böseckendorf zwei Gedenksteine.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Reuther: Die Bildstöcke des Untereichsfeldes: mit einem Verzeichnis der kunst- und religionsgeschichtlich wichtigen Bildstöcke des Untereichsfeldes. Mecke, Duderstadt 1961.
  • Joachim Lehne: Aus der Geschichte von Immingerode. Mecke, Duderstadt 1934.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik auf den Internetseiten der Stadt Duderstadt, abgerufen am 9. März 2015
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 206.
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/152007_000070/index.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Immingerode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien