Ina Bierstedt

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Ina Bierstedt (* 24. Dezember 1965 in Salzwedel) ist eine deutsche Malerin[1] und Kuratorin, die in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung die Möglichkeiten einer Aktualisierung und Differenzierung von ästhetischer Erinnerungsarbeit befragt.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bierstedt ist mit 18 Jahren aus der DDR ausgereist[2]. Sie schloss ihr Studium 2001 an der Universität der Künste Berlin als Meisterschülerin von Katharina Sieverding ab. Sie studierte zudem bei Walter Stöhrer, Sabeth Buchmann, Katja Diefenbach und Ralph Ubl. 1999 studierte sie am Chelsea College of Art and Design in London.

Seit 2010 lehrt Ina Bierstedt Malerei an der Universität der Künste Berlin und war von 2017 bis 2019 Gastprofessorin in der Bildenden Kunst an der Kunsthochschule Kassel.

2015 war sie für den Marianne-Werefkin-Preis nominiert. Bettina Carl und Ina Bierstedt erhielten für die Realisierung ihrer internationalen Ausstellungsprojekte für das Projekt CAPRI zahlreiche öffentliche Förderungen, zum Beispiel 2006 und 2015 von der Kulturverwaltung des Berliner Senats, 2011 vom Institut für Auslandsbeziehungen e.V. und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds sowie 2020 von der Stiftung Kunstfonds. 2013 wurde zur Vorbereitung des Projekts Streuflüsse nach Brno die Recherchereise für Kuratorinnen vom Goethe-Institut gefördert. Ein Arbeitsstipendium der Kulturverwaltung des Berliner Senats erhielt die Künstlerin 2007.

2005 war Ina Bierstedt Teilnehmerin des Goldrausch Künstlerinnenprojekts art IT und 2003 bis 2005 erhielt sie das Atelierstipendium der Karl-Hofer-Gesellschaft des Freundeskreises der Universität der Künste. Von 1996 bis 2001 war sie Stipendiatin des Evangelischen Studienwerks Villigst e.V.

2020 übernahm Ina Bierstedt die Geschäftsführung des Internationalen Künstler Gremiums (IKG). Sie ist Mitglied im Fachausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Kunstrats Seit 2019 ist sie im Beirat des Vereins der Berliner Künstlerinnen.

Künstlerische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ina Bierstedts Werk dominiert von Beginn an die Landschaftsmalerei. Der Fokus der Malerin liegt hierbei nicht auf der Abbildung von Landschaft(en), sondern auf der Konstruktion von Territorien und piktoralen Bildsystemen, die an der Schnittstelle von Natur und Kultur sowie deren Interferenzen entstehen.[3]

Bierstedt gelangt zu ihren Bildfindungen durch ein schichtendes und collageartiges Verfahren, wobei die Abweichung von der Vorlage, die Neuerfindung während des Malprozesses entscheidend ist.[4] Ihre seit 2004 entstandenen bühnenartigen Landschaften weisen ungewöhnliche Perspektiven und Spiegelungen auf. Die Natur in Ina Bierstedts Bildern setzt sich aus Versatzstücken zusammen, die bereits durch andere Medien überliefert wurden.[5]

Mit ihrem 2013 begonnenen Projekt Verspiegelte Fenster verfolgt Ina Bierstedt eine Aktualisierung ästhetischer Erinnerungsarbeit aus malerischer Perspektive. Ausgangspunkt dieses Projekts ist das Werk ihres Vaters Wolfgang Bierstedt[6], der jenseits des offiziellen Kunstbetriebs der DDR als Maler und Grafiker tätig war. Die Erinnerung ist für Ina Bierstedt hier sowohl Auslöser als auch Gegenstand künstlerischer Untersuchung.[7] Der Titel des Projekts „Verspiegelte Fenster“ bringt unterschiedliche Vorstellungen und Metaphern zusammen. In ihren Raumanordnungen erkundet die Künstlerin die Möglichkeiten eines unvoreingenommenen Sehens.[8]

Sie erschließt so ein künstlerisches wie kulturanthropologisches Feld, wobei sie unterschiedliche assoziierende Methoden, malerische Techniken, sowie die Medien Installation und Video einbezieht. Für Verspiegelte Fenster arbeitete Ina Bierstedt mit der Bildhauerin Anna Gollwitzer und der Kunsthistorikerin Claudia Beelitz zusammen.

Im Jahr 2001 hat Ina Bierstedt gemeinsam mit Alena Meier und der Künstlerin und Autorin Bettina Carl die Berliner Künstlerinitiative CAPRI ins Leben gerufen. CAPRI realisierte zunächst von 2001 bis 2006 im gleichnamigen Projektraum für Zeitgenössische Kunst zahlreiche Ausstellungen und ist bis heute mit internationalen institutionellen Ausstellungsprojekten kontinuierlich aktiv.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeiten in privaten und öffentlichen Sammlungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin[9]
  • UBS Art Collection, London
  • Sammlung Frisch, Berlin
  • Sammlung im Willy-Brandt-Haus, Berlin[10]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://artfacts.net/de/kuenstler/ina-bierstedt-20212/profil.html
  2. http://www.kunsthochschulekassel.de/personen/personen-details/person/bierstedt-ina.html
  3. Ulrike Kremeier: „Vorwort“. In: „INA BIERSTEDT Entlegene Ecken / Remote Corners.“, S. 3, dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, Cottbus 2017, ISBN 978-3-932809-83-5
  4. Christine Humpl: Keine Träumereien. In: Ina Bierstedt Second., S. 5, Katalog, Kuttner Siebert Galerie, Berlin 2008, ohne ISBN
  5. Melanie Franke: Landschaft im Augen-Blick. In: Ina Bierstedt. Anlässlich der Ausstellung Polished, Goldrausch 2005 im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, 5.11. - 11.12.2005, Kunstraum Kreuzberg, Bethanien, Berlin 2005, ISBN 3-937476-36-9.
  6. Wolfgang Bierstedt (1936–1983)
  7. Ulrich Kalmbach: Zur Ausstellung im Danneil-Museum Salzwedel: Kompliment – Wolfgang Bierstedt (1936–1983) künstlerisch reflektiert von Ina Bierstedt. In Altmark-Zeitung. 12. Dezember 2015, Salzwedel, ISSN 0943-1144.
  8. Dorothée Bauerle-Willert: „Verspiegelte Fenster / Mirrored Windows.“ In: „INA BIERSTEDT Verspiegelte Fenster / Mirrored Windows.“ S. 9, dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, Cottbus 2017, ISBN 978-3-932809-83-5
  9. http://www.kleidungskultur-soer.de/?tag=ina-bierstedt
  10. http://www.freundeskreis-wbh.de/kuenstlerinnen-auswahl