Ina Werner

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Ina Werner (* 20. September 1969 in Berlin-Friedrichshain) ist eine deutsche Moderatorin, Sängerin, Comedian[1] und Model.[2][3][4][5][6][7]

Jugend und Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ina Werner wurde 1969 in Berlin-Friedrichshain geboren. Sie arbeitete als Model in der DDR, wegen ihrer Größe verwehrte man ihr jedoch die Einstufung als professionelles Model. Als Jugendliche gehörte sie zur Ost-Berliner Punkszene. Sie rebellierte gegen das System der DDR und wurde im Jugendwerkhof untergebracht. In einer Keksfabrik musste sie dort im Schichtsystem schuften. Nach eigenen Angaben, wurde ihr Ausreiseantrag im Frühjahr 1988 abgelehnt – woraufhin sie ihren Job verlor. Nach der Wende verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Chefin einer Agentur für Kleinkünstler[8] und arbeitete zudem als Stripperin, Tänzerin und Fotomodel.

Fernsehkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde Ina Werner 1995 durch ihre Auftritte als „Superpam“ im roten Badeanzug, als Double von Pamela Anderson in der Harald Schmidt Show von Sat1. Die Grimme-Preise-Jury fand bei der Verleihung des Preises an die Harald Schmidt Show für ihre "Superpam" – Persiflage anerkennende Worte[9]. Beim Fernsehsender RTL ZWEI moderierte Werner zwei Staffeln der Reiseshow „Inas Trip“.[10] Zunächst wurde dazu ein Pilotprojekt (Arbeitstitel: „Superpam in der Karibik“) von der Prisma Film & TV Produktionsgesellschaft mbH produziert. Die Erstausstrahlung am 25. März 1998, begann mit „Inas Trip durch Sri Lanka“. Die zweite Staffel endete mit „Inas Trip durch Tunesien“ am 17. Oktober 1999 und dem Best of „Inas Trip“ am 24. Oktober 1999. Werner produzierte 1999 eine eigene Fernsehdokumentation „Schön um jeden Preis“ für RTL ZWEI. Mit ihrem Team filmte sie Eingriffe im Operationssaal des Berliner Schönheitschirurgen Bernd Meyburg und interviewte Patienten.

Es folgten Einladungen von diversen Fernsehsendern: Versteckte Kamera[11], Nachtcafé, Talk im Turm, Maischberger bei n-tv, Beckmann[12] uvm. Im Spiegel TV-Interview[13] sprach Ina Werner 1997 ausgiebig über die Flucht aus der DDR, ihre Träume und den plötzlichen Erfolg als Busenwunder.

Nach der Verabschiedung durch Harald Schmidt, der letzten Staffel ihrer Reiseshow „Inas Trip“ und einer Erotikshow („Touch Me“) bei RTL blieben Angebote von führenden Fernsehsendern aus. Im Offenen Kanal Berlin moderierte sie kurzzeitig eine Sendung über das Nachtleben in Berlin. Nach einem Imagevideo für die Lufthansa, produziert von der 4TV Fernseh- und Mediaproduktion in Berlin, zog sie sich 2005 vollständig aus dem Fernseh- und Mediengeschäft zurück. Ihr letzter öffentlicher Auftritt vor Fotografen fand im Estrel statt, als Michael Jacksons Vater Joseph Jackson in Berlin seinen 76. Geburtstag feierte.

Musikkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Künstlernamen „Ina W“ sang und rappte sie 1997 die Margot Werner Coverversionen von „So ein Mann“[14] Plattenverlag Universal Music.[15] Den Song sang sie live bei ihrem Abschied aus der Harald Schmidt Show und bei der Sat.1 Silvesterparty am Brandenburger Tor. Die Single war jedoch kein Verkaufsschlager und Werner verfolgte die Karriere als Rapperin nicht mehr weiter. Das Plattenlabel Ariola veröffentlichte „So ein Mann“ 1998 nochmals in einer Compilation.[16]

Modelkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 90er-Jahren entstanden erste Nacktbilder von Ina Werner für Erotik-Zeitschriften wie Praline und Coupé. 1995 wurde sie von Tony Ward in Hamburg nackt fotografiert. Produziert wurden die erotischen Aufnahmen für die Zeitschrift Max, unter der Voraussetzung einer Veröffentlichung. Die Bilder blieben jedoch lange unveröffentlicht. Gegen ihr Einverständnis und ohne jegliche Vergütung wurden die Schwarz-Weiß-Fotos Jahre später als Kunstdrucke versteigert.[17] Im April 1997 veröffentlichte die Ausgabe des deutschen Playboy-Magazins eine Bildserie unter der Überschrift: DIE ANDERE PAMELA – Bei Harald Schmidt sitzt sie auf dem Schoß, bei uns mimt Ina Werner ihr Alter ego – Pam! Die Bilder entstanden in Los Angeles. Fotograf war Stephen Wayda.[18] 1997 erschien das Picturebook „Ina Werner vom Double zur Kultfigur“ und der Posterkalender 1998 „Unsere Pamela“; Fotograf war Bertram Götz[19][20] Das Magazin Penthouse widmete ihr 11/1999 eine Fotostrecke mit Bildern aus ihrem Kalender und Picturebook.[21]

Unternehmerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner versuchte sich als Designerin und präsentierte im Jahr 2000 eine eigene Wäsche-Kollektion.[22]

Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner wurde im Februar 1998 von Regisseur Christoph Schlingensief für eine Kunstaktion „Ball des schlechten Geschmacks“ zum Wiener Opernball eingeladen, um mit Hermes Phettberg auf dem Ball Walzer zu tanzen.[23] 2003 besuchte Werner erneut den Opernball in Wien, um mit der Aktion „No War for Oil“ die ebenfalls am Ball anwesende Pamela Anderson zu brüskieren.[24]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

»Die hat doch ein ganz anderes Gesicht, mehr bullterriermäßig.«Anderson-Double Ina Werner am 21. Oktober 1999 im Stern über ihre Ähnlichkeiten mit dem Original[25]

»Wenn dauernd jemand über mich schreiben würde: Die ist doof, ogottogott, dann würde ich zugrunde gehen.«Werner am 1. November 1999 über Verona Pooth in: DIE WELT[8]

»Es ist verdammt echt schlimm, dass erst ein Mann einen Pups lässt, bevor sich die Wissenschaft kümmert.« Werner im Mai 1998 in der Sendung „Talk im Turm“ (Thema: Potenzpille Viagra)[26]

»Ich möchte nicht sterben, ohne daß man meinen Namen kennt.«Ina Werner in ihrem Buch: Unsere Pamela – vom Double zur Kultfigur!

Kritik und Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ina Werner wurde stellvertretend in Talkshows eingeladen, wenn es um das Thema Schönheitsoperationen ging.[27] Sie engagierte sich dafür, dass Frauen ein Recht darauf haben, ihren Körper durch kosmetische Operationen zu optimieren. Sie gab offen zu, dass sie sich ihre Brüste mit Implantaten mehrfach vergrößern ließ. Werner machte anderen Frauen Mut, offen über Schönheitsoperationen zu sprechen. Schlagfertig kämpfte sie gegen Klischees, denen sie sich selbst immer wieder ausgesetzt sah. Bei öffentlichen Auftritten oder in Talkshows wurde sie wegen ihrer künstlichen Oberweite sogar verbal angegriffen[28]. Zu Fernsehjournalist Wieland Backes sagte Werner in der Sendung Nachtcafé (Thema:„Schönheit siegt?!“): „Aussehen bringt einem ja nur bis zu einem gewissen Punkt, dann muss mehr kommen“. In der Harald Schmidt Show bediente sie mit viel Selbstironie das Klischee der Blondine mit viel Busen und wenig Verstand. Im realen Leben wollte sie auf keinen Fall in diese Schublade gesteckt werden. Für Werner war die Rolle der „Superpam“[1] bei Harald Schmidt ein Karrieresprungbrett.

Als RTL ZWEI mit Ina Werner den Vertrag über das Reisemagazin „Inas Trip“ aushandelte, lehnte sie den Wunsch des Senders, die Moderation im roten Baywatch-Badeanzug durchzuführen, konsequent ab.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ina Werner war von 1990 bis 1999 mit Bertram Götz, ihrem Lebensgefährten und späteren Manager[3][29][30] liiert. 2005 zog sie sich freiwillig und ganz bewusst aus der Öffentlichkeit zurück. Sie ist Hundeliebhaberin und engagiert sich generell für Tiere u. a. für Frettchen[31][32].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b DeWiki > Die Harald Schmidt Show. Abgerufen am 23. August 2021 (deutsch).
  2. Oliver Gehrs: "Ich mach' mich nicht naß". In: Die Tageszeitung: taz. 8. April 1997, ISSN 0931-9085, S. 18 (taz.de [abgerufen am 20. August 2021]).
  3. a b Susanne Balthasar: Inas Welt: Aus dem Leben einer Trash-Ikone. In: DIE WELT. 31. Oktober 1999 (welt.de [abgerufen am 20. August 2021]).
  4. Bertram Götz: Unsere Pamela Ina Werner, vom Double zur Kultfigur. Hrsg.: Springer & Lardon MedienContor. Hamburg 1997, ISBN 3-931962-38-5, S. 29.
  5. INA WERNER HAMBURG von TonyWard. Abgerufen am 20. August 2021.
  6. Die Harald Schmidt Show - 0361 - 1998-01-16 - Dieter Wedel, Andrea Suwa, Ina Werner. Abgerufen am 20. August 2021 (deutsch).
  7. DER SPIEGEL: Kampfhund-Attacke: Pam-Double beißt Pitbull. Abgerufen am 20. August 2021.
  8. a b Susanne Balthasar: Inas Welt: Aus dem Leben einer Trash-Ikone. In: DIE WELT. 31. Oktober 1999 (welt.de [abgerufen am 20. August 2021]).
  9. Christoph Schultheis: Abc unserer TV-Frauen. In: Die Tageszeitung: taz. 7. März 1998, ISSN 0931-9085, S. 6–7 (taz.de [abgerufen am 26. August 2021]).
  10. Alles inklusive - Inas Trip. Abgerufen am 20. August 2021.
  11. imfernsehen GmbH & Co KG: Versteckte Kamera Staffel 5, Folge 7: Folge 43. Abgerufen am 20. August 2021.
  12. Berliner Zeitung: Kein Talent, keine Quote: Reinhold Beckmann entpuppt sich als teurer Fehleinkauf der ARD: Hier fragt der Falsche. Abgerufen am 26. August 2021.
  13. Joachim Kronsbein, DER SPIEGEL: SPIEGEL-TV. Abgerufen am 23. August 2021.
  14. So ein Mann (1999, Margot Werner-cover version) von Ina W günstig online kaufen | EAN 0602507030322 | funrecords.de. Abgerufen am 20. August 2021.
  15. FOCUS Online: Ein Ohrwurm vom Pam-Double. Abgerufen am 20. August 2021.
  16. Fetenkult '98 - Die Deutsche Packung (1997, CD). Abgerufen am 25. August 2021.
  17. INA WERNER HAMBURG von TonyWard. Abgerufen am 20. August 2021.
  18. Playboy Nr.4 / April 1997 - Alley Baggett. Abgerufen am 20. August 2021.
  19. FotoBerti® - Commercials. Abgerufen am 20. August 2021 (amerikanisches Englisch).
  20. Ina Werner - Pam Double - Stellt Ihr Buch Vor In Hamburg 220597 . Abgerufen am 20. August 2021.
  21. Holger Rust, manager magazin: Prominentenwahn. Abgerufen am 25. August 2021.
  22. Ina Werner Dessous. Abgerufen am 25. August 2021.
  23. Zwanghafte Selbstdarstellung. Abgerufen am 20. August 2021.
  24. VADIAN NET AG: Pamela Anderson sorgt am Opernball für Wirbel. Abgerufen am 20. August 2021.
  25. Mauritius Much: Durch die Brust ins Auge. 18. Juni 2007, abgerufen am 20. August 2021.
  26. Manfred Kriener: Querspalte: Jahrtausendschwellungen. In: Die Tageszeitung: taz. 19. Mai 1998, ISSN 0931-9085, S. 5 (taz.de [abgerufen am 23. August 2021]).
  27. B. v Stuckrad-Barre: Anschwellender Würstchengesang Von Benjamin v. Stuckrad-Barre. In: Die Tageszeitung: taz. 29. Mai 1998, ISSN 0931-9085, S. 20 (taz.de [abgerufen am 23. August 2021]).
  28. Ballon-Alarm! Ina schwebte ein. Abgerufen am 26. August 2021.
  29. Ina Werner, Bertram Götz, "Glöckner von;Notre Dame"... Abgerufen am 26. August 2021.
  30. isocity: Bertram Götz: Stars und Sternchen | Magdeburger News | Das Nachrichtenportal | News rund um Magdeburg. Abgerufen am 26. August 2021.
  31. Riesenspaß im „Lighthouse“. Abgerufen am 20. August 2021.
  32. Ina Werner Startseite. Abgerufen am 26. August 2021.