Innozenz V.

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Seliger Innozenz V.
Wappen von Innozenz V., moderne Nachzeichnung

Innozenz V., ursprünglich Pierre de Tarentaise OP, (* 1225 im heutigen Moûtiers in der Tarentaise, Teil von Savoyen; † 22. Juni 1276 in Rom) war im Vierpäpstejahr 1276 für wenige Monate der zweite Papst dieses Jahres.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1264 war er Provinzial des Dominikanerordens. 1272 wurde er zum Erzbischof von Lyon und 1273 zum Kardinalbischof von Ostia ernannt. Er war auch Professor an der Pariser Sorbonne. Als Mitarbeiter von Thomas von Aquin und Albertus Magnus hat er sich in der Wissenschaft einen größeren Namen gemacht als während seines Pontifikats. In dieser Zeit erhielt er den Titel Doctor famosissimus.

Innozenz V. wurde am 21. Januar 1276 zum Papst gewählt, nur einen Tag nach Beginn des Konklaves, das erstmals nach den strengen Regeln seines Vorgängers Gregor X. zusammenkam. Dabei durften die Kardinäle das Gebäude nicht verlassen, bevor ein neuer Papst gewählt worden war. Innozenz war der erste Dominikaner auf dem Stuhle Petri und übte sein Amt nur ein knappes halbes Jahr bis zu seinem Tod am 22. Juni 1276 aus. Obwohl er zur Neutralität tendierte, kam er sehr rasch unter den Einfluss von Karl I. von Sizilien, der als römischer Senator in Rom residierte. Deshalb unterstützte er klaglos dessen Politik gegenüber Rudolf von Habsburg. Er bemühte sich auch vergeblich um die Vertiefung der Kirchenunion mit Byzanz.

Papst Innozenz V. wurde in San Giovanni in Laterano beerdigt. Mit dem großen Brand im Jahr 1308 ging seine Grabstätte verloren.[1] Er wurde am 3. März 1898 von Papst Leo XIII. seliggesprochen. Sein katholischer Gedenktag ist sein Todestag am 22. Juni.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In quattuor libros sententiarum commentaria. 4 Bde. Toulouse 1652.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beatus Innocentius PP. V. (Petrus de Tarentaise OP). Studia et documenta. Rom 1943.
  • Palémon Glorieux: Le Quodlibet de Pierre de Tarentaise, in: Recherches de théologie ancienne et médiévale 9 (1937) S. 237–280.
  • Kristina Lohrmann: Innozenz V.. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 1289–1290.
  • I.-M. Vosté: Beatus Petrus de Tarentasia in epistulam ad Hebraeos. In: Divus Thomas: Commentarium de philosophia et theologia. Bd. 46, Collegi Alberoni, Piacenza 1943, S. 3–28.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Innozenz V. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe vaticanhistory.de im Abschnitt Weblinks
VorgängerAmtNachfolger
Gregor X.Papst
1276
Hadrian V.
Enrico BartolomeiKardinaldekan
1273–1276
Latino Malabranca Orsini
Enrico BartolomeiBischof von Ostia
1273–1276
Latino Malabranca Orsini
Philipp II. von SavoyenErzbischof von Lyon
1272–1273
Adhémar de Roussillon