Institut Solidarische Moderne

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Institut Solidarische Moderne e.V.
(ISM)
ISM-Logo
Zweck: Erarbeitung von gesellschaftspolitischen Ideen und von Handlungskonzepten im Sinne der allgemeinen und gleichen Menschenrechte und der freiheitlichen Demokratie auf der Grundlage einer sozialpflichtigen und ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsordnung zur Anregung und Beeinflussung der öffentlichen Meinungs- und politischen Willensbildung
Vorsitz: Fünf Vorstandssprecher
Geschäftsführer: Axel Troost
Gründungsdatum: 31. Januar 2010
Sitz: Berlin
Website: solidarische-moderne.de

Das Institut Solidarische Moderne e.V. (ISM) ist eine politische Denkfabrik in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Ihr Ziel ist es, eine partei- und organisationsübergreifende Debatte unterschiedlicher linker Strömungen zu führen.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Gründung am 31. Januar 2010 waren 175 Personen beteiligt, unter ihnen Hermann Scheer, Elmar Altvater, Andrea Ypsilanti, Sven Giegold, Katja Kipping, Wolfgang Nešković, Andreas Fischer-Lescano, Franz Alt, Pascal Hesse und andere Politiker und Akademiker.[1] Ebenso beteiligen sich eine Reihe Wissenschaftler, Gewerkschafter, Vertreter der außerparlamentarischen Bewegung und Nichtregierungsorganisationen sowie weitere Personen des öffentlichen Lebens, wie der Theologe Friedrich Schorlemmer.[1][2]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eigene Anspruch des Instituts besteht darin, unabhängig von Parteipolitik agieren zu können. Im Mittelpunkt steht weniger das Knüpfen zukünftiger Regierungskoalitionen, als die Debatte über ökonomische, ökologische und soziale Fragen und das Entwerfen von neuen Antworten auf diese. So fordern die Initiatoren im Gründungsaufruf eine politische Alternative zum Neoliberalismus, die den Grundwerten „der freiheitlichen Selbstbestimmung und der grenzüberschreitenden Solidarität“ verpflichtet sein müsse. Ziel sei die Entfaltung einer Gegenhegemonie zu den aus Sicht des Instituts vorherrschenden neoliberalen Grundsätzen. Katja Kipping sprach von einem Gegenstück zur Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.[3] Dabei sollen divergierende Vorstellungen der Linken, konkret die aus der industriellen Moderne erwachsenden Gerechtigkeitsbestrebungen und die eher auf Freiheit und Selbstbestimmung gerichteten Ideale der Postmoderne, vereint und aus ihnen neue Konzepte entwickelt werden. So soll eine in der Vergangenheit existente Neigung zur Spaltung der Linken und damit die Gefahr der Handlungs- und Politikunfähigkeit überwunden werden. Der Begriff „solidarische Moderne“ wird daraus wie folgt definiert:

„Unter dem Begriff der Solidarischen Moderne verstehen wir die so dringend erforderliche Versöhnung zwischen den emanzipatorischen Ansätzen der Industrie- und der Postmoderne und ihre Weiterentwicklung zu einer sozial-ökologischen Antwort auf die Fragen der neuen Zeit.“[4]

Als Grundlage wird die Pflege einer lebendigen Demokratie angesehen, aus welcher in selbstbestimmter Weise neue Konzepte entwickelt werden sollen. Demgegenüber werden Turbokapitalismus und Postdemokratie als „Konturen des real existierenden Neoliberalismus“ genannt.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprecher des am 23. April 2018 gewählten Vorstandes sind Stephanie Handtmann, Astrid Rothe-Beinlich, Thomas Seibert, Axel Troost und Andrea Ypsilanti. Mitglieder sind Katharina Beck, Ulrike Breth (Schatzmeisterin), Daphne Büllesbach, Jan Dieren, Franziska Drohsel, Michael Fromm, Katja Kipping, Annika Klose, Volker Koehnen, Filippos Kourtoglou, Ricarda Lang, Esther Lehnert, Sabine Leidig, Erik Marquardt, Hilde Mattheis, Cornelia Möhring, Claus Neuberger, Kerem Schamberger und Stefan Stache.[5]

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprecher des Kuratoriums sind Johannes Angermuller, Kendra Briken, Sonja Buckel, Fabian Kessl und Stephan Lessenich. Mitglieder sind Ulrich Brand, Peter Brandt, Marco Bülow, Annelie Buntenbach, Katja Dörner, Rudolf Dreßler, Andreas Fischer-Lescano, Susanna Karawanskij, Sven-Christian Kindler, Damian Ludewig, Birgit Mahnkopf, Katrin Mohr, Chantal Mouffe, Lukas Oberndorfer, Astrid Rund, Wolfgang Strengmann-Kuhn, Wolfgang Uellenberg-van Dawen, Barbara Unmüßig, Hans-Jürgen Urban, Ludger Volmer und Wolfgang Wodarg.[6]

Kulturbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder des 2013 beschlossenen Kulturbeirats sind Fritz R. Glunk, Dieter Kramer, Klaus-Dieter Stork und Martin Wimmer.[7]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Politiker der SPD, von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke begrüßten die Institutsgründung.[8] Alexander Bonde von den Grünen nannte gegenüber der FAZ die dadurch bewirkte Verstärkung des Lagerdenkens einen Fehler und den Verein das „Ypsilanti-Institut für angewandte Kuba-Wissenschaften“.[9]

Auf scharfe Kritik stieß das ISM bei Hermann Gröhe (CDU) und Christian Lindner (FDP); Gröhe bewertete die Gründung als „nichts anderes als ein Versuchslabor für rot-rote Experimente“.[10]

Albrecht Müller begrüßte die Gründung, monierte aber eine zu akademische Sprache des Gründungsaufrufs und bemängelte einige Thesen der Autoren. Er betonte die Bedeutung einer breiten Aufstellung für den Erfolg des Projekts.[11]

Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut publiziert politische Texte von Institutsmitgliedern in der Schriftenreihe des ISM Denkanstöße[12] und ist Partner der Kampagne Energie in Bürgerhand.[13]

Veröffentlichungen (Hrsg.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Die Gründungsmitglieder des ISM
  2. Ypsilanti meldet sich mit linker „Denkfabrik“ zurück. Handelsblatt, 1. Februar 2010. / „Institut Solidarische Moderne“: Ypsilanti schafft rot-rot-grüne Denkfabrik. FAZnet vom 30. Januar 2010. / taz: Rot-rot-grüne Denkwerkstätten: Vorbild Norwegen. vom 30. Januar 2010. / Süddeutsche Zeitung: Linker Thinktank: Programmatische Befruchter. (Memento des Originals vom 2. Februar 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sueddeutsche.de vom 30. Januar 2010.
  3. Uwe Kalbe: Mehr als Konsens bei Latte macchiato. Ziel ist ein Institut, das geistigen Widerstand gegen den Neoliberalismus organisiert (Interview mit Katja Kipping). Neues Deutschland, 1. Februar 2010, abgerufen am 24. Januar 2018.
  4. Gründungsaufruf des Instituts Solidarische Moderne. solidarische-moderne.de, 31. Januar 2010, abgerufen am 24. Januar 2018.
  5. Vorstand solidarische-moderne.de
  6. Kuratorium solidarische-moderne.de
  7. Kulturbeirat solidarische-moderne.de
  8. Linke «Denkfabrik» soll Wähler mobilisieren@1@2Vorlage:Toter Link/www.berlinonline.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Berliner Zeitung, 1. Februar 2010.
  9. Mechthild Küpper: „Ypsilanti-Institut für angewandte Kuba-Wissenschaften“ FAZ, 1. Februar 2010.
  10. Union und FDP wettern gegen "Denkfabrik" für Rot-Rot-Grün. (ddp) 1. Februar 2010.
  11. Nachdenkseiten 5. Februar 2010
  12. ISM: Denkanstöße
  13. Kampagnenstart: Energie in Bürgerhand