Axel Troost

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Axel Troost (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Axel Troost (* 1. September 1954 in Hagen) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Politiker (Die Linke), der seit dem 3. Juni 2012 auch einer der vier stellvertretenden Vorsitzenden seiner Partei ist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1973 an der Schule Schloss Salem absolvierte Troost an der Philipps-Universität Marburg ein Studium der Volkswirtschaftslehre, das er als Diplom-Volkswirt abschloss. 1982 erlangte er dort seine Promotion zum Dr. rer. pol. mit der Arbeit Staatsverschuldung und Kreditinstitute – die öffentliche Kreditaufnahme im Rahmen des gesamten Kredit- und Dienstleistungsgeschäfts der Geschäftsbanken. Seit 1981 ist Troost Geschäftsführer der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik und seit 1984 geschäftsführender Gesellschafter des Progress-Institut für Wirtschaftsforschung (PIW GmbH) in Bremen und Teltow. Daneben war er von 1990 bis 2001 Geschäftsführer der Büro für Strukturforschung Rostock gGmbH in Rostock.

Parteilaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Troost, der von 1970 bis 1973 Mitglied der SPD und von 1976 bis 1984 Mitglied der DKP war, gehört zu den Mitbegründern der WASG und war von 2005 bis 2007 Mitglied ihres geschäftsführenden Bundesvorstandes. Seit der Fusion der Linkspartei.PDS und der WASG gehört er dem Bundesvorstand der Partei Die Linke an. Von 2005 bis 2007 war er Landessprecher im Landesverband Bremen und von 2009 bis 2011 Mitglied des Landesvorstandes des Landesverbandes Sachsen. Seit dem 3. Juni 2012 ist er stellvertretender Vorsitzender der Partei Die Linke.

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2005 bis 2017 war Troost Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er finanzpolitischer Sprecher der Linksfraktion. In der 16. Wahlperiode war er stellvertretendes Mitglied in der Föderalismuskommission II und Mitglied im HRE-Untersuchungsausschuss, der die Vorgänge in der Hypo Real Estate im Rahmen der Finanzkrise beleuchten sollte. In der 17. Wahlperiode war er einer der Parlamentarischen Geschäftsführer und Mitglied im Finanzausschuss sowie im Unterausschuss Kommunales.

In der 18.Wahlperiode war er erneut finanzpolitischer Sprecher und Obman im Finanzausschuss, Mitglied im Verwaltungsrat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und Sprecher der sächsischen Landesgruppe der linken Bundestagsabgeordneten.[1]

Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Troost auf Platz 6 der Landesliste Sachsen seiner Partei, erhielt aber kein Mandat mehr.[2]

Sonstiges Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Troost ist seit 2010 Vorstandsmitglied des Instituts Solidarische Moderne (ISM) und seit 2014 einer der fünf Sprecher des ISM. Er ist langjähriges Mitglied von Attac und des Bundes demokratischer WissenschaftlerInnen (BdWi). Nach langer Mitgliedschaft in der IG Metall ist er seit 2009 ver.di-Mitglied.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Troost ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sozialproduktberechnungen in der BRD und in der DDR: Vergleich der Methoden und Ergebnisse. Marburg 1978.
  • Staatsverschuldung und Kreditinstitute: Die öffentliche Kreditaufnahme im Rahmen des gesamten Kredit- und Dienstleistungsgeschäftes der Geschäftsbanken. Frankfurt am Main 1984.
  • mit Martin Mathes: Der Angriff auf die Sparkassen. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 7/2007
  • mit Raoul Didier/Philipp Hersel: Jenseits von Liechtenstein. Steuerungerechtigkeit und deutsche Kleinstaaterei, In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 4/2008
  • mit Nicola Liebert: Das Billionengrab. Steueroasen und Schattenbanken. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 3/2009
  • mit Philipp Hersel: Das Versagen der Landesbanken. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 6/2009
  • Das Kasino bleibt geöffnet. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 2/2011, Seite 75–84 online
  • Quo vadis Finanzreform? Die Vorhaben zur Regulierung der internationalen Finanzmärkte und was daraus geworden ist. RLS-Standpunkte 3/2011 online
  • Demokratisierung des Finanzsektors: gangbare Wege – konkrete Akteure. in: SOZIALISMUS 3/2012 Online
  • mit Philipp Hersel: Die Euro-Krise als Zäsur: Eine neue Finanz-, Geld-, und Wirtschaftspolitik in Europa. In: LUXEMBURG vom 16. April 2012 Online
  •  »Alle haben einen Sprung über den eigenen Schatten gemacht.« Gespräch mit Axel Troost über Wege in die WASG und Wege in die LINKE. In: SOZIALISMUS 6/2012 Online
  • mit Rudolf Hickel: Euro-Zone vor dem Ende? Rettung durch kurzfristig entschiedenes Handeln mit einer Vision für Europa Online
  • mit Nicola Liebert und Rainald Ötsch: Deals im Dunkeln. Ziele und Wege der Regulierung von Schattenbanken. RLS-Papers, Online
  • Hintergrund: Staatsverschuldung in Deutschland - 2. aktualisierte Fassung Online
  • mit Tobias Kaphegyi und Henrik Piltz: Bildungsfinanzierung im föderalen Magerstaat. In: Sozialismus 5/2013 Online
  • mit Nicola Liebert: Besteuerung mit Augenmaß - Vermögen ist nicht gleich Vermögen. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 6/2013, Online
  • Szenarien eines Endes der Euro-Zone - Beispielhafte Darstellung von ökonomischen Auswirkungen Online
  • EU: Steuerflucht als Geschäftsmodell. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 12/2013 Online
  • mit Philipp Hersel: EZB könnte Verluste bei Anleihekäufen locker schultern. Online
  • mit Rainald Ötsch: Bail-in statt Bail-out: Bankenunion ohne Biss. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 7/2014 Online
  • mit Lisa Paus: Eine Europäische Ausgleichsunion – Die Währungsunion 2.0, Schriftenreihe Denkanstöße des Institutes Solidarische Moderne (ISM) online
  • mit Philipp Hersel: Solidarisches Miteinander statt ruinöser Wettbewerb - Europäische Ausgleichsunion. in: SOZIALISMUS 12/2011 online
  • mit Cansel Kiziltepe und Lisa Paus: Die ungelöste Eurokrise - Zwischenfazit und Ausblick anlässlich der Europawahl. ISM-Denkanstoß Nr. 16 Online
  • mit Jan Restat: Länderfinanzausgleich 2020: Die Spaltung der Republik. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 9/2014 Online
  • mit Carsten Sieling: „Schwarze Null“ oder öffentliche Wachstumsimpulse? (2015), über rot-rot-grüne Verständigungspotenziale. In: SOZIALISMUS 2/2015 Online
  • Rot-Rot-Grün: Aufbruch ohne Denkverbote. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 3/2015 Online
  • mit Alexander Recht, Paul Schäfer und Alban Werner: Aprilthesen. Wo wir stehen und was getan werden sollte. In: SOZIALISMUS 4/2015 Online, pdf
  • mit Rainald Ötsch: Bankenabwicklung: Zwischen Fata Morgana und Wirklichkeit. Rosa Luxemburg Stiftung Reihe Analysen, Juli 2015 Online (PDF)
  • mit Joachim Bischoff und Björn Radke: Industrie der Zukunft? Wertschöpfung zwischen De-Industrialisierung und vierter industrieller Revolution. Supplement der Zeitschrift Sozialismus 6/2015 Online
  • mit Marco Bülow und Lisa Paus: Schuldenkolonie Griechenland – ein bleibender Auftrag für die plurale Linke, Institut Solidarische Moderne (ISM), Schriftenreihe Denkanstöße Nr. 17, August 2015 Online
  • Die Deutsche Bank - eine der kriminellsten Banken der Welt. 12/2015 Online
  • Nimmt der Länderfinanzausgleich den Anreiz zum Steuervollzug? In: Wirtschaftsdienst 9/2016  www.axel-troost.de/article/9233.nimmt-der-laenderfinanzausgleich-den-anreiz-zum-steuervollzug.html
  • Klaus Busch/Axel Troost/Gesine Schwan/Frank Bsirske/Joachim Bischoff/Mechthild Schrooten/ Harald Wolf, „Europa geht auch solidarisch. Streitschrift für eine andere EU“, VSA-Verlag 2016  https://www.axel-troost.de/de/article/9298.europa-geht-auch-solidarisch-streitschrift-fuer-eine-andere-europaeische-union.html
  • Axel Troost, Griechische Politik im Faktencheck - Was Griechenland zur Krisenbewältigung tatsächlich geleistet hat. RLS ONLINE-Publikation 10/2017  https://www.rosalux.de/publikation/id/14754
als Herausgeber
  • 10 Jahre Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik: Erfahrungen, Wirkungen, Aufgaben. PIW, Bremen 1986.
  • Schwerpunktheft: Zehn Jahre „Aufbau Ost“ – Widersprüchliche Ergebnisse, Probleme und Alternativen. PIW, Bremen 2000.
  • Vollbeschäftigung und eine starke Sozialverfassung – Alternativen für eine Neue Ökonomie in Europa: Erklärung und Memorandum europäischer WirtschaftswissenschaftlerInnen. PIW, Bremen 2001.
  • Massenarbeitslosigkeit bekämpfen – Arbeit eine Perspektive geben: Der öffentlich geförderte Beschäftigungssektor, ÖBS-Kongress der PDS-Bundestagsfraktion am 26. und 27. April 2002, Berlin, Haus am Köllnischen Park. PIW, Bremen 2002.
  • mit Thomas Händel: Arbeitszeitentwicklung in Europa. Eine Studie von Steffen Lehndorff, Alexandra Wagner und Christine Franz im Auftrag der GUE/NGL, 2011 online
  • mit Thomas Händel (Hrsg.), Von der Sozialstaatspartei zur neuen LINKEN. Eine Geschichte der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), 288 Seiten, Mai 2016  http://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/von-der-sozialstaatspartei-zur-neuen-linken/

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Kurtzke, Gunter Quaißer (Hg.): Alternative Wirtschaftspolitik - Tro(o)st in Theorie und Praxis. Festschrift für Axel Troost zum 60. Geburtstag. Marburg 2014 Online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Axel Troost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Sachsens LINKE in Fraktionsführung im Bundestag stark vertreten"
  2. Troostlos in Sachsen. Der LINKEN-Abgeordnete Axel Troost verfehlte den Wiedereinzug in den Bundestag in Sachsen knapp, Neues Deutschland, 26. September 2017.