Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

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Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) ist ein 2004 gegründetes An-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin.[1] Zentrale Aufgabe des IQB ist die Weiterentwicklung, Operationalisierung, Normierung und Überprüfung von Bildungsstandards. Es ist eine wissenschaftliche Einrichtung der deutschen Bundesländer.

Besondere Bedeutung erlangte das Institut, nachdem die Kultusministerkonferenz im März 2012 beschlossen hatte, dass ab 2017 bundesweit alle Abiturprüfungen aus einem gemeinsamen Pool stammen sollen. Das IQB wurde beauftragt, diesen Pool zu entwickeln.

Direktorin ist (Stand: Februar 2016) Petra Stanat.

Geplantes Vorgehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es werden Bildungsstandards entwickelt, die angeben, was ein Schüler können oder wissen soll.
  • Es werden Testaufgaben entwickelt, die die Bildungsstandards abbilden.
  • Diese Testaufgaben werden ihrerseits an Schülern getestet und normiert.

Es ist geplant, das so entwickelte Instrumentarium als bundeseinheitlichen Vergleichsmaßstab für individuelle Schülerleistungen einzusetzen.

Darüber hinaus werden verschiedene Aspekte schulischer Bildung erforscht, zum Beispiel die Folgen von Inklusion auf den Bildungserfolg von Kindern mit Behinderungen.[2]

VERA (Vergleichsarbeiten in der Schule)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das IQB koordiniert die Entwicklung des Testmaterials für VERA (Vergleichsarbeiten in der Schule), erprobt das Material und stellt es in Testheften zusammen.[3]

Pool für Abiturprüfungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder beschloss 2012 einen bundesweiten Pool für Abitur-Prüfungsaufgaben aufzubauen. Dieser Aufgabenpool soll bundesweit gleiche Anforderungen in den Abiturprüfungen ermöglichen. In einem ersten Schritt sollen laut KMK im Herbst 2012 gemeinsame Bildungsstandards in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch verabschiedet werden und ab 2013 auch für die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Physik und Chemie. Das IQB soll auf dieser Grundlage Beispielaufgaben für die Abiturprüfungen erarbeiten. Dabei soll das Institut auch einen Vergleichsmaßstab erstellen, mit dem klar wird, welche Erwartungen an die Schüler gestellt werden und wie die Ergebnisse bewertet werden sollten. Die Länder sollen in den kommenden Jahren dem IQB Prüfungsaufgaben zur Verfügung stellen. Daraus entsteht schließlich ein gemeinsamer Aufgabenpool, der für einen Einsatz im Abitur 2016/2017 bereitstehen soll.[4]

In diesem Zusammenhang wurden Anforderungen zur Verwendung von digitalen Hilfsmitteln für das Fach Mathematik definiert. Als digitale Hilfsmittel zugelassen sind ein „einfacher wissenschaftlicher Taschenrechner“ (WTR) oder ein Computeralgebrasystem (CAS). Für jedes der beiden digitalen Hilfsmittel wird vorausgesetzt, dass es bei seiner Verwendung einen Zugriff auf Netzwerke jeglicher Art nicht zulässt. [5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Liste der An-Institute der HU unter https://www.hu-berlin.de/forschung/kooperation/standardseite/koop3_html
  2. Oliver Trenkamp und Lena Greiner: Inklusion: Behinderte Kinder lernen an Regelschulen besser. Spiegel Online, 8. Mai 2014, abgerufen am 8. Mai 2014.
  3. VERA – ein Überblick. Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, abgerufen am 17. Dezember 2015.
  4. http://www.tagesschau.de/inland/abitur106.html
  5. Definition der zugelassenen und nicht-zugelassenen Funktionen eines Taschenrechners laut IQB