Tatjana Nikolajewna Romanowa

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Tatjana Nikolaewna Romanowa
Tatjana Nikolaewna Romanowa (1914)

Großfürstin Tatjana Nikolajewna von Russland (Tatjana Nikolajewna Romanowa; russisch Татьяна Николаевна Романова; * 29. Maijul./ 10. Juni 1897greg. in Zarskoje Selo; † 17. Juli 1918 bei Jekaterinburg) war die zweite Tochter von Nikolaus II. von Russland und Alexandra Fjodorowna, vormals Alix von Hessen-Darmstadt.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Tatjana Nikolajewna erhielt ihren Vornamen nach der Figur der Tatjana aus Alexander Puschkins Werk Eugen Onegin.[1] Sie war wie ihre ältere Schwester Olga eine gute Schülerin. Sie beschäftigte sich gerne mit Handarbeiten, Klavierspielen und Lyrik. Wie ihre Mutter war sie stark religiös und teilte deren Interesse an Mode.

Im Jahr 1913 erkrankte sie an Typhus, nachdem sie Orangeade getrunken hatte, die mit unsauberem Wasser hergestellt worden war, und schwebte wochenlang zwischen Leben und Tod. Zu ihrer Genesung reiste die Familie für einen längeren Aufenthalt zu ihrer Sommerresidenz, dem Livadia-Palast auf der Krim.

Offizielles Foto von Großfürstin Tatjana (1910)

Tatjana pflegte ab 1912 eine schwärmerische Liebesbeziehung zu dem jungen, aus einer aristokratischen Familie stammenden Soldaten Dimitri Malama. Nachdem dieser ihr eine kleine französische Bulldogge geschenkt hatte, intensivierte sich sein Kontakt zur Romanow-Familie. Der Zar und die Zarin sahen in ihm bereits einen Schwiegersohn. Malama fiel jedoch in den ersten Tagen des Ersten Weltkrieges. Tatjana arbeitet danach wie ihre Mutter und ihre Schwester als Krankenschwester des russischen Roten Kreuzes bei der Versorgung verwundeter Soldaten in den Krankenhäusern. Ferner war sie Ehrenvorsitzende eines nach ihr benannten Komitees zur Unterstützung der Kriegsgeschädigten.

Gefangenschaft und Tod[Bearbeiten]

Als Folge der Februarrevolution 1917 und später der Oktoberrevolution wurde die gesamte Zarenfamilie gefangengenommen und etwa ein Jahr lang festgehalten. Während der Zeit der Gefangenschaft verlor Tatjana stark an Gewicht. Sie wurde in der Nacht des 17. Juli 1918 mit ihrer Familie im Ipatjew-Haus in Jekaterinburg erschossen

Gedenken[Bearbeiten]

Im August 2000 wurde sie mit ihrer Familie von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gunna Wendt: Alexandra - die letzte Zarin, Insel Verlag, Berlin, 2014 (s. 134)