Isogonal konjugierte Punkte

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Die Definition isogonal konjugierter Punkte in Bezug auf ein Dreieck ergibt sich aus dem folgenden Satz:

Es sei ABC ein Dreieck und P ein Punkt, der nicht auf den Dreiecksseiten liegt. Wir spiegeln die Geraden AP, BP und CP an den Winkelhalbierenden der Dreieckswinkel α, β bzw. γ. Dann schneiden sich die Spiegelbilder in einem neuen Punkt.

Dieser neue Punkt heißt der zu P isogonal konjugierte Punkt bezüglich des Dreiecks ABC (die Klausel "bezüglich des Dreiecks ABC" lässt man meist weg, wenn keine Verwechslung zu befürchten ist, also wenn nur ein Dreieck im Spiel ist). Bezeichnen wir den zu P isogonal konjugierten Punkt mit Q, dann ist der zu Q isogonal konjugierte Punkt wiederum der Punkt P. Daher kann man die Punkte P und Q als zueinander isogonal konjugierte Punkte bezeichnen.

IsogonalKonjugiert.png

Dabei ist anzumerken, dass der Begriff "Punkt" hier auf die projektive Ebene auszuweiten ist. Es kann nämlich vorkommen, dass die Spiegelbilder der Geraden AP, BP und CP an den Winkelhalbierenden der Dreieckswinkel α, β bzw. γ zueinander parallel sind; dann sagt man, dass sie sich in einem unendlich fernen Punkt (kurz: Fernpunkt) schneiden. Der Punkt Q ist also in diesem Fall ein Fernpunkt. (Man kann zeigen, dass dieser Fall - dass Q ein Fernpunkt ist - genau dann eintritt, wenn der Punkt P auf dem Umkreis des Dreiecks ABC liegt.)

Beispiele[Bearbeiten]

Eigenschaften[Bearbeiten]

  • Hat ein Punkt die trilinearen Koordinaten x:y:z, so sind die trilinearen Koordinaten des isogonal konjugierten Punktes gegeben durch

\frac{1}{x} : \frac{1}{y} : \frac{1}{z}.

  • Hat ein Punkt die baryzentrischen Koordinaten x:y:z, so sind die baryzentrischen Koordinaten des isogonal konjugierten Punktes gegeben durch \frac{a^2}{x} : \frac{b^2}{y} : \frac{c^2}{z}. Dabei stehen die Bezeichnungen a, b und c für die Seitenlängen des Dreiecks.
  • Die Fußpunktdreiecke zweier isogonal konjugierter Punkte haben denselben Umkreis.
  • Bildet man die Punkte einer Geraden auf die zugehörigen isogonal konjugierten Punkte ab, so entsteht ein Kegelschnitt, der durch die Ecken des gegebenen Dreiecks geht. Der Typ dieses Kegelschnitts hängt davon ab, wie die gegebene Gerade und der Umkreis des Dreiecks liegen: Schneidet die Gerade den Umkreis, ergibt sich eine Hyperbel. Ist die Gerade eine Tangente des Umkreises, so entsteht eine Parabel. Falls die Gerade keine gemeinsamen Punkte mit dem Umkreis hat, erhält man eine Ellipse.

Äquivalente Definition[Bearbeiten]

P sei ein Punkt des Dreiecks ABC, der nicht auf dessen Seiten liegt. Spiegelt man P an den Seiten BC, AC und AB bzw. deren Verlängerungen, so entstehen die drei Bildpunkte Pa, Pb und Pc. Der Umkreismittelpunkt Q von Dreieck PaPbPc heißt dann der zu P isogonal konjugierte Punkt bezüglich des Dreiecks ABC.

Erweiterung des Begriffs[Bearbeiten]

Man kann die Konstruktion des isogonal konjugierten Punkts Q auch für Punkte P auf den Seiten des Dreiecks ABC, nicht jedoch für seine Eckpunkte durchführen. Die entstehenden Bildpunkte sind dann immer die gegenüberliegenden Ecken von Dreieck ABC. Damit ist die Abbildung, die jedem Punkt seinen isogonal konjugierten Punkt zuordnet, nicht mehr injektiv und man kann nicht mehr von zwei zueinander isogonal konjugierten Punkten P und Q sprechen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Isotomisch konjugierte Punkte

Weblinks[Bearbeiten]