It Comes at Night

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Filmdaten
OriginaltitelIt Comes at Night
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2017
Länge91 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieTrey Edward Shults
DrehbuchTrey Edward Shults
ProduktionDavid Kaplan, Andrea Roa
MusikBrian McOmber
KameraDrew Daniels
SchnittTrey Edward Shults, Matthew Hannam
Besetzung

It Comes at Night (engl. für „Es kommt in der Nacht“) ist ein Horror-Thriller von Trey Edward Shults, der am 18. Januar 2018 in die deutschen Kinos kam.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Untergang der Zivilisation in einer postapokalyptischen Welt. Bud ist krank und er keucht unter seiner Gasmaske. Sein Körper ist mit Furunkeln bedeckt. Seine Tochter Sarah, ihr Ehemann Paul und ihr Sohn Travis bringen Bud in den Wald, wo sie ihn erschießen, in ein Grab werfen und seinen Leichnam in Brand setzen. Bud hatte sich mit einem Virus infiziert, das die Augen des Erkrankten schwarz werden und ihn Blut spucken lässt. Aber auch die Nichtinfizierten leben in dieser Welt in ständiger Angst. So wurden Paul und seine Familie immer wieder von einem unheimlichen Geschöpf heimgesucht, weshalb sie sich in ein abgelegenes Haus an einem Wald zurückgezogen haben.

Die Familie bemerkt eines Nachts, dass jemand versucht, in das Haus zu kommen. Es handelt sich dabei um einen Mann namens Will. Nachdem Paul ihn überwältigt, bindet er den Fremden an einen Baum, doch auch von ihm träumt Travis. Am nächsten Tag bietet Paul dem Mann Wasser an, wenn er seine Fragen wahrheitsgemäß beantwortet. Will war auf der Suche nach Wasser und Nahrung für seine Frau und seinen Sohn. Die beiden Männer holen Wills Familie und bringen sie zu Pauls Haus. Sie heißen Will, Kim und den Sohn Andrew zwar willkommen, doch erklären sie ihnen die Regeln, wenn sie mit ihnen zusammen leben wollen. Beide Familien leben nun in dem Haus weiter ihr gewohntes Leben, und nur manchmal essen sie gemeinsam oder spielen zusammen Brettspiele.

Travis, der einen Hund namens Stanley hat, wird häufig von Alpträumen geplagt. Er sieht sich darin, wie er einen Raum betritt, wo ein kranker Mann auf einem Bett liegt und zu schreien beginnt, als er sich ihm nähert. Als Stanley eines Tages zu bellen beginnt, gehen die beiden Väter nach draußen, um nachzusehen warum, doch der Hund rennt in den Wald. Als Travis Andrew auf dem Boden liegend im Wohnzimmer findet, kann sich dieser nicht mehr erinnern, wie er dorthin gekommen ist. Kurz später finden sie Stanley blutend in der Küche, woraufhin Paul ihn mit einem Gnadenschuss tötet und den Kadaver verbrennt. Sie vermuten, dass Andrew schlafwandelte, und die Familien beschließen, sich in nächster Zeit möglichst aus dem Weg zu gehen. Paul glaubt, dass Andrew sich infiziert hat, und will von Travis wissen, ob er ihn angefasst hat, und tatsächlich hustet Andrew am nächsten Morgen. Bald schon beginnen beide Familien aufeinander los zu gehen. Paul und Sarah überleben, doch letztlich hat das Virus auch Travis infiziert.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stab und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte Trey Edward Shults, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Shults hatte mit dem Film eigene Erfahrungen verarbeitet: „Das kommt durch den Verlust meines Vaters. Das, was Sarah in der Eingangsszene ihrem Vater erzählt, habe ich meinem Vater an seinem Sterbebett erzählt. Er hatte Angst und war voller Reue und wollte nicht loslassen. Das war eine traumatische Erfahrung, die mein Leben verändert hat. Zwei Monate später hab ich das Drehbuch geschrieben und es floss nur so aus mir heraus. In drei Tagen war es fertig.“[2] Über lange Strecken zeigt Shults die Geschehnisse aus der Perspektive von Pauls und Sarahs Sohn Travis.

Joel Edgerton spielt den Familienvater Paul, Carmen Ejogo seine Frau Sarah und Kelvin Harrison den gemeinsamen Sohn Travis. Christopher Abbott spielt den Vater der zweiten Familie Will, Riley Keough seine Frau Kim und Griffin Robert Faulkner den gemeinsamen Sohn Andrew. Bei Travis‘ Hund Stanley handele es sich um einen Hund mit einer ganz eigenen Persönlichkeit, so der Regisseur.[3]

Dreharbeiten, Marketing und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gebäude in der Byrdcliffe Colony

Die Dreharbeiten fanden in einem alten Haus in der Künstlerkolonie Byrdcliffe Colony in der Nähe von Woodstock in New York statt.[3] Die Produktionskosten beliefen sich auf rund 5 Millionen US-Dollar.

Anfang Juni 2017 veröffentlichte A24 einen finalen Trailer zum Film.[4] Der Film feierte am 29. April 2017 beim Overlook Film Festival in Mount Hood seine Premiere.[5] Am 9. Juni 2017 kam der Film in die US-amerikanischen Kinos. Ein Start in Deutschland erfolgte am 18. Januar 2018.[6]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmgenre und Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Genre erklärt Simon Scholl von PC Games, It Comes at Night als reinen Horrorfilm zu klassifizieren, würde eindeutig zu kurz greifen: „Zwar gibt es einige starke Grusel-Passagen, doch im Laufe der Zeit entwickelt sich die Handlung mehr und mehr zu einem sozialen Drama, in dem die Menschlichkeit während der Apokalypse eine zentrale Rolle spielt. Das funktioniert relativ gut und verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Bedeutungsebene. Nichtsdestoweniger bleibt dadurch viel von dem wirklich tollen Schauer-Potenzial vom Anfang ungenutzt.“[7]

Auch Antje Wessels bemerkt in ihrer Kritik, der Film sei kein Horrorschocker, wie der Trailer suggeriert und erklärt: „Nicht irgendein Monsterwesen ist das pure Böse, sondern der in die Enge getriebene Mensch.“ Der Film punkte nicht über reißerische Jump-Scares, so Wessels weiter, sondern vor allem über eine beklemmende Kammerspielatmosphäre, die sich mühelos zuspitzen kann, ohne dass „es“ tatsächlich nachts kommt.[8]

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[9] In Deutschland ist der Film FSK 16. In der Freigabebegründung heißt es: „Der Film ist von einer intensiven, fast durchgehend angespannten und bedrohlichen Atmosphäre geprägt. Immer wieder gibt es auch Gewalt- und Tötungsszenen, die aber nicht ausgespielt werden. Jugendliche ab 16 Jahren sind fähig, die Handlung als irreale Horrorgeschichte zu durchschauen und die Geschehnisse entsprechend einzuordnen.“[10]

Kritiken und Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film konnte bislang 88 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen.[11] Im Rahmen der Golden Tomato Awards des Jahres 2017 ging der Film als Drittplatzierter in der Kategorie Best Horror Movie hervor.[12][13]

Trey Edward Shults führte bei dem Film Regie und schrieb auch das Drehbuch

Antje Wessels bemerkt auf Quotenmeter.de das Marketing des Film, das einen falschen Eindruck von diesem erweckt habe und der kein Horrorschocker sei, wie im Trailer suggeriert: „Schnelle Schnitte, eine dröhnende Tonspur und die Andeutung von explizitem Bildmaterial sollen einen hysterischen Horrorreißer suggerieren, doch am Ende ist It Comes at Night vielmehr eine Art Hybrid aus dem Thriller-Kammerspiel 10 Cloverfield Lane und M. Night Shyamalans zwiespältig aufgefasstem Twistride The Village, wobei dieser Vergleich keinerlei Aufschluss über den Ausgang der Geschichte gibt.“ Der Film sei atmosphärisch dicht und emotional fordernd, so Wessels weiter, was ein hochspannendes, unaufgeregtes und nicht minder forderndes Psychospiel ergebe, das den Puls des Zuschauers ganz ohne Blut und Monster ordentlich in die Höhe schnellen lasse. Weiter bemerkt Wessels, einzelne Erzählfragmente machten allenfalls erahnbar, was die Zivilisation einst dahinraffte und unter welchen Bedingungen die letzten Verbliebenen des Super-GAUs nun leben müssen. Wessels bemerkt das Taktieren mit der Ungewissheit, kritisiert jedoch auch, dass die innerfilmische Logik nicht immer gewahrt werde und der Zuschauer manchmal ein Auge zudrücken müsse, um das Gezeigte glaubhaft im Kontext unterbringen zu können. Über Kameramann Drew Daniels sagt Wessels, dieser qualifiziere sich mit seiner paralysierenden Arbeit als einer der besten im jüngeren Genrebereich. Filmkomponist Brian McOmber seinerseits habe eine solch zurückhaltende Musik fabriziert, dass die aussagekräftige Tonspur aus fremden Geräuschen und unheimlichen Lauten noch mehr zur Geltung komme. Wessels resümiert, in dieser Kombination malträtiere It Comes at Night die Nerven des Zuschauers auch ohne Jump-Scares ganz ordentlich.[8]

Brian Tallerico, ein Kritiker von Roger Ebert, sagt, es gebe im Film zwar keine Zombies auf den Straßen, Butzemänner im Keller oder Hexen im Wald, doch er sei dennoch einer der gruseligsten Filme seit Jahren.[14]

Simon Scholl von PC Games resümiert in seiner Kritik zum Film: „Ambitioniertes und lohnenswertes Horror-Drama, das sich aber gerne stärker auf seine Kernkompetenzen hätte fokussieren dürfen.“[7]

Die weltweite Einnahmen aus Kinovorführungen belaufen sich bislang auf rund 19,3 Millionen US-Dollar.[15]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artios Awards 2018

  • Nominierung in der Kategorie Low Budget – Comedy or Drama[16]

Black Reel Awards 2018

Gotham Awards 2017

Los Angeles Online Film Critics Society Awards 2018

  • Nominierung in der Kategorie Best Sci-Fi / Horror[18]

Phoenix Film Critics Society Awards 2017

  • Nominierung in der Kategorie The Overlooked Film of the Year[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für It Comes at Night. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 169692/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. 'It comes at night': Independent-Horrorfilm mit Potenzial In: euronews.com. Abgerufen am 16. Januar 2018.
  3. a b https://www.nytimes.com/2017/06/08/movies/trey-edward-shults-interview-it-comes-at-night.html?mcubz=0
  4. http://www.robots-and-dragons.de/news/113716-it-comes-at-night-finaler-trailer-zum-horror-thriller
  5. http://www.wweek.com/arts/movies/2017/06/07/it-comes-at-night-is-a-masterclass-in-lingering-dread/
  6. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 5. Oktober 2017.
  7. a b http://www.pcgames.de/It-Comes-At-Night-Film-267065/Tests/Filmkritik-zum-Survival-Horror-1247914/
  8. a b Antje Wessels: Ein paranoider Thriller der Extraklasse: 'It Comes at Night' In: quotenmeter.de, 16. Januar 2018.
  9. It Comes at Night In: parentpreviews.com. Abgerufen am 5. Oktober 2017.
  10. Freigabebegründung für It Comes at Night In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 18. Januar 2018.
  11. It Comes at Night In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 16. Januar 2018.
  12. Best-reviewed Wide Release 2017 In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  13. Best-reviewed Horror-Movies 2017 In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  14. http://www.rogerebert.com/reviews/it-comes-at-night-2017
  15. It Comes at Night In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 15. November 2017.
  16. Patrick Hipes: Artios Awards Film Nominations Unveiled In: deadline.com, 2. Januar 2018.
  17. Gordon Cox: 'Get Out' Leads 2017 Gotham Awards Nominations In: Variety, 19. Oktober 2017.
  18. Chris Evangelista: 2017 Los Angeles Online Film Critics Society Nominations Announced In: slashfilm.com, 4. Dezember 2017.
  19. 2017 Awards Winners In: phoenixfilmcriticssociety.org. Abgerufen am 7. Januar 2018.