Ivan Hlaváček

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Ivan Hlaváček, 2013

Ivan Hlaváček (* 28. Mai 1931 in Prag) ist ein tschechischer Historiker.

Ivan Hlaváček legte 1950 das Abitur in Prag ab. Von 1950 bis 1955 studierte er Historische Hilfswissenschaften, Archivistik und Geschichte an der Karls-Universität Prag. Von 1955 bis 1967 war er Oberassistent am Lehrstuhl für Historische Hilfswissenschaften und Archivistik an der Karls-Universität Prag. 1966 erfolgte seine Habilitation mit einer Arbeit über das Urkunden- und Kanzleiwesen des böhmischen und römisch-deutschen Königs Wenzel. 1967 wurde Hlaváček Dozent und 1991 ordentlicher Professor für Historische Hilfswissenschaften an der Karls-Universität Prag. Von 1991 bis 1999 war er Leiter des Instituts für Historische Hilfswissenschaften und Archivstik und von 1991 bis 1994 Prodekan der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität Prag. Von 1992 bis 1998 lehrte Hlaváček als Gastprofessor an der Universität Konstanz.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Historischen Hilfswissenschaften, Diplomatik und Kodikologie mit dem Schwerpunkt auf dem Hoch- und Spätmittelalter und dabei besonders die böhmisch-mährische Landesgeschichte. Weitere Schwerpunkte sind die Verwaltungsgeschichte und die politische Geschichte der spätmittelalterlichen Königsherrschaft, die Bibliotheksgeschichte, die Kulturgeschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit.

Für seine Forschungen wurden Hlaváček zahlreiche wissenschaftliche Ehrungen und Mitgliedschaften zugesprochen. 1977 wurde Hlaváček korrespondierendes Mitglied der Monumenta Germaniae Historica. Seit 1990 ist er Mitglied des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte und seit 1993 korrespondierendes Mitglied im Ausland der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 1997 ernannte ihn die Gelehrte Gesellschaft der Tschechischen Republik zu ihrem Mitglied. 1999 war er Vizepräsident der Commission Internationale de Diplomatique. Der fast 90-jährige Hlaváček verfasste in den Jahrzehnten seines Wirkens über 500 Beiträge. Als Rezensent tritt er immer noch in Erscheinung.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien

  • Das Urkunden- und Kanzleiwesen des böhmischen und römischen Königs Wenzel (IV.) 1376–1419. Ein Beitrag zur spätmittelalterlichen Diplomatik (= Monumenta Germaniae historica. Bd. 23). Hiersemann, Stuttgart 1970, ISBN 3-7772-7003-2 (Teilweise zugleich: Prag, Universität, Habilitations-Schrift, 1967).
  • Středověké soupisy knih a knihoven v českých zemích. Přispěvek ke kulturnim dějinám českým (= Acta Universitatis Carolinae. Bd. 11). Univ. Karlova, Prag 1966.

Herausgeberschaften

  • Reform von Kirche und Reich zur Zeit der Konzilien von Konstanz (1414–1418) und Basel (1431–1449). Konstanz-Prager Historisches Kolloquium (11. – 17. Oktober 1993). UVK, Konstanz 1996, ISBN 3-87940-517-4.
  • mit Alexander Patschovsky: Böhmen und seine Nachbarn in der Přemyslidenzeit (= Vorträge und Forschungen. Bd. 74.) Thorbecke, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7995-6874-6 (online)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ivan Hlaváček. In: Jürgen Petersohn (Hrsg.): Der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte. Die Mitglieder und ihr Werk. Eine bio-bibliographische Dokumentation (= Veröffentlichungen des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte aus Anlass seines fünfzigjährigen Bestehens 1951–2001. Bd. 2). Thorbecke, Stuttgart 2001, ISBN 3-7995-6906-5, S. 183–197 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]