Jérôme Lejeune

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Jérôme Lejeune

Jérôme Lejeune (* 13. Juni 1926; † 3. April 1994) war ein französischer Pädiater und Genetiker.

Er beschrieb 1963 als erster unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten das Katzenschrei-Syndrom und bezeichnete es nach dem katzenähnlichen Schrei (cri-du-chat) der betroffenen Kinder im frühen Kindesalter. Das Syndrom ist darum auch unter „Lejeune-Syndrom“ bekannt.

1959 beschrieb Lejeune die Entdeckung der genetischen Ursache des Down-Syndroms. Er beschrieb den Zusammenhang zwischen der Verdreifachung eines Chromosoms (Trisomie) und dem Down-Syndrom. [1] 2009 beanspruchte Marthe Gautier die Entdeckung der Trisomie sowie die grundlegende Laborarbeit für sich selbst.[2]

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit praktizierte er weiter als Kinderarzt. Jérôme Lejeune war lange Zeit Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Er setzte sich für das Recht auf Leben behinderter Kinder ein. Gerade durch diesen Einsatz gegen die pränatale Auswahl und Abtreibung genetisch kranker Kinder setzte sich Lejeune schon zu Lebzeiten heftiger Kritik aus. Er selbst sah es daher als tragisch an, dass gerade er die Möglichkeit der pränatalen Diagnostik geliefert hatte.

Lejeune wurde 1969 mit dem William Allan Award und 1984 mit einem internationalen Antonio-Feltrinelli-Preis ausgezeichnet. Er war ein persönlicher Freund von Papst Johannes Paul II., der ihn in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften aufnahm und zum Präsidenten der neu ins Leben gerufenen Päpstlichen Akademie für das Leben machte. Kurz darauf starb Lejeune jedoch an Krebs.

Papst Johannes Paul besuchte bei seiner Reise nach Frankreich das Grab Lejeunes und sprach sich für dessen Seligsprechung aus. Die Abtei Saint-Wandrille hat die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses postuliert, mittlerweile wurde Lejeune zum ehrwürdigen Diener Gottes erhoben.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. Lejeune, M. Gautier et R. Turpin Les chromosomes humains en culture de tissus C. R. Acad. Sciences, 26 janvier 1959.
  2. Gautier M (2009) Cinquantenaire de la trisomie 21. Retour sur une découverte. Med Sci (Paris) 25(3): 311–315