Jürgen John

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Jürgen John (* 1. September 1942 in Arnstadt) ist ein deutscher Historiker mit dem Schwerpunkt Regionalgeschichte.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Jena und der Universität Halle von 1960 bis 1965 promovierte John 1969 und habilitierte (Promotion B) sich 1984 in Jena. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter wirkte er zwischen 1965 und 1985 an der Universität Jena, unterbrochen von einer Tätigkeit beim Verband der Film- und Fernsehschaffenden Berlin (1972–1975). Von 1985 bis zur Auflösung 1991 war John Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin und bis 1993 bei der Koordinierungs- und Aufbau-Initiative Berlin angestellt. Über das Wissenschaftler-Integrations-Programm (WIP) konnte John an der Universität Jena weiterforschen, bis er 1995 die Berufung auf die dortige Stiftungsprofessur für Moderne mitteldeutsche Regionalgeschichte erhielt.

Johns Forschungsschwerpunkte umfassen dabei die Vergleichende Landesgeschichte, den mitteldeutschen Geschichtsraum und die Mitteldeutschland-Planungen, besonders die Thüringische Landesgeschichte 1920 bis 1952 sowie die jüngere Jenaer Stadtgeschichte und Universitätsgeschichte. Seine Dissertation zur thüringischen Rüstungswirtschaft gilt als die erste wissenschaftliche Regionalstudie zum Nationalsozialismus im deutschen Sprachraum.[1] John war unter anderem Leiter des interdisziplinären Forschungsprojektes Deutschlands Mitte (über intellektuelle Regionaleliten) und des Forschungsprojektes Die NS-Gaue als Mobilisierungsstrukturen im Krieg (über kriegsgerichtete Agrar- und Rüstungspolitik), die beide von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurden.

Bis 2006 war John Mitglied der Historischen Kommission für Thüringen. 2007 wurde er emeritiert und forscht seitdem weiter in Jena. Er ist Mitherausgeber der Reihe Quellen und Beiträge zur Geschichte der Universität Jena. Für die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen gab John diverse Bände der Reihe Quellen zur Geschichte Thüringens heraus.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine gedruckte Bibliographie (Stand Sommer 2007) findet sich in: Reinhard Jonscher, Oliver Lemuth, Thomas Pester: Publikationsverzeichnis (1965–2007). In: Monika Gibas, Rüdiger Stutz, Justus H. Ulbricht (Hrsg.): Couragierte Wissenschaft. Eine Festschrift für Jürgen John zum 65. Geburtstag. Glaux, Jena 2007, S. 401–408.

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Rüdiger Stutz: Die Jenaer Universität 1918–1945, in: Traditionen – Brüche – Wandlungen. Die Universität Jena 1850–1995, Böhlau, Köln [u. a.] 2009, S. 270–587.
  • Der Mythos vom „rein gebliebenen Geist“: Denkmuster und Strategien des intellektuellen Neubeginns 1945, in: Uwe Hoßfeld, Tobias Kaiser, Heinz Mestrup (Hrsg.): Hochschule im Sozialismus. Studien zur Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945–1990), Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2007.
  • Zeitgeschichte und Erinnerungskultur. Grundaspekte und ein Fallbeispiel: Die Erinnerungslandschaft Rudelsburg-Saaleck, in: Ramona Myrrhe (Hrsg.): Geschichte als Beruf. Demokratie und Diktatur. Protestantismus und politische Kultur. Festschrift zum 65. Geburtstag von Klaus Erich Pollmann, Halle 2005, S. 121–138.
  • Das Bild der Novemberrevolution 1918 in Geschichtspolitik und Geschichtswissenschaft der DDR, in: Heinrich August Winkler (Hrsg.): Weimar im Widerstreit. Deutungen der ersten deutschen Republik im geteilten Deutschland (= Schriftenreihe der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte 10), Oldenburg: München 2002, S. 43–84.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Monika Gibas, Rüdiger Stutz, Justus H. Ulbricht (Hrsg.): Couragierte Wissenschaft. Eine Festschrift für Jürgen John zum 65. Geburtstag. Glaux, Jena 2007, ISBN 978-3-940265-09-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rüdiger Stutz: „Rassebollwerke“ und „Rüstungsschmieden“ des „Dritten Reiches“. Eine Skizze zur Typologisierung der NS-Gaue in den Vorkriegsjahren. In: Gibas, Stutz, Ulbricht (Hrsg.): Couragierte Wissenschaft (2007), S. 44–59, hier S. 45.