Jacinta Nandi

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Jacinta Nandi (geboren 4. April 1980 in London) ist eine britische Autorin, Bloggerin und Kolumnistin. Sie lebt seit 2000 in Berlin und schreibt in deutscher und englischer Sprache.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacinta Nandi wurde 1980 in Ost-London geboren.[1] Ihre Familie entstammt der englischen Arbeiterklasse. Die Eltern sind geschieden. Nandi wuchs mit einem Stiefvater und Halbgeschwistern auf. Nach Abschluss der Schule studierte sie moderne Sprachen und kam im Jahr 2000 nach Berlin, um als Assistenzlehrerin an einer Grundschule zu arbeiten. Sie schloss das Studium mit Bachelor ab und lebt seither in Berlin, wo sie unter anderem als Englischlehrerin an einer privaten Sprachschule arbeitete. Nandi hat einen Sohn, ist geschieden und lebt in Berlin-Neukölln.[2]

Tätigkeit als Autorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nandi versuchte nach eigenen Angaben bereits als 16-Jährige Groschenromane zu schreiben.[3] In Berlin fand sie Anschluss an Lesebühnen und wurde darüber auch bekannt.[4] Sie ist festes Mitglied der „Surfpoeten“ und der Neuköllner Lesebühne „Rakete 2000“. Sie schreibt sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache, wobei sie immer wieder Wörter oder Sätze der jeweils anderen Sprache einfließen lässt. Für die britische Tageszeitung The Guardian schreibt Jacinta Nandi seit 2013 über die Transgender-Debatte in Deutschland. Für das englischsprachige Berlin-Magazin Exberliner verfasste Jacinta Nandi bis 2014 regelmäßig Artikel in ihrem Blog „Amok Mama“. In den Texten geht es oft um ihren Alltag als Alleinerziehende, das Leben als Single in Berlin und um die Unterschiede zwischen England und Deutschland. In der taz erschien Nandis Kolumnen-Serie „Die gute Ausländerin“. Seit April 2014 betreibt sie ein taz-Blog mit dem Titel „Riotmama“.[5]

Nandi versteht sich als Feministin, wehrt sich in ihren Texten aber gegen aus ihrer Sicht überzogene Political Correctness.

2011 erschien ihr erstes Buch mit dem Titel Deutsch werden: Why German people love playing frisbee with their nana naked. Zusammen mit dem Berliner Schriftsteller Jakob Hein veröffentlichte sie 2013 Fish’n’Chips & Spreewaldgurken. Warum Ossis öfter Sex und Engländer mehr Spaß hatten. Doris Akrap schrieb darüber in der taz: „So lustig waren Klischees selten.“[6] Im Jahr 2015 erschien Jacinta Nandis autobiografischer Roman Nichts gegen blasen. Die Wochenzeitung Jungle World beschrieb das Werk als „300-seitige Tour de Force durch Online-Dating-Portale, durch die eigene Familiengeschichte, die des Rassismus, der Migration und des Fußballs in England“. Das Urteil des Focus lautete: „Wer sich an der zotigen Sprache nicht stört, bekommt aber gute Unterhaltung geboten – und sicher auch den ein oder anderen Denk-Anstoß.“[7]

Comedy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit Ben Knight, James Harris und Jörg Kaier gründete sie die Stand-up-Comedy- und Theater-Gruppe My English Class[8], die jeden Monat mit einem anderen Programm auf kleinen Bühnen und mit einem Musical im English Theatre Berlin auftrat. Philipp Lichterbeck befand 2008 im Tagesspiegel, My English Class gehöre „zum Gewagtesten, was Berlin jenseits der großen Bühnen zu bieten hat“.[9]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsch werden – Why German people love playing frisbee with their nana naked. Bühnentexte from an english amok mama in Berlin. periplaneta-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-940767-76-9.
  • mit Jacob Hein: Fish’n’Chips & Spreewaldgurken. Warum Ossis öfter Sex und Engländer mehr Spaß hatten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-462-04508-6.
  • nichts gegen blasen. Ullstein Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3864930294.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anne Lena Mösken: Interview mit Jacinta Nandi: Das Leben in Berlin ist abgefuckt – aber nie langweilig. Berliner Zeitung, 10. Mai 2015, abgerufen am 6. Juli 2015.
  2. Jacinta Nandi. Profil im Guardian, 10. November 2013.
  3. Jürgen Kiontke: „Abgesehen von den Tatsachen ist alles erfunden“. Interview in: Jungle World 23/2015, 4. Juni 2015, abgerufen am 13. Juni 2015.
  4. Anne Lemhöfer: Kindheitserinnerungen: Nur geträumt. In: Die Zeit Nr. 16/2013, 11. April 2013. 11. April 2013, abgerufen am 6. Juli 2015.
  5. Kolumne Luft und Liebe: Sex, Sex, Sex, Sex und ein Aber. taz.die tageszeitung, 4. Juni 2015, abgerufen am 17. Juni 2015.
  6. Doris Akrap: „taz“ auf der Leipziger Buchmesse 2013: Schallplatten und Avocadocreme. taz.die tageszeitung, 11. März 2013, abgerufen am 13. Juni 2015.
  7. Blowjob, Orgasmus, Sex-Probleme: Wenn Frauen über Sex schreiben – schön schmutzig. Focus Online, 23. Mai 2015, abgerufen am 6. Juli 2015.
  8. Website My English Class, abgerufen am 9. Juli 2015.
  9. Philipp Lichterbeck: Kultur: Sex-Streik in Wedding. Der Tagesspiegel, 28. Januar 2008, abgerufen am 28. Juli 2015.