Jakob Hein

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Jakob Hein (2004)

Jakob Hein (* 25. Oktober 1971 in Leipzig, DDR) ist ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor, Dramatiker und Arzt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakob Hein wurde als zweiter Sohn des Schriftstellers Christoph Hein und der Filmregisseurin Christiane Hein geboren. Er besuchte die Spezialschule für Mathematik Heinrich Hertz in Berlin, die er 1990 mit dem Abitur abschloss. Hein studierte Medizin in Berlin, Stockholm und Boston, und promovierte im Jahr 2000 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Arbeit The specific disorder of arithmetical skills.[1]

Von 1998 bis 2011 war er Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Berliner Universitätskrankenhaus Charité.[2] Seit 2011 arbeitet er als niedergelassener Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie in der Torstraße.[3]

Er schloss sich 1998 der im Kaffee Burger regelmäßig auftretenden Berliner Lesebühne Reformbühne Heim & Welt an und erprobte sich am Mikrofon zusammen mit anderen Kollegen (u. a. Ahne, Falko Hennig, Heiko Werning, Uli Hannemann und zeitweise auch Wladimir Kaminer) an Vortragsformen zwischen Slam-Poetry, Stand-up Comedy und Autorenlesung. Diese Entstehungsgeschichte ist besonders seinen ersten beiden Büchern anzumerken: Heins Geschichten sind oft kurz, voller Witz und befassen sich auch mit ganz alltäglichen Themen.[4] Später veröffentlichte er kaum noch Kurzgeschichten, sondern Romane wie "Herr Jensen steigt aus", der wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand[5].

2010 schrieb Hein das Stück Johnny Chicago oder Super ist gar kein Ausdruck, das an der Berliner Volksbühne uraufgeführt wurde. Die Hauptrolle übernahm der Berliner Komiker Kurt Krömer, Hein selbst übernahm die zweite Hauptrolle[6]. 2017 wurde in der ARD die Komödie Zwei Bauern und kein Land ausgestrahlt, für die Hein das Drehbuch verfasst hatte[7]. Der Film wurde sehr positiv besprochen[8] und erreichte fast vier Millionen Zuschauer[9].

Hein lebt in Berlin.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mein erstes T-Shirt. Piper, München 2001, ISBN 3-492-27025-5.
  • Formen menschlichen Zusammenlebens. Piper, München 2003, ISBN 3-492-27046-8.
  • Vielleicht ist es sogar schön. Piper, München 2004, ISBN 3-492-04603-7.
  • Rede eines jungen Autors für seinen alten Verlag. Piper, München 2004. (Rede zum 100-jährigen Verlagsjubiläum von Piper.)
  • Mexiko – Mexiko. Berliner Handpresse, Berlin 2005. (Limitierte Auflage mit Original-Linolschnitt von Wolfgang Jörg.)
  • Gebrauchsanweisung für Berlin. Piper, München 2006, ISBN 3-492-27555-9.
  • Herr Jensen steigt aus. Piper, München 2006, ISBN 978-3-492-04857-6.
  • Antrag auf ständige Ausreise und andere Mythen der DDR. Piper, München 2007, ISBN 3-492-25046-7.
  • Der Alltag der Superhelden: Märchen für anders begabte Erwachsene. Edition Tiamat, Berlin 2008, ISBN 3-89320-123-8.
  • Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht. Piper, München 2008, ISBN 978-3-492-05207-8.[10]
  • Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand. Piper, München 2009, ISBN 978-3-492-05359-4. (Eine Bühnenfassung wurde 2010 am Schauspiel Essen in einer Inszenierung von David Bösch uraufgeführt[11] und kurz darauf vom Schauspielhaus Bochum übernommen[12]).
  • Johnny Chicago oder Super ist gar kein Ausdruck, Theaterstück 2011
  • Wurst und Wahn. Ein Geständnis. Galiani, Berlin 2011, ISBN 978-3-86971-047-1.
  • mit Jacinta Nandi: Fish’n’Chips & Spreewaldgurken. Warum Ossis öfter Sex und Engländer mehr Spaß hatten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-462-04508-6.
  • mit Jürgen Witte: Deutsche und Humor - Geschichte einer Feindschaft. Galiani, Berlin 2013, ISBN 978-3869710761
  • Kaltes Wasser Galiani, Berlin 2016, ISBN 978-3869711256

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jakob Hein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jakob Hein: Dissertation: The Specific disorder of arithmetical skills. 12. Juni 2000, urn:nbn:de:kobv:11-10013563.
  2. Thorkit Treichel: Jakob Hein verlässt Charité. In: Berliner Zeitung vom 23. Februar 2011.
  3. Eintrag zu Dr. med. Jakob Hein bei der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (Abgerufen am 26. Januar 2013)
  4. Henryk M. Broder, Reinhard Mohr: Der Aufstand der Surfpoeten. In: Der Spiegel. Nr. 6, 2000, S. 110–113 (online7. Februar 2000).
  5. SPIEGEL-Bestsellerliste Nr. 25 – 19.6.2006 | Arbs. Abgerufen am 17. März 2017.
  6. Volksbühne Berlin: Volksbühne Berlin. Abgerufen am 11. März 2017.
  7. Zwei Bauern und kein Land | Freitag im Ersten. Abgerufen am 11. März 2017.
  8. Oliver Jungen: ARD-Bauernschwank: Allein auf weiter Flur. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. März 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 11. März 2017]).
  9. Primetime-Check: Freitag, 3. März 2017. In: Quotenmeter. 4. März 2017 (quotenmeter.de [abgerufen am 11. März 2017]).
  10. Hörprobe, gelesen vom Autor, beim Literaturport.
  11. Gudrun Norbisrath: Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand. In: „Der Westen“, Portal der WAZ-Gruppe. (Memento vom 20. April 2010 im Internet Archive)
  12. Tom Thelen: Die DDR lebt im Schauspielhaus Bochum weiter. In: „Der Westen“, Portal der WAZ-Gruppe vom 26. Oktober 2010.