Jan Decker

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Jan Decker (* 9. November 1977 in Kassel) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Decker wurde als Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin geboren. Er besuchte das Friedrich-Koenig-Gymnasium in Würzburg und gab in einer Abiturzeitung als Berufswunsch Schriftsteller an.[1] Mit Martin Maria Eschenbach, Carsten Kurpanek und Nico Manger gründete er 1995 in Höchberg bei Würzburg die Post-Grunge-Band Sandmann.[2] In einer Ausbildung zum Buchhändler lernte Decker, wie der Buchmarkt funktioniert.[3] Er studierte zunächst Germanistik und Philosophie in Hannover und Greifswald, bevor er sich ausschließlich dem Schreiben zuwandte.

Er studierte von 2004 bis 2008 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit dieser Zeit schrieb Decker Theaterstücke mit Uraufführungen unter anderem am Staatstheater Nürnberg[4] und dem Theater Vorpommern[5] sowie zahlreiche Hörspiele und Features. In Anthologien und Zeitschriften veröffentlichte er Dramen, Kurzprosa, Essays und gelegentlich Lyrik.

Sein Buch Eckermann oder die Geburt der Psychoanalyse aus dem Geist Goethes erschien 2012 mit Zeichnungen von Kay Voigtmann. Für diesen Monolog um Goethes „ewigen Gehilfen“ erhielt Decker positive Besprechungen.[6]

Jan Decker hatte Lehraufträge der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe[7] und der Bergischen Universität Wuppertal.[8] Am Fachbereich Germanistik der Universität Osnabrück unterrichtet er u. a. Hörspiel, Radiofeature und Kreatives Schreiben.[9] Er legte 2014 mit Praxisleitfaden Hörspielwerkstatt eine didaktische Handreichung zum Hörspiel vor.

Jan Decker publiziert regelmäßig auf den Kulturseiten der Tageszeitung junge Welt[10] und ist auch im Deutschlandradio und weiteren Medien zu finden.

Decker ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kassensturz!. UA Theater Vorpommern 2006
  • Rückenschwimmer. UA Staatstheater Nürnberg 2009
  • Beelitz Heilstätten. Tragischer Monolog und komisches Nachspiel. UA Cammerspiele Leipzig 2013

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • er.ich. Autorenproduktion 2005
  • Letzte Bilder. Hörspiel nach einem Text von Christoph Schwarz. Autorenproduktion 2007
  • Hachiko. SWR 2008
  • Amaryllis. SWR 2009
  • In den Bäuchen der Städte atmete ich auf. SWR 2009
  • Wie die fünfte Kolonne Moskaus zu den Instrumenten griff. SWR 2010
  • Black Box. WDR 2010
  • Hotel California. Ein akustischer Roadtrip. rbb 2010
  • Die große Weltreise. SWR 2011
  • Der große Coup am Biwasee. SWR 2011
  • Welspaprikas. SWR 2012
  • Mutationen. Originalhörspiel für Smartphones. HfG Karlsruhe 2011/2012
  • Schifoan. SWR 2013
  • Die Leoparden brüllen wieder. SWR 2013
  • Jockey Deutschland. SWR 2014
  • Gua Nim Washoe. SWR 2015
  • Bei Betty. SRF 2015
  • Winterswijk. SWR 2016
  • Der Bergfex. Luis Trenker ungeschminkt. rbb 2017
  • Fado fatal. NDR 2017
  • Was weißt du schon über Junikäfer?. SWR 2017
  • Kalte Sophie. NDR 2019
  • Bestie Angerstein. SWR 2019
  • Comet Hau. Hörspiel in zwei Teilen. SWR 2021
  • Brexit Blues. NDR 2021

Features[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jaco Pastorius' Gang durch den Schnee von Rheidt nach Havona. Über die letzte Tournee einer Jazzlegende. DKultur 2011
  • Morgenland und Abendland. Friedrich Engels, der Erfinder des Marxismus, und mein Urgroßvater Wilhelm Decker, der Erfinder des Annähdruckknopfs. DKultur 2013
  • Mein digitales Ich. MDR 2014
  • Linkshänder sein. Vom Leben andersherum. DLF 2015
  • Erich Loest die Probleme. Der Schriftsteller und seine „fast zweite Heimat“ Osnabrück. DKultur 2015
  • Texas Pattis Karnevalsparty. Dlf Kultur 2017
  • Bandsalat, liebevoll zubereitet. Die Kassette zwischen Nostalgie und Renaissance. Dlf 2018
  • Mein Vater, der Grenzer. SWR 2018
  • From Pink to Blue. Die Stimme von Joni Mitchell. Dlf Kultur 2018
  • Gespräche über den abwesenden Herrn Hacks. Der „Goethe der DDR“ revisited. Dlf Kultur 2021

Libretti[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Japanische Miniaturen. Musik: Caspar de Gelmini. UA 2012 Konzerthaus Berlin (Work in Progress unter der Leitung von Gerhardt Müller-Goldboom)
  • LEIPZIGNOIR 1914. Musik: Moritz Eggert, Caspar de Gelmini, Fabian Russ, Annette Schlünz. UA 2014 UT Connewitz Leipzig (Freies Ensemble unter der Leitung von Gerhardt Müller-Goldboom)

Reportagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wie wollen wir lieben?. Dlf 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dies indipendentiae. Abiturzeitung des Friedrich-Koenig-Gymnasiums Jahrgang 1995/97.
  2. Leicht-Sinn. CD 1998 (von Sandmann und Freddy Setz im Tonstudio Würzburg aufgenommen und gemixt).
  3. Niklas Kuschkowitz: 10 Fragen an Jan Decker. In: STADTBLATT Osnabrück (12/2018), bvw Verlag GmbH, S. 5.
  4. Jan Decker: Premiere am Staatstheater Nürnberg. In: Main-Post, 7. Dezember 2008, abgerufen am 17. Juli 2016.
  5. Kassensturz! Schauspiel von Jan Decker. Theater Vorpommern in Greifswald und Stralsund, archiviert vom Original am 4. März 2014; abgerufen am 17. Juli 2016.
  6. Dietmar Jacobsen: Goethes Papagei auf der Couch. Rezension auf literaturkritik.de, 14. Mai 2012, abgerufen am 17. Juli 2016.
  7. Jan Decker beim Horlemann Verlag, abgerufen am 17. Juli 2016.
  8. Jan Decker auf den Webseiten der Bergischen Universität Wuppertal, abgerufen am 19. Januar 2018.
  9. Dozentenseite von Jan Decker an der Universität Osnabrück, abgerufen am 17. Juli 2016.
  10. Siehe etwa: Über allen Gipfeln ist Ruh'. Mein Blick auf die Literatur der Schweiz, in: junge Welt, 6. Juli 2019.
  11. Ein besonderes Fleckchen Erde. Elbe-Jeetzel-Zeitung, 27. Oktober 2015, Seite 5.