Jemielna

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Jemielna (deutsch Gimmel) ist eine Ortschaft mit rund 300 Einwohnern in der Stadt- und Landgemeinde Bierutów im Powiat Oleśnicki in der Woiwodschaft Niederschlesien, Polen. Vor 1945 gehörte die Ortschaft zum Landkreis Oels in der preußischen Provinz Niederschlesien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft wurde als Gemelno im Jahr 1218 erwähnt. Unter dem späteren Namen Gimmel erwähnte man sie zum ersten Mal in einem Dokument des Herzogs Heinrich III. von Breslau im Jahr 1266. Seitdem und bis 1945, als sie polnisch wurde, trug sie diesen Namen.

Rittergut Schwierse um 1860, Sammlung Duncker

Am längsten war Gimmel als Gut im Besitz der Familie von Dyhrn, die auch die benachbarten Güter Ostrowine, Pontwitz, Schwierse und Stronn besaß. Ein kleinerer Teil der Herrschaft Gimmel gehörte noch bis 1808 der Familie von Prittwitz und wurde danach an die Grafen Dyhrn verkauft.

Bis 1813 war der Besitzer des Gutes und des zugehörigen Vorwerkes Obrath der preußische Diplomat Graf Wilhelm von Dyhrn. Gimmel wurde seinem 13-jährigen Sohn Alexander Carl vererbt, da dieser aber noch minderjährig war, übernahm die Herrschaft seine Mutter Alba Gräfin Dyhrn, die aus Pommern stammte und dort auch zahlreiche Güter im Besitz gehabt hat. Alba von Dyhrn war die Schwester des Matthias von Köller und die Tante des preußischen Innenministers Ernst von Köller.

Nach dem Jahr 1850, als die gimmel`schen Dyhrns dauerhaft in England lebten, war Gimmel an die Richthofen und die Marwitz verpachtet, später aber auch an den Bergbau-Industriellen Anton Johann Klausa, der einen Teil des Gutes auch gekauft hat. Sein Erbe und der nächste Pächter war sein Sohn Theodor und nach ihm Herr Wilhelm Lübbert, der auf Gimmel 1900 starb. Am Anfang war Lübbert dort als gräflicher Gutsverwalter beschäftigt, nach ein paar Jahren kaufte er aber das ganze Gut von den Grafen. Seine Frau Klara (geb. von Hülsen) verkaufte Gimmel 1905 an den Industriellen Karl Trettau aus Wilhelmsburg. Dessen Sohn Waldemar Trettau war der letzte deutsche Besitzer des Gutes, das damals rund 650 ha umfasste.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jemielna hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Herby–Oleśnica.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Carl von Dyhrns Frau Emilie, später die Frau des Gustav Freytag, lebte von 1826 bis 1846 auf dem Schloss Gimmel, das heute nicht mehr existiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Haeusler: Geschichte des Fürstenthums Oels, bis zum Aussterben der piastischen Herzogslinie. 1883