Himmelwitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Jemielnica)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Himmelwitz
Jemielnica
Wappen von Jemielnica
Himmelwitz Jemielnica (Polen)
Himmelwitz Jemielnica
Himmelwitz
Jemielnica
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Strzelce Opolskie
Geographische Lage: 50° 33′ N, 18° 23′ OKoordinaten: 50° 32′ 39″ N, 18° 22′ 50″ O
Einwohner: 3500 (2006)
Postleitzahl: 47-133
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OST
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Strzelce OpolskieZawadzkie
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 8 Ortschaften
Fläche: 113,21 km²
Einwohner: 7187
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1611022
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Joachim Jelito
Adresse: ul. Strzelecka 67
47-133 Jemielnica
Webpräsenz: www.jemielnica.pl



Himmelwitz, polnisch Jemielnica, (1945–1947 Imielnica; schlesisch Imielnica[2] oder Iymylnica[3]) ist ein Dorf und Hauptort der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Strzelecki in der Woiwodschaft Oppeln.

Seit 2006 ist die Gemeinde offiziell zweisprachig (polnisch und deutsch).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsmitte von Himmelwitz
ehemalige Klosterkirche mit Prälatur

Himmelwitz liegt sieben Kilometer nordöstlich von Groß Strehlitz, 41 Kilometer südöstlich von Oppeln und 47 Kilometer nordwestlich von Gleiwitz.

Nachbargemeinden sind Colonnowska, Groß Strehlitz, Wielowieś und Zawadzkie.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Himmelwitz besteht aus folgenden Ortsteilen:

  • Jemielnica-Wiejska (Himmelwitz-Dorf)
  • Gajdowe (Gaidowe)
  • Zawodzie (Zawodzie)
  • Nowa Kolonia (Neue Kolonie)
  • Stara Kolonia (Alte Kolonie)
  • Borek (Borek)
  • Nowe Osiedle (Neu Siedel)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zum Herzogtum Oppeln gehörende Gemelnici wurde erstmals am 29. November 1225 urkundlich erwähnt, als es nach deutschem Recht ausgesetzt wurde. 1280 gründete Boleslaus I. von Oppeln das Zisterzienserkloster Himmelwitz, das mit Mönchen aus dem Kloster Rauden besiedelt wurde. Für das Jahr 1285 ist die Allerheiligen-Kirche belegt, die bis 1810 als Pfarrkirche diente.

Nach dem Tode des Herzogs Boleslaus I. 1313 gelangte Himmelwitz an dessen jüngsten Sohn Albert, der das Herzogtum Strehlitz begründete. Wie seine beiden älteren Brüder begab sich Herzog Albert 1327 unter die böhmische Lehenshoheit, die 1335 mit dem Vertrag von Trentschin vom polnischen König anerkannt wurde. Nach dem Tod des Herzogs Albert, der (nach 1366 und vor 1375) ohne männliche Nachkommen verstarb, endete die direkte Linie der Herzöge von Strehlitz. Dadurch fiel Himmelwitz an dessen Neffen Bolko III. von Oppeln. Dieses fiel nach dem Tode des kinderlosen Herzogs Johann 1532 durch Heimfall an die Krone Böhmen zurück, die 1526 an die Habsburger gelangte.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Himmelwitz zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Mit der um 1750 eröffneten klösterlichen Lateinschule erhielten deren Schüler Zugang zu höherer Bildung. 1810 wurde das Kloster durch die preußische Staatsregierung im Rahmen der Säkularisation aufgehoben. Die bis dahin als Pfarrkirche dienende Allerheiligenkirche wurde zur Begräbnis- und Friedhofskirche und die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt als Pfarrkirche für Himmelwitz bestimmt.

1818 wurde Himmelwitz dem neu gebildeten Landkreis Groß Strehlitz eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1826 wurde das ehemalige Klostergut an den Grafen Andreas Maria Renard auf Groß Strehlitz verkauft. Ab 1874 gehörte Himmelwitz zum Amtsbezirk Groß Strehlitz-Land.[4]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fiel Himmelwitz 1945 an Polen. Bereits im Januar 1945 wurde es von der Roten Armee besetzt, worauf am 21. April 1945 die provisorische polnische Verwaltung den Ortsnamen Imielnica einführte. Nachfolgend wurde Imielnica der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen und am 30. März 1947 in Jemielnica umbenannt. 1950 wurde es in die Woiwodschaft Oppeln eingegliedert.

Am 28. August 2006 wurde in der Gemeinde Deutsch als zweite Amtssprache und am 14. November 2008 deutsche Ortsnamen eingeführt. Im Oktober 2010 wurden in der Gemeinde Himmelwitz die zweisprachigen Ortstafeln aufgestellt.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
  • Die Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt entstand als Klosterkirche zusammen mit den Klosterbauten Ende des 13. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert wurde sie barockisiert und nach der Säkularisierung des Klosters 1810 zur Pfarrkirche umgewidmet.
  • Die ehemalige Pfarrkirche Allerheiligen dient seit 1810 als Begräbnis- und Friedhofskirche. Sie wurde 1285 erstmals erwähnt und bestand damals aus Holz. 1477 wurde sie im Stil der Spätgotik aus Stein errichtet. Sie enthält gut erhaltene Fresken sowie eine Innenausstattung aus dem 17. Jahrhundert.
Gedenktafel für Abt Johannes Nucius

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Himmelwitz unterhält Partnerschaften mit folgenden deutschen Gemeinden:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Schlacht von Himmelwitz“, Josef Wiessalla (1943)

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Gratza (1820–1876), deutscher Geistlicher und Reichstagsabgeordneter.
  • Johannes Nucius (1556–1620), deutscher Geistlicher und Komponist.
  • Josef Wiessalla (1898–1945), deutscher Schriftsteller und Publizist.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Himmelwitz umfasst ein Gebiet von 113,21 km² (darunter 66 km² Wald) mit rund 7500 Einwohnern und gliedert sich in folgende Schulzenämter:

Daneben umfasst die Gemeinde noch weitere Ansiedlungen, u. a. Gajdowe (Gaidowe) oder Zawodzie, die nicht den Status eines Schulzenamtes innehaben und obigen Ortsteilen zugeordnet sind.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der Volkszählung von 2002 lebten in der Gemeinde Himmelwitz[6] 7702 Einwohner. Davon gaben 4091 Einwohner (53,1 %) die polnische Nationalität an. 2515 Personen (32,7 %) gaben eine andere Nationalität an. Darunter: 1871 Einwohner (24,3 %) mit deutscher Nationalität und 627 (8,1 %) mit der nicht anerkannten schlesischen Nationalität. 14,2 % der Bevölkerung (1096 Einwohner) gaben bei der Befragung keine Nationalität an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Schlesien Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 186f. (Kröners Taschenausgabe 316).
  • Konstantin Damroth: Die älteren Ortsnamen Schlesiens: Ihre Entstehung und Bedeutung. Verlag Kasprzyk, Beuthen O.S. 1896, S. 171.
  • Kazimierz Nitsch: Dialekty polskie Śląska, Heft 1, 2. Aufl., Polska Akademia Umiejętności, Kraków 1939.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Himmelwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Damroth, Konstantin. 1896. Die älteren Ortsnamen Schlesiens: Ihre Entstehung und Bedeutung. Kasprzyk: Beuthen O.S., S. 171.
  3. Nitsch, Kazimierz. 1939. Dialekty polskie Śląska, cz. 1, wyd. 2. Polska Akademia Umiejętności: Kraków, S. 247.
  4. Amtsbezirk
  5. Himmelwitz, Lasisk i Petersgrätz - dwujęzyczne tablice stanęły w gminie Jemielnica. auf: nto.pl
  6. Wyniki Narodowego Spisu Powszechnego Ludności i Mieszkań 2002. Volkszählung 2002