Jesuitenkirche (Luzern)

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Die Jesuitenkirche
Blick auf die Orgel

Die Jesuitenkirche St. Franz Xaver ist eine nach Francisco de Xavier benannte Jesuitenkirche am linken Ufer der Reuss in der Altstadt von Luzern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde als erste grosse Barockkirche der Schweiz 1666 bis 1677 möglicherweise nach Plänen eines Vorarlbergers, etwa Michael Beer oder Michael Thumb, oder nach Plänen des Jesuitenpaters Heinrich Mayer und des Paters Christoph Vogler errichtet. Von Mayer stammen jedenfalls die Entwürfe der Stuckaturen der Seitenkapellen, welche schweizweit die ältesten Beispiele für den Stil der Wessobrunner Schule darstellen. Die beiden Türme wurden 1893 nachträglich aufgesetzt. Die Kirche wurde in den 1950er- und umfangreicher in den 1970er-Jahren renoviert. Die jüngste Renovierung wurde im Januar 2017 abgeschlossen.[1] Der Maler Domenico Torriani aus Mendrisio schuf das Gemälde des Hauptaltars (1667/1673).[2] Die Wandmalereien stammen von den Brüdern Giuseppe Antonio und Giovanni Antonio Torricelli aus Lugano.[3]

Die Kirche wurde 1755 baulich mit dem Kollegium verbunden. Bedeutsam ist sie vor allem wegen der reichhaltigen Ausstattung.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1982 von der Orgelbaufirma Metzler erbaut. Darin wurde die ursprüngliche Orgel von Goll aus dem Jahre 1897 teilweise wiederverwendet (die mit h bezeichneten Register stammen aus der Goll-Orgel). Das Schleifladen-Instrument hat 39 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind mechanisch.[4]

I Rückpositiv C–g3
Bourdon 8′
Quintade 8′
Principal 4′
Rohrflöte 4′
Octave 2′
Sifflöte 113
Sesquialtera II 223
Scharf III-IV 1′
Rankett 16′
Krummhorn 8′
II Hauptwerk C–g3
Bourdon 16′ h
Principal 8′
Rohrflöte 8′
Gamba 8′ h
Octave 4′
Flauto 4′ h
Nasard 223
Superoctave 2′
Flageolet 2′
Terz 135
Mixtur IV 113
Zimbel III 23
Fagott 16′
Trompete 8′
III Echowerk C–g3
Holzgedackt 8′ h
Gedacktflöte 4′
Principal 2′
Cornett III 223
Zimbel II 12
Regal 8′
Pedal C–f1
Principal 16′
Subbass 16′ h
Octavbass 8′
Bourdon 8′
Octave 4′
Mixtur IV 223
Posaune 16′
Trompete 8′
Clairon 4′

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schlussszene des Films Beresina oder Die letzten Tage der Schweiz von Daniel Schmid wird das russische Callgirl Irina in der Luzerner Jesuitenkirche zur Kaiserin der Schweiz gekrönt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • André Meyer: Die Jesuitenkirche Luzern. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 314). Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2013, ISBN 978-3-03797-092-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hugo Bischof: Jesuitenkirche öffnet ihre Tore wieder. (luzernerzeitung.ch [abgerufen am 4. Juli 2017]).
  2. Domenico Torriani. In: Sikart
  3. Giovanni Antonio e Giuseppe Antonio Torricelli. In: Sikart
  4. Nähere Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jesuitenkirche Luzern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 3′ 2,4″ N, 8° 18′ 18,5″ O; CH1903: 665841 / 211432