Mendrisio

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Mendrisio
Wappen von Mendrisio
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Mendrisiow
Kreis: Kreis Mendrisio
BFS-Nr.: 5254i1f3f4
Postleitzahl: 6850
UN/LOCODE: CH MEN
Koordinaten: 719957 / 80629Koordinaten: 45° 52′ 0″ N, 8° 59′ 0″ O; CH1903: 719957 / 80629
Höhe: 354 m ü. M.
Fläche: 32,1 km²
Einwohner: i14'938 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 465 Einw. pro km²
Website: www.mendrisio.ch
Karte
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Mendrisio ist eine politische Gemeinde und Hauptort sowohl des Kreises Mendrisio und des Bezirks Mendrisio im Kanton Tessin in der Schweiz. Der deutsche beziehungsweise lombardische Name Mendris wird nicht mehr verwendet. Die Bewohner werden Mendrisier genannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mendrisio liegt etwa 18 Kilometer südlich von Lugano und ist etwa fünf Kilometer von der Grenze zu Italien entfernt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich hinauf bis zum Gebiet «Bellavista» auf dem Monte Generoso.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dass Mendrisio zur Zeit der Kelten und Römer besiedelt war, wird durch eine Denktafel für Publius Valerius Dromone im alten Glockenturm bestätigt. Erstmals wird Mendrisio 793 als Mendrici erwähnt, vermutlich ein Genitiv von Mendricus oder Manricus, der Name eines Anführers eines langobardischen Stammes.

Im Mittelalter gehörte Mendrisio mit seinen drei Burgen zum Einflussbereich der Stadt Como. 1335 wurde Mendrisio zusammen mit Como Teil des Staates von Mailand.[2]

15. bis 16. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1433 übergab der Herzog von Mailand Filippo Maria Visconti das Dorf Mendrisio der Familie Sanseverino, die 1485 den Ort verliessen. Mendrisio kam unter die direkten Kontrolle des Herzogs von Mailand.

1499 wurde der Mendrisiotto von den Franzosen besetzt, nach 1517 durch die Eidgenossen erobert.

18. bis 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1810 bis 1813 wurde das Gebiet vorübergehend von den Truppen des Königreichs Italien besetzt.[3]

Gemeindefusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mendrisio fusionierte am 4. April 2004 mit der früheren Gemeinde Salorino. Am 5. April 2009 wurde die Fusion der Gemeinden Arzo, Capolago, Genestrerio, Mendrisio, Rancate und Tremona zur neuen Gemeinde Mendrisio rechtskräftig. Am 13. April 2013 wurden Meride, Ligornetto und Besazio eingemeindet.

Stadtquartiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quartier Eingemeindung Einwohnerzahl Quartiere von Mendrisio
Arzo 5. April 2009 1131
Besazio 14. April 2013 618
Capolago 5. April 2009 768
Genestrerio 5. April 2009 920
Ligornetto 14. April 2013 1716
Mendrisio 6189
Meride 14. April 2013 314
Rancate 5. April 2009 1453
Salorino 4. April 2004 499
Tremona 5. April 2009 441

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1970 11084
1980 12252
1990 12467
2000 13238
2005 13793
2006 13929
2007 14085
2008 14193
2009 14235
2010 14582
2011 14673
2012 14835
2013 15023

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten Hälfte der 1990er Jahre litt das Tessin und insbesondere das Mendrisiotto unter der weltweiten Wirtschaftskrise. In dieser Situation war der Grossversuch «VEL-1 Mendrisio» eine willkommene Konjunkturspritze. Zwischen 1994 und 2001 wurden 400 Elektrofahrzeuge an private Kunden verkauft und 80 Ladestationen aufgebaut. Deren Einsatz wurde über mehrere Jahre begleitet und erforscht. Den Synthesebericht zum Grossversuch finden Sie als Teil des Jahresberichtes des Bundesamts für Energie 2001 im Internet.

Der vielfältige und sinnvolle Einsatz von Elektrofahrzeugen konnte mit dem Grossversuch in Mendrisio demonstriert und nachgewiesen werden. Im Kanton Tessin folgte direkt auf den Grossversuch das Projekt VEL2 (2001–2004). Dieses zielte ebenfalls auf eine Sensibilisierung der Bevölkerung für energieeffiziente Fahrzeuge ab. Damit wird eine Senkung des Energieverbrauchs respektive eine Reduktion der CO2-Emissionen angestrebt. Das Folgeprojekt zum Grossversuch sollte die Brücke schlagen zu VEL3 (2005–2013), das einen selbsttragenden, neutralen Bonus-Malus vorsieht.

Durch den Grossversuch schuf sich Mendrisio einen internationalen Namen als Kompetenzzentrum für Elektrofahrzeuge. Siehe dazu Elektromobilität in der Schweiz

Kunst, Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Architekturakademie der Universität der italienischen Schweiz im Palazzo Turconi in Mendrisio mit der Skulptur «L’Oiseau amourex» von Niki de Saint Phalle.
Casa dell’accademia, Wohnheim der Accademia di architettura, Università della Svizzera italiana, in Mendrisio
Pfarrkirche Mendrisio
  • Die Università della Svizzera italiana (USI) wurde 1996 als erste staatliche Universität im Kanton Tessin gegründet. Sie ihren Sitz in Lugano beziehungsweise in Mendrisio. Unterrichtssprachen sind Italienisch und Englisch[4].
  • Archivio del Moderno[5]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le processioni storiche[6]
  • Il Palio degli asini[7]
  • Estival Jazz Mendrisio[8]
  • Sagra dell’uva[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen und anderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giuseppe Martinola (Hrsg.): Invito al Mendrisiotto. Lions Club del Mendrisiotto, Bellinzona 1965, S. 49-52, 56, 66.
  • Giuseppe Martinola: Inventario d’arte del Mendrisiotto. Band I, Edizioni dello Stato, Bellinzona 1975, S. 221-319.
  • Mario Medici: Storia di Mendrisio. Bände I-II, Banca Raiffeisen di Mendrisio, Mendrisio 1980.
  • Stefania Bianchi (Hrsg.): L’Ospedale della Beata Vergine di Mendrisio. 150 anni di storia e memoria. Casa Croci, Mendrisio 2010.
  • Marco Schnyder: Famiglie e potere. Il ceto dirigente di Lugano e Mendrisio tra Sei e Settecento. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2011.
  • Renato Simoni: Mendrisio (Gemeinde) im Historischen Lexikon der Schweiz
  • Stefania Bianchi: Salorino im Historischen Lexikon der Schweiz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Stefania Bianchi: Mendrisio (Vogtei, Bezirk) im Historischen Lexikon der Schweiz
  3. Mario Medici: Storia di Mendrisio. Band I, Mendrisio 1980.
  4. Marco Marcacci: Universität der italienischen Schweiz im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Archivio del Moderno
  6. Le processioni storiche auf processionimendrisio.ch
  7. (Eselrennen) Il Palio degli asini auf ticino.ch
  8. Estival Jazz Mendrisio auf ticino.ch
  9. Sagra dell’uva auf ticino.ch
  10. a b c d e f g h i j k Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 438-453.
  11. Chiostro dei serviti in portal.dnb.de (abgerufen am: 4. Juni 2016.)
  12. Kirche San Giovanni Battista, Kloster und Oratorium Sankta Maria
  13. Chiostro dei Serviti
  14. Kirche San Martino (Foto)
  15. Kirche San Martino
  16. Kirche San Sisinio
  17. Kirche San Sisinio (Foto)
  18. Römische Villa mit Mosaik
  19. Mittelalterlicher Turm (Foto)
  20. Architekturakademie (Foto)
  21. Pretorio Palast (Foto)
  22. Wohnhaus Croci
  23. Kino-Theater-Mignon (Foto)
  24. Palast Torriani (Foto)
  25. Palast Torriani
  26. Palast Pollini
  27. Palast Pollini (Foto)
  28. Villa Argentina
  29. Villa Argentina (Foto)
  30. Villa Foresta (Foto)
  31. Palast Ferrazzini (Foto)
  32. Heidnisches Haus "Drei Löcher"
  33. Museo d’arte Mendrisio
  34. Museo d’arte Mendrisio
  35. Galleria Baumgartner
  36. Accademia di architettura
  37. Galleria dell’Accademia
  38. Fondazione Archivio del Moderno
  39. Football Club Mendrisio