Römisch-katholische Kirche in der Schweiz

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Die römisch-katholische Kirche in der Schweiz ist der in der Schweiz gelegene Teil der römisch-katholischen Weltkirche. Sie zählt etwa 3,1 Millionen Gläubige, was einem Bevölkerungsanteil von 38,6 % entspricht.[1] Eine Schweizer Besonderheit ist die Ergänzung des kirchenrechtlichen Systems durch das staatskirchenrechtliche System und das damit verbundene Mit- und Nebeneinander.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation der römisch-katholischen Kirche der Schweiz weist ein weltweit einmaliges Nebeneinander von hierarchisch organisierter Bischofskirche und demokratisch organisierter Landeskirche auf.[2]

Im Folgenden werden die sechs unmittelbar Rom unterstellten Bistümer aufgelistet (Stand 31. Dezember 2011 / AP 2013):

Bistum Sitz Kantone Fläche
(in km²)
Einwohner (2011) Katholiken (2011) Anteil (2011)
(in %)
Pfarreien (2011)
Bistum Basel Solothurn Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Bern, Jura, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, Zug 12'585 3'096'000 1'094'000 35,3 520
Bistum Chur Chur Glarus, Graubünden, Nidwalden, Obwalden, Uri, Schwyz (ausser Gebietsabtei Kloster Einsiedeln), Zürich 12'272 1'769'999 686'660 38,8 308
Bistum Lausanne, Genf und Freiburg Freiburg Freiburg, Genf, Neuenburg, Waadt 5'557 1'619'000 703'000 43,4 255
Bistum Lugano Lugano Tessin 2'811 317'000 241'000 76 256
Bistum St. Gallen St. Gallen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen 2'429 551'707 262'806 47,6 142
Bistum Sitten Sitten Wallis (ausser Gebietsabtei Saint-Maurice) 5'589 316'000 242'000 76,6 158
Die katholischen Bistümer in der Schweiz

Dazu gibt es noch zwei Gebietsabteien:

Diese Bistümer und Gebietsabteien sind in der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) zusammengeschlossen.

Die kantonalen staatskirchenrechtlichen Organisationen sind in der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) vereinigt. Sie umfassen z. B. die Kirchgemeinden zur Verwaltung der Kirchengüter, die im 19. Jahrhundert unter liberalem Druck von den Pfarreien abgetrennt und demokratisch organisiert wurden.[3]

Hinsichtlich der Ernennung von Bischöfen in den Bistümern Basel, Chur und St. Gallen gelten besondere Regelungen.[4] Beispielsweise kann im Kanton Solothurn, der zum Bistum Basel gehört, die Kantonsregierung ihr nicht genehme Bischofskandidaturen zwingend ablehnen. Die Regelung geht auf den Kulturkampf zurück.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historische kirchliche Einteilung der Schweiz

Die ersten Bistümer auf dem heutigen Schweizer Staatsgebiet wurden noch in spätrömischer Zeit (3./4. Jahrhundert) gegründet: u. a. in Genf und Avenches.

Von Norden her begann Christianisierung durch anglo-irische Missionare im Frühmittelalter. Bis zur Reformation durchdrang die römische Kirche sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen und staatlichen Lebens umfassend.

Eine zweite Phase der Zurückdrängung nach der Reformation bildeten Aufklärung, Liberalismus und Kulturkampf. Auch danach setzte sich – analog den anderen Konfessionen – die Säkularisierung des gesellschaftlichen Lebens fort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gesellte sich – nebst Kirchenaustritten – die Einwanderung von Personen anderer Kulturkreise/Religionen hinzu. Zudem hat man zunehmend mit Priestermangel zu kämpfen. Dennoch stellt die römische Kirche weiterhin die grösste Konfessionsgruppe des Landes.

Der konservative Churer Bischof Vitus Huonder fordert, analog zu laizistischen Kreisen, aber mit anderen Motiven, die Trennung von Kirche und Staat.[5] In Basel-Stadt und einigen Westschweizer Kantonen gibt es diese Trennung bereits seit längerem. Die Gläubigen des Bistums andererseits fordern - ähnlich wie schon zur Zeit von Bischof Wolfgang Haas – eine Absetzung Huonders, im Kanton Zürich gar eine Loslösung vom Bistum Chur.[6]

Schweizer Kardinäle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt gegenwärtig drei Schweizer Kardinäle, die sich alle in Rom aufhalten: Kurt Koch, Henri Schwery und Gilberto Agustoni. Der geschichtlich einflussreichste Schweizer Kardinal war Matthäus Schiner, der beim Konklave 1521–1522 beinahe Papst geworden wäre.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • U. Im Hof: Geschichte der Schweiz
  • E. Gruner/B. Junker: Bürger, Staat und Politik in der Schweiz

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Bund kurz erklärt 2013. Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft (admin.ch). Abgerufen am 29. April 2013.
  2. Erläuterungen der röm.-kath. Kirche Aargau
  3. Hist. Lexikon der Schweiz
  4. Schweiz: Wie wird man Bischof?, Radio Vatikan, 5. Juli 2010
  5. Kipa-Meldung vom 10. Juni 2013
  6. Blickpunkt Religion von Radio SRF, 30. November 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]