Jochen Arden

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Jochen Arden, eigentlich Joachim Arden[1] (* 26. August 1951 in Kleve), ist ein deutscher Automobilrennfahrer, Automobilkonstrukteur, Unternehmer und Gründer der Arden Automobilbau GmbH.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jochen Arden wurde am 26. August 1951 als Sohn des Landwirts Kurt Arden in Kleve geboren.

Fahrzeugkonstruktionen und -handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit fünfzehn Jahren baute er bereits sein erstes eigenes Motorrad.[2] 1972 machte sich Jochen Arden selbständig und betrieb Handel mit hochwertigen Automobilen.[3] 1976 gründete er die Arden Automobile GmbH als Vertragspartner der Mitsubishi Motors.

1982 schloss er einen Händlervertrag mit Jaguar ab und legte damit den Grundstein für sein heutiges Unternehmen, das sich auf die optische und technische Modifizierung von Jaguar und Range Rover spezialisiert. Bereits im Dezember 1982 präsentierte Jochen Arden die weltweit erste veredelte Jaguar XJ V12 Limousine.[4] 1985 gründete Jochen Arden die Arden Automobilbau GmbH und präsentierte auf Basis des Jaguar XJS im selben Jahr auf der IAA das Arden AJ 2 Cabrio, das erste Jaguar Vollcabriolet seit dem legendären E-Type.[5] Ein Artikel im Spiegel vom Mai 1988 erwähnt, dass das Fahrzeug mit als Grundlage für das von Jaguar dann im Februar 1988 präsentierte Modell XJ-S Convertible war, das dem AJ 2 Cabrio „verblüffend ähnlich“ sah.[6] Auf der Basis des XJ-S konstruierte er 1986 auch einen Edel-Kombi, den damals „stärksten und schnellsten Kombi der Welt“ mit 455 PS und einer Höchstgeschwindigkeit mit knapp 300 km/h.[7] Er gilt als der Hauptanbieter von Luxus-Kombis auf Jaguar-Basis.[8]

1991 eröffnete Jochen Arden die Firmenniederlassung auf der Untergath in Krefeld. Es folgte die Gründung der Arden Engineering GmbH. 1996 ging Jochen Arden aus dem »First Class«-Verkaufswettbewerb der Jaguar Deutschland GmbH als Sieger hervor, den er dreimal in Folge gewann.[9] 1999 verabschiedete sich Jochen Arden vom operativen Jaguarhandel und widmete sich ausschließlich dem Ausbau seines eigenen Unternehmens.[10] Die weltweiten Vertriebsstrukturen wurden auf 22 Länder ausgedehnt, die erste ausländische Niederlassung gründete er bereits 1982 in England mit Duncan Hamilton.

2002 betitelte ihn die Auto Bild in einem Porträt-Artikel als „Der König der Katzen“.[11] 2008 erweiterte Arden die Produktpalette und begann mit ersten Konstruktions- und Modifikationsplänen für Mini und Bentley.[10] Als jüngsten Zweig der Unternehmensgruppe baute Jochen Arden seit 2011 die Arden Classic Abteilung aus.[12] 2014 sorgte er mit dem weltweit stärksten Jaguar F-Type mit knapp 700 PS für Aufsehen.[13]

Rennsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jochen Arden, ADAC-Junioren Trophy in Zandvoort, 1974

Bereits als Jugendlicher widmete sich Jochen Arden dem Automobilrennsport. 1974 startete er seine Rennfahrerlaufbahn im Tourenwagensport. Im selben Jahr errang er seinen ersten Klassensieg bei der ADAC-Junioren Trophy in Zandvoort mit einem BMW 2002 TI in der Tourenwagenklasse 2000 und erzielte einen hervorragenden Platz im Gesamtergebnis.[14] Weitere Erfolge auf nationalen und internationalen Rennstrecken führten zu einem Angebot als Werksfahrer für einen Triumph Dolomite, das er jedoch ablehnte, um sich seiner Selbstständigkeit zu widmen.[2] 1992 gründete Jochen Arden das Arden Racing Team (nicht zu verwechseln mit Arden International).[15]

2004 übernahm er im Alfa 147 Cup für vier Läufe das Fahrzeug von Sebastian Stahl. Platz. Während der MINI Challenge 2007, an der er auch 2009 und 2011 teilnahm, fuhr er als Gastfahrer im Team Piro Sports und gewann die Gentleman-Liga in Zandvoort.[16] 2012 debütierte Arden im Kremer Porsche RSR beim Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring und fuhr in der Saison 2013 dasselbe Fahrzeug gemeinsam mit Clemens Schickentanz.[17]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000 erwarb Jochen Arden Burg Zelem bei Kranenburg.[18] Das Gebäude mit einer fast tausendjährigen Geschichte ließ der Unternehmer über dreizehn Jahre mit hohem Aufwand renovieren. Seit 1984 ist Jochen Arden verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arden Engineering GmbH. firma-24.de; abgerufen am 17. November 2015.
  2. a b Jochen Arden. Der Dompteur. In: HMI Profil, 25. September 1991, Heft 9, S. 16.
  3. http://www.arden.de/company/company-history/1972/
  4. Heiner Stertkamp: Jaguar. Die komplette Chronik von 1922 bis heute. Heel Verlag, Königswinter, 2000, S. 268.
  5. Halwart Schrader: Jaguar. Die komplette Markengeschichte. Motorbuch Verlag, Stuttgart, 1999 (2. Auflage), S. 294 - 296.
  6. Automobile: Gut Holz. Der Spiegel 18/1988, 2. Mai 1988.
  7. Mit 455 PS zum Einkaufen. Der Spiegel 36/1986, 1. September 1986.
  8. Automobile: Entweihter Teppich. Der Spiegel, 16/1988, 18. April 1988.
  9. http://www.arden.de/en/company/company-history/1990/?site=1
  10. a b Krank sei Dank. Auto Bild Sportscars, Nr. 7, Juli 2010, S. 59–59.
  11. Porträt: Jochen Arden – Der König der Katzen. Auto Bild, 23. April 2002.
  12. Franz-Peter Hudek: Porträt Jochen Arden und sein Mercedes 300 SL. Motor Klassik, 5/2011, S. 52.
  13. Jaguar F-Type R Coupé: Tuning von Arden — Stärkster F-Type R leistet 700 PS. Auto Bild, 27. August 2014.
  14. http://touringcarracing.net/Races/1974%20ADAC%20Junioren%20Trophy.html
  15. 1990. Arden Automobilbau GmbH, abgerufen am 22. November 2015.
  16. https://www.press.bmwgroup.com/middle-east/photo/detail/P0038917/the-podium-on-saturday-second-place-ben-spouse-jochen-arden-winner-of-the-gentleman-league-winner-jeroen-bleekemolen-and-in-third-place-maximilian-werndl-l-to-r-06/2007
  17. http://www.arden.de/unternehmen/arden-racing/arden-racing/?L=
  18. Guido Radtke: Es hängt viel Herzblut an Haus Zelem. Rheinische Post, 14. August 2001.