Jaguar XJS

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Jaguar
Jaguar XJ-S HE 1982

Jaguar XJ-S HE 1982

XJ-S und XJS
Produktionszeitraum: 9 /1975–4 /1996
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
3,6–6,0 Liter
(147–243 kW)
Länge: 4770 mm
Breite: 1793 mm
Höhe: 1254 mm
Radstand: 2591 mm
Leergewicht: 1800 kg
Vorgängermodell Jaguar E-Type
Nachfolgemodell Jaguar X100

Der Jaguar XJ-S bzw. XJS war ein Gran Turismo des traditionsreichen britischen Autoherstellers Jaguar. Er wurde vom 10. September 1975 bis 4. April 1996 in über 115000 Exemplaren hergestellt und war damit das bislang erfolgreichste Jaguar-Sportmodell.

Mit dem letzten Jaguar E-Type, der im September 1974 hergestellt wurde, gab Jaguar den Markt für Roadster-Sportwagen, für die gerade die englische Autoindustrie mit Marken wie Jaguar, Triumph und MG bekannt war, auf. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen, insbesondere in den USA, veranlassten Jaguar, die Entwicklung eines komfortablen Coupés gegenüber einem Roadster zu favorisieren. Die Linienführung des auf der Basis der XJ-Limousine entwickelten und mit dem V12-Motor aus dem E-Type Serie III versehenen XJ-S Coupes war seinerzeit zunächst umstritten. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis das XJ-S Coupe aus dem Schatten seines Ahnen, des Jaguar E-Type, herausfahren konnte und als eigenständige, eigenwillige und avantgardistische Design-Kreation anerkannt und geschätzt wurde.

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

XJ-S („Pre-HE“, 1975–1981)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaguar XJ-S Pre-HE Coupe (1978)

Am 10. September 1975 wurde auf der IAA in Frankfurt am Main das XJ-S V12 Coupe vorgestellt, das auf dem XJ Serie II basierte (der Radstand war mit 2,59 m um ca. 25 cm kürzer als bei der Limousine XJ 12), mit geschlossener 2+2 sitziger Karosserie und dem V12-Motor in der damals gerade serienreifen Einspritzversion. Seine Form war mit einem Cw-Wert von 0,39 nachweislich windschlüpfriger als die des inzwischen aus der Mode gekommenen E-Type, aber auch wuchtiger und deutlich schwerer als der E-Type V12 2+2. Das XJ-S V12 Coupe war zu dieser Zeit der teuerste Jaguar in der Modellpalette, und bei Jaguar hoffte man, mit diesem Modell Käufer anderer Luxusmarken wie Maserati und Ferrari gewinnen zu können. Im Vergleich zu Modellen wie dem Porsche 911 und dem Mercedes-Benz SL war der Jaguar XJ-S schneller, der Benzinverbrauch aber auch deutlich höher .Die Höchstgeschwindigkeit betrug 241 km/h und das Coupe beschleunigte in 6,8 s (Schaltgetriebe) und 7,9 s (Automatik) von 0-100 km/h. Darüber hinaus zeichnete es sich durch eine ausgezeichnete Straßenlage aus und bewies in diesem Modellsegment einen sehr eigenständigen Charakter. Das XJ-S V12 Coupe gab es zunächst nur mit dem 5,3-Liter-V12 mit 211 kW (287 PS). Es standen ein Dreigang-Automatikgetriebe (Borg Warner Typ 12) und ein Viergang-Schaltgetriebe zur Wahl (letzteres wurde bis etwa 1978 weltweit nur in einer Stückzahl von 352 Exemplaren produziert). Bis heute sind nur sehr wenige fahrbereite Exemplare aus der Ära von 1975 bis 1981 erhalten geblieben. Neuerdings werden aber auch vermehrt ganz frühe Pre-H.E. Exemplare von Sammlern restauriert.

Bekanntheit erlangte dieses Modell auch durch die erfolgreiche britische Fernsehserie Simon Templar – Ein Gentleman mit Heiligenschein (1978–1979), in der Ian Ogilvy als Simon Templar ein weißes XJ-S Pre-HE Coupe mit dem Kennzeichen ST-1 fuhr. Ein schwarzes XJ-S Pre-HE Coupe mit Zusatztank aus 1978 gewann im Jahr 1979 das Cannonball-Rennen von New York nach Los Angeles (4628 km) in 32 Stunden und 51 Minuten (Durchschnittsgeschwindigkeit: über 140 km/h). Der Rekord hielt bis ins Jahr 1983.

XJ-S H.E. Coupe (1981–1991)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaguar XJ-S HE V12 Coupe (1988)

Nachdem im Jahr 1980 die Produktion von nur knapp über 1000 Autos einen Tiefstand erreicht hatte, wurde kurzfristig über die Einstellung der Produktion nachgedacht. Unter dem neuen Jaguar-Chef John Egan wurde jedoch entschieden, das XJ-S Pre-HE Coupe neu zu überarbeiten und zusätzliche Versionen anzubieten, unter anderem ein von Kunden schon lange gewünschtes Cabrio.

Bereits im Sommer 1981 wurde daher das neue XJ-S HE Coupe vorgestellt und mit einer moderneren Einspritzanlage versehen, die den Motor jetzt auf 220 kW (299 PS) brachte. Darüber hinaus fand der neue H.E.-Zylinderkopf (High Efficiency) Verwendung, der zu einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um mehr als zwanzig Prozent beitrug. Jaguar verbesserte die Qualität erheblich und veränderte viele Details (Holzeinlagen am Armaturenbrett, weniger wuchtige Stoßfänger mit einer Chromleiste am oberen Rand, neue Felgen u.s.w. ), was die Verkaufszahlen merklich steigerte. Die höchsten Produktionsraten der ganzen XJ-S / XJS Modellgeschichte wurden in den Jahren 1988 und 1989 erreicht, mit jährlich über 10.000 gebauten Fahrzeugen. Großen Anteil an diesem Erfolg hatte die 1988 neu eingeführte Vollcabrioversion XJ-S V12 Convertible die ganz neue Käuferschichten ansprach.

XJ-S 3.6 Coupe (1983–1991)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaguar XJ-S 3.6 Coupe (1983)

Im XJ-S 3.6 Coupe gab es im Frühjahr 1983 erstmals den neu entwickelten Nachfolger des fast vierzig Jahre alten XK-Sechszylindermotors. Es handelte sich um einen 3,6-Liter-Reihen-Sechszylinder (AJ6) mit zwei oben liegenden Nockenwellen und 4-Ventilen je Zylinder, der 163 kW (222 PS) leistete. Mit diesem AJ6-Motor und mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe von Getrag erreichte das neue XJ-S 3.6 Coupe eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Durch die neue Einspritzanlage und die neu entwickelte 4-Ventiltechnik war der Verbrauch nun niedriger als beim alten Motor. Diese 3.6 Version mit AJ6 Motor und 5-Gang-Schaltgetriebe ist ebenfalls besonders selten. Alternativ zum 5-Gang - Schaltgetriebe gab es auf Wunsch ab 1987 auch ein Viergang-Automatikgetriebe von ZF. Ab dem Modelljahr 1989 war das XJ-S 3.6 Coupe nur noch mit einem geregelten Dreiwege-Katalysator erhältlich, wodurch die Leistung auf 147 kW (198 ECE-PS) sank.

XJ-SC 3.6 (1983–1988) XJ-SC H.E. (1985–1988 ) XJ-S V12 Convertible (1988–1991)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 1983 wurde der XJ-SC 3.6 vorgestellt, ein Cabriolet mit Targa-Dach und faltbarer Heckscheibe – vorerst nur mit dem neuen Sechszylinder, ab 1985 dann auch als XJ-SC H.E. mit dem V12. Der Umbau der Karosserien war recht umständlich organisiert und machte den Hin- und Hertransport zwischen mehreren Werken notwendig. Die Kundschaft sehnte sich freilich nach einem „bügellosen“ Cabrio, das es nur als nachträglichen Umbau bei Hess & Eisenhardt in USA, Lynx in England und Arden in Deutschland gab. Beim XJ-SC handelte es sich um ein Übergangsmodell, da man bei Jaguar damit beschäftigt war, ein verwindungssteifes Vollcabrio auf Basis des XJ-S H.E .Coupes zu entwickeln. Im Februar 1988 wurde der XJ-S V12 Convertible dann endlich auch als Vollcabrio vorgestellt und kam bei der Kundschaft nun wesentlich besser an. Der Prototyp wurde im Auftrag von Jaguar beim Verdeckspezialisten Karmann in Osnabrück entwickelt und steht noch heute in der Karmann-Sammlung.

Der XJ-SC wurde nicht so gut aufgenommen. Sowohl die Presse als auch der Markt sahen ihn nicht als vollwertiges Cabriolet an. In Testberichten wurde wiederholt auf die „Abwegigkeit“ der Verdeckkonstruktion hingewiesen.[1]

XJR-S 5.3 Coupe (1988–1989) XJR-S 6.0 Coupe und Convertible (1989–1993)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaguar XJR-S 6.0 Coupe (1991)

Ab 1982 wurde der Jaguar XJ-S TWR Racing erfolgreich vom Team Tom Walkinshaw Racing (kurz TWR) in der Europäischen Tourenwagen Meisterschaft (ETCC) eingesetzt und gewann 1984 erstmals den Europa-Meistertitel, Walkinshaw selber wurde zum Fahrer-Europameister gekürt[2] – eine Ehre, die den Vorgängern XK und E-Type stets verwehrt geblieben war. TWR bot seit 1984 einen recht markanten Spoilersatz für den XJ-S an.

Unter Verwendung dieses Zubehörs entstand im Frühjahr 1988 in England das neue Serienmodell XJR-S 5.3 Coupe, das technisch dem XJ-S HE V12 glich. Die Einführung dieses Modells wurde mit einer auf 50 Exemplare limitierten Sonderausführung Le Mans gefeiert (TWR hatte dort kurz zuvor mit dem Jaguar XJR-9 den Sieg errungen). Die Aerodynamik-Kits waren für Serienfahrzeuge weiterhin erhältlich und in dieser Zeit entstanden viele Derivate durch Drittfirmen. Im Jahre 1991 wurden die äußerlichen Änderungen des XJS Facelifts auch für die XJR-S 6.0 Serienmodelle übernommen und zugleich ein von TWR entwickelter 6,0-Liter-V12 eingeführt. Dieser Motor war nicht der von Jaguar ab 1993 eingesetzte 6,0-Liter-V12 mit geändertem Zylinderkopf. Die deutsche Version des XJR-S 6.0 Coupes leistete 243 kW (330 PS), erzielte eine Höchstgeschwindigkeit von 254 km/h und besaß eine Dreigangautomatik. Sie blieb bis zum Frühjahr 1993 im Programm. Zum Ende der XJR-S 6.0 Baureihe gab es erstmals auch 50 Convertibles, exklusiv für den amerikanischen Markt.

XJS 4.0, 5.3, 6.0 Coupe und Convertible (1991–1996)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaguar XJS V12 Coupé (1992)

Die gesamte XJ-S Baureihe wurde im Mai 1991 (jetzt unter Ford-Regie) nochmals komplett überarbeitet und neu unter der Bezeichnung "XJS" angeboten. Bereits 1988 war bei Jaguar eine gründlich überarbeitete Ausführung der XJ-S Baureihe intern abgeschlossen, wurde aber aus finanziellen Gründen (Abverkauf der bestehenden Lagerbestände) erst von 1991 bis 1993 schrittweise in die Serienfertigung überführt. Die vollständige Umrüstung kostete Jaguar insgesamt über 50 Millionen Pfund. Die auffälligsten Veränderungen an der Außenansicht der neuen XJS Coupes waren neue geteilte Rückleuchten in Rechteckform, ein neuer Kühlergrill und die vorderen und hinteren Seitenfenster. Die Position des Heckfensters wanderte im unteren Bereich weiter nach hinten um Platz für modernere Sicherheitsgurte zu schaffen und stand nun deutlicher nach vorn geneigt.

Unter dem Blech war vieles neu konstruiert, um die Produktion mit größeren Blechen zu vereinfachen und um Kosten zu senken. Das Armaturenbrett wurde mit zusätzlichen Rundinstrumenten neu gestaltet. Zur Unterscheidung gegenüber älteren XJ-S Versionen werden diese jüngeren Modelle meist als XJS "Facelift" bezeichnet.

Der neue XJS wurde 1991 zunächst als XJS 4.0 Coupé mit dem 4,0-Liter-Sechszylinder entweder mit Fünfgang-Schaltgetriebe oder einer ZF-Viergang-Automatik und als XJS 5.3 Coupé oder XJS 5.3 Convertible mit dem 5,3-Liter-V12 mit GM400-Dreigangautomatik angeboten. 1992 folgte dann noch das sehr erfolgreiche XJS 4.0 Convertible mit dem AJ 6- Motor und 163 kW (222 PS)

Im Frühjahr 1993 wurde der Hubraum des V12 von 5,3 auf 6,0 Liter vergrößert. Er leistete jetzt 222 kW (302 PS). Der XJS 6.0 V12 wurde mit einer moderneren Viergang-Automatik von General Motors ausgerüstet. Durch den neuen von Jaguar nun selbst entwickelten 6.0 Motor wurde der XJR-S 6.0 mit seinem andersartig konstruierten 6,0-Liter-V12 überflüssig. Die Höchstgeschwindigkeit für das überarbeitete XJS 6.0 Coupé lag bei 260 km/h, für das XJS 6.0 Convertible bei 257 km/h. Beide Fahrzeuge waren nicht bei 250 km/h abgeregelt.

Zum Modelljahr 1993 wurden die verchromten Stoßfänger durch weit nach unten reichende, in Wagenfarbe lackierte Kunststoff-Stoßfänger ersetzt sowie modifizierte Türschlösser und Verriegelungen verwendet. Die neuen Komponenten wurden nicht an einem bestimmten Datum eingebaut, sondern nach und nach sobald die noch auf Lager liegenden Restbestände aufgebraucht waren, so daß viele Übergangsmodelle zu finden sind. In diese Zeit fiel auch der Einbau der neuen Hinterachse aus der Limousine, so daß der XJS ab 1993 nun auch wartungsfreundliche außen liegende Scheibenbremsen hatte. Ein Fahrerairbag hielt Einzug, ab Modelljahr 1994 auch ein Beifahrerairbag. Bei den Convertibles entfiel der verschließbare Stauraum hinter den Sitzen zugunsten einer zweiten, zuvor nur als Sonderumbau bei Arden erhältlichen Sitzbank (2+2), und das Armaturenbrett wurde ab der Mittelkonsole erneut leicht überarbeitet. Die Autos dieser Baujahre sind äußerlich an den Rädern mit fünf Speichen oder den BBS-Kreuzspeichenrädern (Sonderausstattung) sowie an den flachen, seitlichen (vorher quadratischen, aufgesetzten) Blinkleuchten am vorderen Kotflügel zu erkennen. Die 6.0 Modelle erhielten erstmals auf den vorderen Kotflügeln jeweils ein V-12 Emblem.

Ebenfalls in diesen Produktionszeitraum fiel die Sonderausstattung „Insignia“, die auch für die Limousine erhältlich war. Für einen fünfstelligen Mehrpreis wurde der Innenraum unter anderem durch eine besondere Lederausstattung (erhältlich in 10 Farbtönen), Edelholzfurniere (erhältlich in 5 Beiztönen) und Wiltonteppiche (in 6 Sonderfarben) aufgewertet. Fahrzeuge mit dieser Ausstattung sind extrem selten. An den vorderen Kotflügeln gab es für diese Fahrzeuge INSIGNIA-Embleme.

Im Juli 1994 wurde die Lederausstattung für das Modelljahr 1995 modifiziert. Beim XJS 6.0 V12 wurde erstmals Raffleder verarbeitet, die Rückseiten der Sitze wurden mit Leder überzogen, und an den Türen entfielen die Chromzierleiste und die Teppichapplikation. Obwohl die Insignia-Ausstattung jetzt nicht mehr erhältlich war, entsprach der Innenraum der 6.0 V12 Modelle bis auf die fehlenden Lederapplikationen an der A-Säule, dem Armaturenbrett sowie der Hutablage weitgehend dem dieser Ausstattungslinie.

Die AJ6-Maschine mit 163 kW (222 PS) wurde ab Juli 1994 durch einen neuen AJ16-Motor ersetzt, den es auch in der neu eingeführten Limousine gab. Dieser war die Weiterentwicklung des AJ6 und leistete beim XJS 4.0 nun 171 kW (233 PS). Die Höchstgeschwindigkeit betrug 237 km/h beim XJS 4.0 Coupé und 234 km/h beim XJS 4.0 Convertible. Äußerlich sind die Fahrzeuge dieses Bauzeitraumes an den fehlenden aufgeklebten Seitenstreifen sowie an den in Wagenfarbe lackierten Außenspiegeln und Scheinwerferumrandungen zu erkennen. Ferner wurden alle Sechszylinder (AJ16) dieser Bauzeit nur noch mit den bekannten Fünfspeichenrädern ausgestattet.

Ab Juli 1995 wurde der XJS 4.0 ausschließlich in der „Celebration“-Ausstattung, in Erinnerung an die 60 Jahre zurückliegende erstmalige Verwendung des Namens Jaguar, angeboten. Nun gab es wieder verchromte Spiegel und Scheinwerferumrandungen sowie neue, fast ganzflächige Räder mit 11 Speichen. Der Innenraum wurde durch einen Lederlenkradkranz, der zum Teil aus Holz bestand und einen Automatikwählhebel aus Holz aufgewertet. Der 6.0 V12 war bereits 1995 nicht mehr in der Preisliste aufgeführt und wurde nur noch auf Wunsch gebaut, so dass er offiziell nicht in der „Celebration“-Ausstattung erhältlich, jedoch mit seinen umfangreichen Lederapplikationen sogar noch etwas besser ausgestattet war.

Die allerletzten XJS beider Motorisierungen mit Bauzeitraum ab Herbst 1995 sind an einem Handbremshebel mit einem runden schwarzen Griffstück erkennbar. Er war nicht mehr verchromt, sondern mit Leder überzogen und wurde in dieser Form ebenfalls im Nachfolgemodell XK8 sowie im Aston Martin DB7 verwendet.

Selbst im letzten Produktionsjahr 1996 wurden, nachdem der Nachfolger XK8 bereits angekündigt war, noch mehr als 3000 XJS 4.0 Celebration Convertibles ausgeliefert. Das XJS 4.0 Celebration Coupe war dazu im Vergleich mit einer Gesamtstückzahl von ca.120 nun eher selten. Der letzte 6.0 V12 verließ im April 1996 als XJS 6.0 Coupe in der Farbe Ice Blue-Micatallic das Jaguarwerk in Coventry, der letzte mit 4,0-Liter-Motor im April 1996 als XJS 4.0 Celebration Convertible in Signal Red.

Sonderaufbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daimler XJ-S im Automuseum Coventry
Shooting Break auf der Basis des XJS: Der Lynx Eventer
  • Zu Beginn der 1980er-Jahre entwarf Jaguar eine Daimler-Version des XJ-S. Als wesentlichen Unterschied zum Basismodell wies der Daimler XJ-S – abgesehen vom markentypischen Kühlergrill – ein knappes Stufenheck mit steil stehender Heckscheibe auf. Die hintere Dachlinie ähnelte der des späteren XJ-SC. Eine Serienproduktion des Daimler XJ-S kam nicht zustande. Es entstand nur ein einzelnes Fahrzeug, das heute im Automuseum von Coventry steht.[3]
  • Lynx Motors in East Surrey stellte von 1983 bis 1996 den Lynx Eventer her, ein allgemein als qualitativ hochwertig angesehener Umbau der XJ-S / XJS Coupés in einen dreitürigen Sportkombi. In 14 Jahren entstanden 67 Fahrzeuge. Nahezu alle Fahrzeuge sind bis heute erhalten geblieben und in Sammlerhand.
  • Arden Automobilbau stellte – abgesehen von antriebstechnisch veränderten Modellen – eine Reihe von Fahrzeugen her, die eigenständige Dachkonstruktionen aufwiesen. Dazu gehörte der Arden AJ 2B (ein Vollcabriolet), der AJ 3 (ein Sportkombi im Stile des Lynx Eventer) und der AJ 6 (ein Coupé mit fest stehendem Stufenheck, das dem Daimler XJ-S ähnelte).

Der XJ-S/XJS heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im heutigen Straßenbild ist der XJS über 20 Jahre nach seinem Produktionsende nur noch sehr selten anzutreffen. Dies liegt zum einen daran, dass die gebauten Stückzahlen vergleichsweise gering sind, zum anderen, dass XJS Besitzer ihn selten als Alltagsauto nutzen. Der Markt für gebrauchte XJ-S / XJS ist dennoch relativ groß und die Ersatzteilversorgung als gut zu bezeichnen. Während für die jüngeren XJS Baujahre fast alle Ersatzteile direkt über die Jaguar-Händler bezogen werden können, muss bei den älteren XJ-S Modellen teilweise auf private Verkäufer oder darauf spezialisierte Händler, die meisten davon in den USA oder Großbritannien, zurückgegriffen werden. Auf dem europäischen Gebrauchtmarkt werden heute fast ausschließlich XJ-S H.E.-Modelle ab Modelljahr 1981 bzw. XJS Facelift-Modelle ab Modelljahr 1992 angeboten. In der Anschaffung ist ein XJ-S vergleichsweise günstig, was für den Unterhalt nicht unbedingt gilt. Die offenen Versionen des XJ-S sind meist teurer als die Coupé-Versionen. Die aktuellen Marktpreise beginnen bei ca.5000 EUR für ältere XJ-S HE Coupés aus den 80er-Jahren und erreichen bis über 40.000 EUR für sehr gut erhaltene XJS Convertibles der Baujahre 1994–1996. Die Fahrzeuge der letzten Baujahre waren hochwertig verarbeitet und hatten teilverzinkte Karosserien. Sie sind heute insbesondere als XJS Convertibles in der 2+2 Version als 4.0 und 6.0 sehr beliebt und gelten als wertstabil.

In den letzten Jahren wurde die Nachfrage nach jüngeren XJS Facelift-Modellen in Europa auch durch US-Importe befriedigt, deren Technik nicht exakt den in Europa vertriebenen Ausführungen entspricht (Abgas- und Motorsteuerung) und deren Motoren eine etwas geringere Leistung erbringen. Äußerlich sind die US-Modelle an der dritten Bremsleuchte, dem fehlenden Blinker im Kotflügel (hier Jaguar-Emblem), dem Heckspoiler beim XJS 6.0 V12-Convertible sowie dem anderen Tachometer erkennbar. Weiter sind sie durch ihre Fahrgestellnummer eindeutig zu identifizieren – der sechste Buchstabe ist ein „X“. Nach Europa ausgelieferte Fahrzeuge haben den Buchstaben „A“ an dieser Stelle.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Whyte, Andrew: Jaguar, The history of a great British Car, Patrick Stephens Ltd, 1980
  • Lord Montagu of Beaulieu: Jaguar, 4th Edition, The Anchor Press Ltd, 1982
  • Stertkamp, Heiner: Jaguar – Die komplette Chronik von 1922 bis heute, 2. Auflage, Heel-Verlag (2006), ISBN 3-89880-337-6
  • Thorley, Nigel: you & your Jaguar XJS, 2nd Edition, Haynes Publishing, ISBN 1-84425-234-5
  • Robson, Graham: JAGUAR XJ-S The Complete Story, Crowood Press, ISBN 978-1-86126-933-1
  • Brian Long: JAGUAR XJ-S Hommage an den Super-GT, Heel-Verlag (2016), ISBN 978-3-95843-170-6
  • Klaus Westrup: My special angel. Aus der Reihe: Autos die man nie vergisst. Erinnerungen an den Jaguar XJ-SC 3,6 in Motor Klassik, Heft 12/2010, S. 34.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jaguar XJ-S – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Motor Klassik, Heft 12/2010, S. 34 f.
  2. Jaguar XJ-S - der Nachfolger des schönsten Sportwagens seiner Zeit Viele historische Bilder auf zwischengas.com (zuletzt aufgerufen 12. September 2016)
  3. Kurze Modellbeschreibung und Abbildungen bei www.austin-rover.co.uk im Abschnitt "AR Cars/Jaguar XJ-S"