Jaguar XJS

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Jaguar
Jaguar XJ-S HE 1982
Jaguar XJ-S HE 1982
XJ-S und XJS
Produktionszeitraum: 6 /1975–4 /1996
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
3,6–6,0 Liter
(147–243 kW)
Länge: 4770 mm
Breite: 1793 mm
Höhe: 1254 mm
Radstand: 2591 mm
Leergewicht: 1800 kg
Vorgängermodell Jaguar E-Type
Nachfolgemodell Jaguar X100

Der Jaguar XJ-S bzw. XJS ist ein Gran Turismo des traditionsreichen britischen Autoherstellers Jaguar. Er wurde von Juni 1975 bis 4. April 1996 in über 115000 Exemplaren hergestellt und ist damit das bislang erfolgreichste Jaguar-Sportmodell.

Mit dem letzten Jaguar E-Type, der im September 1974 hergestellt wurde, gab Jaguar den Markt für Roadster-Sportwagen, für die gerade die englische Autoindustrie mit Marken wie Jaguar, Triumph und MG bekannt war, auf. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen, insbesondere in den USA, veranlassten Jaguar, die Entwicklung eines schnellen, komfortablen Coupe (GT) gegenüber einem Roadster zu favorisieren. Die Linienführung des auf der Basis der XJ-Limousine entwickelten und mit dem V12-Motor aus dem E-Type Serie III versehenen XJ-S 5.3 GT Coupe war seinerzeit zunächst umstritten. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis das XJ-S 5.3 GT Coupe aus dem Schatten seines Ahnen, des Jaguar E-Type, herausfahren konnte und als eigenständige, eigenwillige und avantgardistische Design-Kreation anerkannt und geschätzt wurde.

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

XJ-S 5.3 GT Coupe („Pre-HE“, 1975–1981)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaguar XJ-S 5.3 GT Coupe - Pre-HE (date of manufacture: 18. June 1975)

Am 10. September 1975 wurde auf der IAA in Frankfurt am Main das XJ-S 5.3 GT Coupe vorgestellt, das auf dem XJ Serie II basierte (der Radstand war mit 2,59 m um ca. 25 cm kürzer als bei der Limousine XJ 12), mit geschlossener 2+2 sitziger Karosserie und dem V12-Motor in der damals gerade serienreifen Einspritzversion. Seine Form war mit einem Cw-Wert von 0,39 nachweislich windschlüpfiger als die des inzwischen aus der Mode gekommenen E-Type, aber auch wuchtiger und schwerer als der E-Type V12 2+2. Das XJ-S 5.3 GT Coupe (Pre-HE) war zu dieser Zeit der schnellste und teuerste Jaguar in der Modellpalette, und bei Jaguar hoffte man, mit diesem Modell Käufer anderer Luxusmarken wie Maserati und Ferrari gewinnen zu können. Im Vergleich zu Modellen wie dem Porsche 911 und dem Mercedes-Benz SL ist das Jaguar XJ-S 5.3 GT Coupe schneller, der Benzinverbrauch aber auch höher. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 241 km/h und das Coupe beschleunigt in 6,8 s (Schaltgetriebe) und 7,9 s (Automatik) von 0–100 km/h. Darüber hinaus zeichnete es sich durch eine ausgezeichnete Straßenlage aus und bewies in diesem Modellsegment einen sehr eigenständigen Charakter. Das XJ-S 5.3 GT Coupe gab es zunächst nur mit dem 5.3-Liter V12 mit 211 kW (287 PS). Es standen bei der Einführung zunächst ein Dreigang-Automatikgetriebe (Borg Warner Typ 12) und später zusätzlich ein Viergang-Schaltgetriebe zur Wahl (letzteres wurde bis etwa 1978 weltweit nur in einer Stückzahl von 352 Exemplaren produziert). Bei seiner Markteinführung war das XJ-S 5.3 GT Coupe das schnellste und teuerste Fahrzeug aus dem Angebot von Jaguar. Bis heute sind nur sehr wenige fahrbereite Exemplare aus der Ära von 1975 bis 1981 (Serie 1) erhalten geblieben. Neuerdings werden aber auch vermehrt ganz frühe Pre-HE Exemplare von Sammlern restauriert.

Bekanntheit erlangte dieses Modell auch durch die erfolgreiche britische Fernsehserie Simon Templar – Ein Gentleman mit Heiligenschein (1978–1979), in der Ian Ogilvy als Simon Templar ein weißes XJ-S 5.3 GT Coupe (Pre-HE) mit dem Kennzeichen ST-1 fuhr. Ein schwarzes XJ-S 5.3 GT Coupe (Pre-HE) mit Zusatztank aus 1978 gewann im Jahr 1979 das Cannonball-Rennen von New York nach Los Angeles (4628 km) in 32 Stunden und 51 Minuten (Durchschnittsgeschwindigkeit: über 140 km/h). Der Rekord hielt bis ins Jahr 1983.

XJ-S 5.3 H.E. Coupe (1981–1991)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaguar XJ-S 5.3 HE V12 Coupe (1988)

Nachdem im Jahr 1980 die Produktion von nur knapp über 1000 Autos einen Tiefstand erreicht hatte, wurde kurzfristig über die Einstellung der Produktion nachgedacht. Unter dem neuen Jaguar-Chef John Egan wurde jedoch entschieden, das XJ-S 5.3 GT Coupe (Pre-HE) neu zu überarbeiten und zusätzliche Versionen anzubieten, unter anderem ein von Kunden schon lange gewünschtes Cabrio.

Bereits im Sommer 1981 wurde daher das neue XJ-S 5.3 HE Coupe (Serie 2) vorgestellt und mit einer moderneren Einspritzanlage versehen, die den Motor jetzt auf 220 kW (295 PS) brachte. Darüber hinaus fand der neue H.E.-Zylinderkopf (High Efficiency) Verwendung, der zu einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um mehr als 20 % beitrug. Jaguar verbesserte zusätzlich die Qualität erheblich und veränderte viele Details (Holzeinlagen am Armaturenbrett, weniger wuchtige Stoßfänger mit einer Chromleiste am oberen Rand, neue Felgen, neue Sitze u. s. w. ), was die Verkaufszahlen sofort deutlich steigerte. Die höchsten Produktionsraten der ganzen XJ-S / XJS Modellgeschichte wurden in den Jahren 1988 und 1989 erreicht, mit jährlich über 10.000 gebauten Fahrzeugen. Großen Anteil an diesem Erfolg hatte die 1988 neu eingeführte Vollcabrioversion XJ-S 5.3 V12 Convertible, die sofort erfolgreich ganz neue Käuferschichten ansprach.

Jaguar XJ-S 3.6 Coupe (1983)

XJ-S 3.6 Coupe (1983–1991)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im XJ-S 3.6 Coupe gab es im Frühjahr 1983 erstmals den neu entwickelten Nachfolger des fast vierzig Jahre alten XK-Sechszylindermotors. Es handelte sich um einen 3,6-Liter-Reihen-Sechszylinder (AJ-6) mit zwei oben liegenden Nockenwellen und 4-Ventilen je Zylinder, der 163 kW (222 PS) leistete. Mit diesem AJ-6 Motor und mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe von Getrag erreichte das neue XJ-S 3.6 Coupe eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Durch die neue Einspritzanlage und die neu entwickelte 4-Ventiltechnik war der Verbrauch nun niedriger als beim alten Motor. Diese 3.6 Version mit AJ-6 Motor und 5-Gang-Schaltgetriebe ist ebenfalls besonders selten. Alternativ zum 5-Gang-Schaltgetriebe gab es auf Wunsch ab 1987 auch ein Viergang-Automatikgetriebe von ZF. Ab dem Modelljahr 1989 war das XJ-S 3.6 Coupe nur noch mit einem neuen geregelten Dreiwege-Katalysator erhältlich, wodurch die Leistung auf 147 kW (199 PS) sank.

XJ-SC 3.6 (1983–1988), XJ-SC 5.3 H.E. (1985–1988), XJ-S 5.3 V12 Convertible (1988–1991)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 1983 wurde der XJ-SC 3.6 neu vorgestellt, ein Cabriolet mit Targa-Dach und faltbarer Heckscheibe – zunächst nur mit dem neuen AJ-6 Sechszylinder, ab 1985 dann auch als XJ-SC 5.3 HE mit dem 5.3 HE V12. Der Umbau der XJ-SC Karosserien war zunächst recht aufwendig organisiert und machte den Hin- und Hertransport zwischen mehreren Werken notwendig. Nach einigen erfolgreichen Umstellungen im Werk konnte nach etwa 2 Jahren schließlich dann doch wieder alles an einem Standort fabriziert werden. Die Kundschaft sehnte sich freilich weiterhin nach einem „bügellosen“ Cabrio, das es bisher nur als nachträglichen Umbau bei Hess & Eisenhardt in USA, Lynx in England und Arden in Deutschland gab. Beim XJ-SC handelte es sich daher um ein Übergangsmodell, da man bei Jaguar damit beschäftigt war, ein verwindungssteifes Vollcabrio (Convertible) auf Basis des XJ-S 5.3 HE Coupe (Serie 2) zu entwickeln. Im Februar 1988 wurde das XJ-S 5.3 V12 Convertible dann erstmals der Weltöffentlichkeit auf dem Genfer Automobil-Salon auch als Vollcabrio vorgestellt und kam bei der Kundschaft sofort wesentlich besser an. Der Prototyp wurde im Auftrag von Jaguar zusammen mit dem Verdeckspezialisten Karmann in Osnabrück entwickelt und steht noch heute in der Karmann-Sammlung. Der XJ-SC wurde dagegen nicht so gut aufgenommen. Sowohl die Presse als auch der Markt sahen ihn damals nicht als vollwertiges Cabriolet an.[1] Die Produktionszahlen beim XJ-SC 3.6 kamen aber auf ca. 1088 Stück. Vom XJ-SC 5.3 HE wurden sogar ca. 3925 Fahrzeuge produziert.

XJR-S 5.3 Coupe (1988–1989), XJR-S 6.0 Coupe und Convertible (1989–1993)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaguar XJR-S 6.0 Coupe (1991)

Ab 1982 wurde der Jaguar XJ-S TWR Racing erfolgreich vom Team Tom Walkinshaw Racing (kurz TWR) in der Europäischen Tourenwagen Meisterschaft (ETCC) eingesetzt und gewann 1984 erstmals den Europa-Meistertitel. Tom Walkinshaw selber wurde zum Fahrer-Europameister gekürt[2] – eine Ehre, die den Vorgängern XK und E-Type stets verwehrt geblieben war. TWR bot seit 1984 in diesem Zusammenhang einen recht markanten TWR-Spoilersatz für das XJ-S Coupe und die XJ-SC Serien an. Unter Verwendung dieses TWR-Zubehörs entstand im Frühjahr 1988 in England das neue Serienmodell XJR-S 5.3 Coupe, das technisch dem XJ-S 5.3 HE V12 glich. Die Einführung dieses Modells wurde mit einer auf 50 Exemplare limitierten Sonderausführung Le Mans gefeiert (TWR hatte in Le Mans kurz zuvor mit dem Jaguar XJR-9 den Sieg errungen). Die TWR-Aerodynamik Kits waren danach für Serienfahrzeuge auch weiterhin erhältlich und in dieser Zeit entstanden viele Derivate durch Drittfirmen. Im Jahre 1991 wurden die äußerlichen Änderungen des neuen XJS - Facelifts auch für die XJR-S 6.0 Coupe Serienmodelle (ca. 124 Stück produziert) übernommen und zugleich ein von TWR entwickelter 6.0 Liter V12 eingeführt. Dieser Motor war nicht der von Jaguar ab 1993 im XJS 6.0 Coupe eingesetzte 6,0 Liter V12 mit geändertem Zylinderkopf. Die deutsche Version des XJR-S 6.0 Coupe leistete 243 kW (330 PS), erzielte eine Höchstgeschwindigkeit von 254 km/h und besaß eine Dreigangautomatik. Sie blieb bis zum Frühjahr 1993 im Programm. Zum Ende der XJR-S 6.0 Baureihe gab es erstmals auch 50 XJR-S 6.0 Convertible, exklusiv für den amerikanischen Markt in den Farben Jet Black (25 Stück) und Signal Red (25 Stück).

XJS 4.0 (1991–1996), XJS 5.3 (1991–1993), XJS 6.0 (1993–1996) Coupe und Convertible[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaguar XJS 5.3 V12 Coupé (1992)

Die gesamte XJ-S Baureihe wurde im Mai 1991 (jetzt unter Ford-Regie) nochmals komplett überarbeitet und neu unter der Bezeichnung "XJS" angeboten. Bereits 1988 war bei Jaguar eine gründlich überarbeitete Ausführung der gesamten XJ-S Baureihe intern abgeschlossen, wurde aber aus finanziellen Gründen (Abverkauf der bestehenden Lagerbestände) erst von 1991 bis 1993 schrittweise in die Serienfertigung überführt. Die vollständige Umrüstung kostete Jaguar insgesamt über 50 Millionen Pfund. Die auffälligsten Veränderungen ab 1991 an der Außenansicht der neuen XJS Coupe waren neue geteilte Rückleuchten in schwarz getönter Rechteckform, ein neuer Kühlergrill und die vorderen und hinteren Seitenfenster. Die Position des Heckfensters wanderte im unteren Bereich weiter nach hinten um Platz für modernere Sicherheitsgurte zu schaffen und stand nun deutlicher nach vorn geneigt.

Unter dem Blech war vieles neu konstruiert, um die Produktion mit größeren Blechen zu vereinfachen und um Kosten zu senken. Das Armaturenbrett wurde mit zusätzlichen Rundinstrumenten erneut neu gestaltet. Zur Unterscheidung gegenüber älteren XJ-S Versionen werden diese jüngeren XJS Modelle ab 1991 meist als XJS "Facelift" (oder Serie 3) bezeichnet.

Der neue Jaguar XJS (Serie 3) wurde 1991 zunächst als XJS 4.0 Coupe mit dem 4.0 Liter Sechszylinder (AJ-6) entweder mit Fünfgang-Schaltgetriebe oder einer ZF-Viergang-Automatik und als XJS 5.3 Coupe oder XJS 5.3 Convertible mit dem 5.3 Liter V12 mit GM400-Dreigangautomatik angeboten. 1992 folgte dann noch das sehr erfolgreiche XJS 4.0 Convertible mit dem AJ-6 Motor und 163 kW (222 PS)

Im Frühjahr 1993 wurde der Hubraum des V12 durch Jaguar von 5.3 auf 6.0 Liter vergrößert. Er leistete jetzt 222 kW (302 PS). Der XJS 6.0 V12 wurde mit einer moderneren Viergang-Automatik von General Motors ausgerüstet. Durch den neuen von Jaguar nun selbst entwickelten 6.0 Motor wurde der XJR-S 6.0 mit seinem andersartig konstruierten 6,0-Liter-V12 überflüssig. Die Höchstgeschwindigkeit für das überarbeitete XJS 6.0 Coupe lag nun bei 260 km/h, für das XJS 6.0 Convertible bei 257 km/h. Beide Fahrzeuge waren nicht bei 250 km/h abgeregelt.

Zum Modelljahr 1993 wurden die verchromten Stoßfänger durch aerodynamisch verbesserte, in Wagenfarbe lackierte Kunststoff-Stoßfänger ersetzt sowie modifizierte Türschlösser und Verriegelungen verwendet. Die neuen Komponenten wurden nicht an einem bestimmten Datum eingebaut, sondern nach und nach sobald die noch auf Lager liegenden Restbestände aufgebraucht waren, sodass viele Übergangsmodelle zu finden sind. In diese Zeit fiel auch der Einbau der neuen Hinterachse aus der Limousine, sodass der XJS ab 1993 nun auch wartungsfreundliche außen liegende Scheibenbremsen hatte. Ein Fahrerairbag hielt Einzug, ab Modelljahr 1994 auch ein Beifahrerairbag. Bei den Convertible entfiel der verschließbare Stauraum hinter den Sitzen zugunsten einer zweiten, zuvor nur als Sonderumbau bei Arden erhältlichen Sitzbank (2+2), und das Armaturenbrett wurde ab der Mittelkonsole erneut leicht überarbeitet. Die Autos dieser Baujahre sind äußerlich an den Rädern mit fünf Speichen oder den BBS-Kreuzspeichenrädern (Sonderausstattung) sowie an den flachen, seitlichen (vorher quadratischen, aufgesetzten) Blinkleuchten am vorderen Kotflügel zu erkennen. Die 6.0 Modelle erhielten erstmals auf den vorderen Kotflügeln jeweils ein V12 Emblem.

Ebenfalls in diesen Produktionszeitraum fiel die Sonderausstattung „Insignia“, die auch für die Limousine erhältlich war. Für einen fünfstelligen Mehrpreis wurde der Innenraum unter anderem durch eine besondere Lederausstattung (erhältlich in 10 Farbtönen), Edelholzfurniere (erhältlich in 5 Beiztönen) und Wiltonteppiche (in 6 Sonderfarben) aufgewertet. Fahrzeuge mit dieser Ausstattung (Stückzahl XJS - INSIGNIA ca. 64) sind extrem selten. An den vorderen Kotflügeln gab es für diese Fahrzeuge INSIGNIA-Embleme.

Im Juli 1994 wurde die Lederausstattung für das Modelljahr 1995 modifiziert. Beim XJS 6.0 V12 wurde erstmals besonders hochwertiges Raffleder verarbeitet, die Rückseiten der Sitze wurden mit Leder überzogen, und an den Türen entfielen die Chromzierleiste und die Teppichapplikation. Obwohl die Insignia-Ausstattung jetzt nicht mehr erhältlich war, entsprach der Innenraum der 6.0 V12 Modelle bis auf die fehlenden Lederapplikationen an der A-Säule, dem Armaturenbrett sowie der Hutablage weitgehend dem dieser Ausstattungslinie.

Die AJ-6 Maschine mit 163 kW (222 PS) wurde ab Juli 1994 durch einen neuen AJ-16 Motor ersetzt, den es so auch in der neu eingeführten Limousine gab. Dieser war die Weiterentwicklung des AJ-6 und leistete beim XJS 4.0 AJ-16 nun 171 kW (233 PS). Die Höchstgeschwindigkeit betrug nun 237 km/h beim XJS 4.0 Coupé und 234 km/h beim XJS 4.0 Convertible. Äußerlich sind die Fahrzeuge dieses Bauzeitraumes an den fehlenden aufgeklebten Seitenstreifen sowie an den in Wagenfarbe lackierten Außenspiegeln und Scheinwerferumrandungen zu erkennen. Ferner wurden alle Sechszylinder (AJ-16) dieser Bauzeit nur noch mit den bekannten Fünfspeichenrädern ausgestattet.

Ab Juli 1995 wurde der XJS 4.0 (AJ-16) exclusiv in der „Celebration“-Ausstattung, in Erinnerung an die 60 Jahre zurückliegende erstmalige Verwendung des Namens Jaguar, angeboten. Nun gab es wieder verchromte Spiegel und Scheinwerferumrandungen, erstmalig seitliche von Hand gemalte Zierstreifen (Coachelines) sowie neue, fast ganzflächige Räder mit 11 Speichen. Alle bisherigen Extras, bis auf Bordcomputer und Hochdruckscheinwerferreinigungsanlage waren bei dieser Sonderedition nun serienmäßig ab Werk verbaut. Der Innenraum wurde nochmals durch einen Lederlenkradkranz, der zum Teil aus Holz bestand und einen Automatikwählhebel aus Holz aufgewertet. Der 6.0 V12 war bereits 1995 nicht mehr in der Preisliste aufgeführt und wurde nur noch auf Wunsch gebaut, so dass er offiziell nicht in der „Celebration“-Ausstattung erhältlich, jedoch mit seinen umfangreichen Lederapplikationen sogar noch etwas besser ausgestattet war.

Die allerletzten XJS beider Motorisierungen (4.0 und 6.0) mit Bauzeitraum ab Herbst 1995 sind an einem Handbremshebel mit einem runden schwarzen Griffstück erkennbar. Er war nicht mehr verchromt, sondern mit Leder überzogen und wurde in dieser Form ebenfalls im Nachfolgemodell XK8 sowie im Aston Martin DB7 verwendet.

Selbst im letzten Produktionsjahr 1996 wurden, nachdem der Nachfolger XK8 bereits angekündigt war, noch mehr als 3000 XJS 4.0 Celebration Convertible ausgeliefert. Das XJS 4.0 Celebration Coupe war dazu im Vergleich mit einer Gesamtstückzahl von ca. 120 nun eher selten. Der letzte 6.0 V12 verließ am 04. April 1996 als XJS 6.0 Coupe in der Farbe Ice Blue-Micatallic das Jaguarwerk in Coventry, der letzte mit 4,0-Liter-Motor am 04. April 1996 als XJS 4.0 Celebration Convertible in Signal Red.

Sonderaufbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daimler XJ-S 5.3 V12 im Automuseum Coventry
Shooting Break auf der Basis des XJS 4.0 Coupe: Der Lynx Eventer
  • Zu Beginn der 1980er Jahre entwarf Jaguar eine Daimler-Version des XJ-S. Als wesentlichen Unterschied zum Basismodell wies der Daimler XJ-S, abgesehen vom markentypischen Kühlergrill, ein knappes Stufenheck mit steil stehender Heckscheibe auf. Die hintere Dachlinie ähnelte der des späteren XJ-SC. Eine Serienproduktion des Daimler XJ-S kam nicht zustande. Es entstand nur ein einzelnes Fahrzeug, das heute im Automuseum von Coventry steht.[3]
  • Lynx Motors in East Surrey stellte von 1983 bis 1996 den Lynx Eventer her, ein allgemein als qualitativ hochwertig angesehener Umbau der XJ-S / XJS Coupés in einen dreitürigen Sportkombi. In 14 Jahren entstanden 67 Fahrzeuge. Nahezu alle Fahrzeuge sind bis heute erhalten geblieben und in Sammlerhand.
  • Arden Automobilbau stellte, abgesehen von antriebstechnisch veränderten Modellen, eine Reihe von Fahrzeugen her, die eigenständige Dachkonstruktionen aufwiesen. Dazu gehörte der Arden AJ 2B (ein Vollcabriolet), der AJ 3 (ein Sportkombi im Stile des Lynx Eventer) und der AJ 6 (ein Coupé mit fest stehendem Stufenheck, das dem Daimler XJ-S ähnelte).

Der XJ-S/XJS heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im heutigen Straßenbild ist der XJ-S bzw. XJS über 23 Jahre nach seinem Produktionsende nur noch selten anzutreffen. Dies liegt zum einen daran, dass die gebauten Stückzahlen vergleichsweise gering sind, zum anderen, dass XJ-S / XJS Besitzer ihn selten als Alltagsauto nutzen. Der Markt für gebrauchte XJ-S / XJS ist dennoch relativ groß und die Ersatzteilversorgung als gut zu bezeichnen. Während für die jüngeren XJS Baujahre (1991–1996) fast alle Ersatzteile direkt über die Jaguar-Händler bezogen werden können, muss bei den älteren XJ-S Modellen (1975–1991) teilweise auf private Verkäufer oder darauf spezialisierte Händler, die meisten davon in den USA oder Großbritannien, zurückgegriffen werden. Auf dem europäischen Gebrauchtmarkt werden heute fast ausschließlich XJ-S HE Modelle (Serie 2) ab Modelljahr 1981 bzw. XJS Facelift-Modelle (Serie 3) ab Modelljahr 1991 angeboten. In der Anschaffung ist ein XJ-S HE Coupe vergleichsweise günstig, was für den Unterhalt nicht unbedingt gilt. Die offenen Versionen des XJ-S Convertible sind meist teurer als die Coupe Versionen. Bei den Coupes sind vor allem wegen der geringen Stückzahlen die verschiedenen Sondereditionen ( Insignia, Collection-Rouge, Collection-Classic und Celebration) gesucht. Die aktuellen Marktpreise beginnen bei ca. 5000,-€ für frühe XJ-S HE Coupe (Serie 2) in mäßigem Zustand aus den 80er. Jahren und erreichen bis über 40.000,-€  für sehr gut erhaltene XJS Convertible der Baujahre 1994–1996. Die Fahrzeuge der letzten Baujahre waren hochwertig verarbeitet und hatten teilverzinkte Karosserien. Sie sind heute insbesondere als XJS Convertible in der 2+2 Version als 4.0 und 6.0 sehr beliebt und gelten als wertstabil. Eine Sonderstellung nehmen mittlerweile die XJ-S Lynx Eventer (Shooting-Break) und die R-Sportmodelle XJR-S 6.0 Coupe und XJR-S 6.0 Convertible ein.

In den letzten Jahren wurde die Nachfrage nach jüngeren XJS Facelift-Modellen in Europa auch durch US-Importe befriedigt, deren Technik nicht exakt den in Europa vertriebenen Ausführungen entspricht (Abgas- und Motorsteuerung) und deren Motoren eine etwas geringere Leistung erbringen. Äußerlich sind die US-Modelle an der dritten Bremsleuchte, dem fehlenden Blinker im Kotflügel (hier Jaguar-Emblem), dem Heckspoiler beim XJS 6.0 V12 Convertible sowie dem anderen Tachometer erkennbar. Weiter sind sie durch ihre Fahrgestellnummer eindeutig zu identifizieren – der sechste Buchstabe ist ein „X“. Nach Europa ausgelieferte Fahrzeuge haben den Buchstaben „A“ an dieser Stelle.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrew Whyte: Jaguar, The history of a great British Car. Patrick Stephens Ltd, 1980.
  • Lord Montagu of Beaulieu: Jaguar. 4th Edition, The Anchor Press Ltd, 1982.
  • Heiner Stertkamp: Jaguar – Die komplette Chronik von 1922 bis heute. 2. Auflage, Heel-Verlag (2006), ISBN 3-89880-337-6.
  • Nigel Thorley: You & your Jaguar XJS. 2nd Edition, Haynes Publishing, ISBN 1-84425-234-5.
  • Graham Robson: Jaguar XJ-S, The Complete Story. Crowood Press, ISBN 978-1-86126-933-1.
  • Brian Long: Jaguar XJ-S Hommage an den Super-GT. Heel-Verlag (2016), ISBN 978-3-95843-170-6.
  • Klaus Westrup: My special angel. Aus der Reihe: Autos die man nie vergisst. Erinnerungen an den Jaguar XJ-SC 3,6 In: Motor Klassik. Heft 12/2010, S. 34.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jaguar XJ-S – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Motor Klassik, Heft 12/2010, S. 34 f.
  2. Jaguar XJ-S - der Nachfolger des schönsten Sportwagens seiner Zeit Viele historische Bilder auf zwischengas.com (zuletzt aufgerufen 12. September 2016)
  3. Kurze Modellbeschreibung und Abbildungen bei www.austin-rover.co.uk im Abschnitt "AR Cars/Jaguar XJ-S" (Memento des Originals vom 4. Oktober 2003 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/austin-rover.co.uk