Joel Schumacher

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Joel Schumacher (2003)

Joel Schumacher (* 29. August 1939 in New York City; † 22. Juni 2020 ebenda) war ein US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schumacher wurde 1939 in New York geboren und studierte an der Parson School of Design. Zunächst in der Modeindustrie arbeitend, begann er seine mediale Arbeit als Kostümbildner in Hollywood.[1] Zu Beginn seiner Karriere arbeitete er mehrfach mit Woody Allen zusammen. Schumacher schrieb später Drehbücher für Filme wie Car Wash – Der ausgeflippte Waschsalon (1976) und The Wiz – Das zauberhafte Land (1978).

Nach ersten Regie-Arbeiten bei Fernsehproduktionen gab Schumacher sein Kinofilm-Debüt 1981 mit der Science-Fiction-Komödie Die unglaubliche Geschichte der Mrs. K. mit Lily Tomlin in der Hauptrolle. Es folgten schnell weitere Erfolge, darunter die Brat-Pack-Filme St. Elmo’s Fire – Die Leidenschaft brennt tief (1985) und The Lost Boys (1987), die mit ihren Genre-Elementen viel Zuspruch beim Publikum fanden. 1993 folgte Falling Down – Ein ganz normaler Tag mit Michael Douglas in der Hauptrolle. Schumacher verfilmte auch zwei Romane von John Grisham, Der Klient (1994) und Die Jury (1996). Viele von Schumachers Filmen waren Starkino mit Stilbewusstsein und manchmal außergewöhnlich greller Kulisse[2], die oft das Mainstream-Kino unterlaufende subversive Elemente oder flamboyanten Witz besaßen.[3]

Mit wachsendem Ansehen bekam er sein erstes großes Budget, als er von Tim Burton die Rechte an Batman übernahm. Batman Forever (1995) war ein Sommerhit. Der Nachfolger Batman & Robin (1997) erreichte zwar bei Kosten von 125 Mio. ein weltweites Einspielergebnis von 238 Millionen Dollar, fiel jedoch bei vielen Kritikern und Fans massiv durch. Bei der Goldenen Himbeere 1998 war der Film in insgesamt elf Kategorien nominiert, darunter Schumacher selbst in der Kategorie Schlechteste Regie. Der angekündigte fünfte Film der Batman-Serie wurde abgesagt, und Schumacher kehrte zu weniger ehrgeizigen Projekten zurück. 8mm – Acht Millimeter (1999), Tigerland (2000) und Nicht auflegen! (2002) waren erfolgreich an den Kinokassen.

2004 schuf er mit opulenter Ausstattung die Filmversion von Andrew Lloyd Webbers Musical Das Phantom der Oper. Sein letzter Film Trespass wurde von der Kritik verrissen und floppte auch an den Kinokassen. 2013 drehte Schumacher zwei Episoden der Politserie House of Cards, diese stellten seine letzte Regiearbeit dar.

Joel Schumacher war einer der ersten offen homosexuell lebenden Filmschaffenden.[4][5] Obgleich er sich selbst nicht als „schwulen Filmemacher“ verstand (“I just don’t believe it matters. This is how I feel. I’ve lived my life very openly. … So I’m not hiding anything.” – „Ich glaube einfach nicht, dass das wichtig ist. So fühle ich. Ich habe mein Leben sehr offen gelebt. … Also verstecke ich nichts.“[4]), wurde ihm dennoch verschiedentlich ein Einfluss seiner sexuellen Identität auf sein Werk nachgesagt.[6][4][7] Schumacher starb am 22. Juni 2020 in New York City im Alter von 80 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.[8]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kostümdesign

Drehbuch

Regie

Produktion

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: AARP Movies for Grownups Awards – Movies for Grownups Award, Bester Regisseur (Nicht auflegen!)[9]
  • 2010: Camerimage – Special Award to the Director[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Joel Schumacher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: Regisseur Joel Schumacher wird 80: Der Mann, der Batman Sex gab. Abgerufen am 18. Februar 2020.
  2. Nachruf auf Regisseur Joel Schumacher: Starkino mit Stilwillen. 23. Juni 2020, abgerufen am 23. Juni 2020.
  3. Christian Buß, DER SPIEGEL: Joel Schumacher: Zum Tod des "Flatliners"- und "Falling Down"-Regisseurs – DER SPIEGEL – Kultur. Abgerufen am 23. Juni 2020.
  4. a b c Second coming. In: theguardian.com vom 14. November 2000.
  5. Jeff Sneider: Joel Schumacher Dies at 80, and We Need to Put Some Respect on His Name. In: collider.com vom 22. Juni 2020.
  6. Will Brooker: Batman Unmasked: Analyzing a Cultural Icon. Bloomsbury Publishing, 2001, ISBN 978-0-8264-1343-7, Seite 295 ff.
  7. Ryan Lattanzio: Joel Schumacher Dies: ‘St. Elmo’s Fire,’ ‘The Lost Boys,’ ‘Batman Forever’ Director Was 80. In: indiewire.com vom 22. Juni 2020.
  8. Carmel Dagan: Joel Schumacher, Director of Batman Films and ‘Lost Boys,’ Dies at 80. In: variety.com vom 22. Juni 2020.
  9. Bill Newcott: Movies for Grownups Awards 2004. In: AARP The Magazine, March/April 2004 issue.
  10. Plus Camerimage 2010. In: camerimage.pl, abgerufen am 22. Juni 2020.