Andrew Lloyd Webber

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Andrew Lloyd Webber (2007)

Sir Andrew Lloyd Webber, Baron Lloyd-Webber, (* 22. März 1948 in London) ist ein britischer Komponist. Er ist vor allem für seine zahlreichen Musicals bekannt.

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

Andrew Lloyd Webber, der Sohn des Komponisten William Southcombe Lloyd Webber (1914–1982) und der Pianistin Jean Hermione (1921–1993), begann bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Komponieren und veröffentlichte schon mit neun Jahren seine erste Suite. Nach einem abgebrochenen Geschichtsstudium am Magdalen College, University of Oxford, wechselte er an das Royal College of Music in London.

Werke[Bearbeiten]

Webber lernte schon früh den Texter Tim Rice kennen und es entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit, in deren Folge Rice die Texte zu diversen Werken Webbers verfasste. Ihre erste Zusammenarbeit war das Musical The Likes of Us 1965. Es folgten zahlreiche Werke, hauptsächlich Musicals, Popsongs, sowie die Filmmusik zu zwei Spielfilmen und ein Requiem. Er ist der erfolgreichste Musical-Komponist der Gegenwart, seine Werke liefen teilweise Jahrzehnte an bekannten Plätzen wie dem Londoner West End oder dem Broadway. Viele seiner Songs wurden auch außerhalb des Musicals Welthits, wie etwa Don’t Cry for Me Argentina aus dem Stück Evita oder Memory aus dem Musical Cats. Sein erster No. 1 Hit in Großbritannien war Any dream will do aus Joseph.

Mehrere seiner Musicals wurden auch verfilmt. Die bekanntesten Filmadaptionen sind die Kinofilme Jesus Christ Superstar (1973), Evita (1996) und Das Phantom der Oper (2004). Lloyd Webber komponierte darüber hinaus zahlreiche Einzelsongs für verschiedene Zwecke, zum Beispiel It's Easy For You, der auf dem letzten Elvis-Presley-Studioalbum vor dessen Tod erschien, und Amigos Para Siempre (Friends For Life), die offizielle Hymne der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona, gesungen von Sarah Brightman und José Carreras.

Lloyd Webber komponierte und produzierte den Titel It's My Time als Beitrag des Vereinigten Königreichs für den Eurovision Song Contest 2009. In der mehrwöchigen TV-Show Eurovision – Your Country Needs You ermittelte die BBC dann Anfang 2009 die Sängerin Jade Ewen als Siegerin, die den Beitrag letztendlich beim Finale in Moskau vortrug.[1] Im Finale des Songcontests belegte der Beitrag den fünften Platz.

2012 komponierte er zusammen mit Gary Barlow den offiziellen Song "Sing" zum diamantenen Thronjubiläum von Königin Elisabeth II., der beim Diamond Jubilee Concert aufgeführt wurde.

Gründertätigkeit[Bearbeiten]

1994 gründete Webber den Open Churches Trust, der mit großem Erfolg dafür sorgt, dass in Großbritannien Kirchen, die sonst geschlossen wären, offen sein können, um denen, die es brauchen, einen Zufluchtsort für Frieden, Trost und Gebet zu ermöglichen, und denen, die gerne eine Kirche besichtigen möchten, Zutritt zu geben.[2] 1977 gründete er das international erfolgreiche Unternehmen Really Useful Group, welches u.a. alle Rechte an seinen Werken hält. Laut Sunday Times verfügte Andrew Lloyd Webber 2007 über ein Vermögen von 750 Mio. GBP (ca. 900 Mio. Euro).

Ehrungen[Bearbeiten]

Webber erhielt für seine Werke eine Reihe hoher Auszeichnungen. Darunter sind u.a. der Oscar und drei Grammy Awards. Er wurde 1992 von Königin Elisabeth II. als Knight Bachelor zum Ritter geschlagen und 1995 in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen. Im gleichen Jahr wurde ihm der Praemium Imperiale verliehen. 1997 wurde er als Baron Lloyd-Webber, of Sydmonton in the County of Hampshire, zum Life Peer erhoben, gehört also dem House of Lords an.[3] Er ist dort Lord der Conservative Party.

Familie[Bearbeiten]

Webber war dreimal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Sarah Hugill, welche er am 24. Juli 1972 heiratete, hat er zwei Kinder, das Paar wurde 1983 geschieden. Seine zweite Frau war die Sopranistin Sarah Brightman, die er am 22. März 1984 heiratete. Die kinderlose Ehe wurde im Jahr 1990 geschieden. Am 1. Februar 1991 heiratete er schließlich Madeleine Gurdon, mit der er drei gemeinsame Kinder hat.

Ende 2009 musste Webber aufgrund einer Prostatakrebserkrankung operiert werden. Im Januar 2010 gab er bekannt, er sei krebsfrei.

Sein Bruder Julian Lloyd Webber ist ein britischer Cellist und Komponist.

Werke[Bearbeiten]

Musicals[Bearbeiten]

Filmmusik[Bearbeiten]

  • Auf leisen Sohlen (Gumshoe) (1971) – Regie: Stephen Frears
  • Die Akte Odessa (The Odessa File) (1974) – Regie: Ronald Neame

Weitere Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andrew Lloyd Webber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jade lands UK's Eurovision place. BBC news 1. Februar 2009, abgerufen am 7. Februar 2009
  2. Open Churches Trust: About Us. Abgerufen am 21. Mai 2011: „… to enable those who need a haven for peace, solace and prayer, and those who like to visit, access“
  3. Angaben zu Lloyd Webber auf der Seite des Oberhauses, abgerufen am 28. Juli 2012