Johann Baptist Bernlochner

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Klassizistisches Wohn- und Geschäftshaus in der Landshuter Neustadt 453 (1830)
Eckhaus mit Walmdach (1830)
Dräxlmaierschlösschen in Landshut Berg, 1832
Bernlochner-Komplex in Landshut, mit Restaurant (links) und Theater (Mitte), 1841
Wohn- und Geschäftshaus in Landshut, Mitte 19. Jh
Katholische Pfarrkirche St. Vitus in Dingolfing, 1849

Johann Baptist Bernlochner (* 1799 in Dietramszell; † 8. November 1869 in Landshut) war ein deutscher Baumeister und Theaterunternehmer. Er baute Häuser in und um Landshut, vor allem den Bernlochner-Komplex mit einem Theater.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernlochners Vater und Großvater waren Klostermaurer am Kloster Dietramszell. Seine Maurermeisterprüfung legte er 1826 in München ab.[1] 1826 erwarb er das Landshuter Bürgerrecht.[2] Er heiratete die Tochter eines Landshuter Baumeisters und bezog mit ihr das Haus in der Rosengasse 350, ihre Mitgift. Zudem erhielt er damit die Maurermeisters-Gerechtsame.[1]

Ab 1826 errichtete er Häuser in Landshut, von denen einige heute Baudenkmäler sind. 1835 stand er neben Simon Pausinger der Lokalbaukommission der Stadt Landshut vor.[3] 1839 erbaute er das Ottonianum.

Ab 1839 erwarb Bernlochner mehrere Grundstücke an der Isar[4] und eröffnet hier 1841 den Gasthof zum Goldenen Hahn, der bis 2019 als Restaurant Bernlochner betrieben wurde.[5] Seit Frühjahr 2016 sind das Restaurant wie auch die Bernlochnersäle im Besitz der Stadt Landshut.[6][7]

Im Oktober 1941 wurde das daran angeschlossene Theater eröffnet und der Bernlochner-Komplex rasch kultureller Mittelpunkt Landshuts.[2][8] Die Bälle im Redoutensaal, ab 1857 erstmals von Bernlochner mit modernen 100 Gasleuchten ausgestattet, waren gesellschaftliche Höhepunkte in Landshut. Bernlochner hatte dort eine eigene Loge.[9] Der Redoutensaal ist bis heute in Betrieb.[10]

1857 nutzte Bernlochner in seinem Theater erstmals Gas für die Beleuchtung.[11] Die Stadt Landshut folgte 1858, gründete eine Gasfabrik für die Gasversorgung und legte den Grundstein für die heutigen Stadtwerke Landshut.[12][13]

1849 baute er die Katholische Pfarrkirche St. Vitus in Teisbach bei Dingolfing, 1857 die Backstein-Gebäude des Bahnhofs Landshut. 1858 gründete er die Freiwillige Feuerwehr Landshut, deren erster Kommandant er war.[2] Mit seiner Mischung aus Geselligkeit und Ideenreichtum wurde er von seinen Mitbürgern geachtet.[1]

1869 verlor er bei einer Insolvenz sein gesamtes Vermögen, erlitt einen Schlaganfall und starb zwei Wochen danach.[1][14]

Bernlochner hatte zehn Kinder aus drei Ehen.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. 8000 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 978-3791707921.
  • Angelika Rahm: Das Bernlochner'sche Theater zu Landshut 1841-1869. Dr. Andreas Schlittmeier Verlag 1989, ISBN 978-3927711136.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e oberprillerarchitekten.de: Angelika Rahm: Das Bernlochner'sche Theater zu Landshut 1841-1869, S. 17ff
  2. a b c bavarikon.de: Bernlochner, Johann Baptist: 1799 — 1869 Landshut; Theaterunternehmer (Memento vom 19. April 2015 im Internet Archive)
  3. Königlich-Bayrisches Intelligenzblatt, 1835
  4. zugabe-landshut1.jimdo.com (Memento vom 13. April 2015 im Internet Archive)
  5. idowa, Straubing Germany: Landshut: Restaurant Bernlochner nach Insolvenzantrag geschlossen - idowa. Abgerufen am 11. Mai 2020.
  6. landshut.de: Restaurant Bernlochner öffnet seine Pforten
  7. wochenblatt.de: Sanierung Stadttheater: Jetzt soll Bewegung in die Sache komme
  8. Gerhard Tausche, Werner Ebermeier: Geschichte Landshuts. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-51048-5.
  9. rundschau24.de
  10. landshutlive.de: Stadtsäle Bernlochner
  11. 150 Jahre Gas: Stadt Landshut. Abgerufen am 8. September 2019.
  12. stadtwerke-landshut.de: Das Gaswerk versorgt Landshut mit dem umweltfreundlichen Erdgas (Memento vom 17. April 2015 im Internet Archive)
  13. landshut.de: 1856
  14. web.idowa.de: Unbekannt im Ehrengrab (Memento vom 15. April 2015 im Internet Archive)