Johann Caspar Ulrich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johann Caspar Ulrich, Kupferstich von David Herrliberger um 1755

Johann Caspar Ulrich (* 1705 in Steinegg im Thurgau; † 27. Februar 1768 in Zürich) war ein reformierter Pfarrer pietistischer Richtung aus der Schweiz, der als Erster die Geschichte der Schweizer Juden erforschte.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich studierte in Zürich und wurde 22-jährig in das Predigtamt aufgenommen. Daraufhin begab er sich auf eine Studienreise, die ihn über Basel, Strassburg, Mannheim, Mainz und Köln nach Utrecht zum berühmten Theologen Friedrich Adolf Lampe führte. Als dieser nach Bremen berufen wurde, folgte ihm Ulrich dorthin. Hier vertiefte er bei einem getauften Juden seine Kenntnisse in der rabbinischen Literatur, verfasste daraufhin die Dissertation De 12 Fontibus et 70 Palmis ab Israëlitis in Elim repertis und setzte sein Studium Rabbinicum bei jüdischen Gelehrten in Hamburg und Altona/Elbe fort.

1730 erhielt er die Pfarrstelle von Uitikon, 1742 wurde er Diakon in der Gemeinde zum Heiligen Geist in Zürich und 1745 Pfarrer am Fraumünster sowie Mitglied des Kirchen- und Schulrates. Hier trat er erstmals in Kontakt zu den Juden von Lengnau und Endingen im heutigen Kanton Aargau zwecks «einschmeichelnder Einführung der Judenmission» und nahm 1750 an der Einweihung der neuerbauten Lengnauer Synagoge teil.

Ulrich wurde auch bekannt als Bearbeiter der Zürcher Bibel; er versah die Biblia von 1755/1756, die später nach ihm Ulrichbibel genannt wurde, mit Vorreden, vielen Auslegungen und Nuzanwendungen ... und nothwendigen Concordanzen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sammlung Jüdischer Geschichten, welche sich mit diesem Volk in dem XIII. und folgenden Jahrhunderten bis auf MDCCLX. in der Schweiz von Zeit zu Zeit zugetragen. Zur Beleuchtung der allgemeinen Historie dieser Nation herausgegeben. Basel 1768 Googlebooks.
  • Fortgesetzte und vermehrte Sammlung jüdischer Geschichten, welche sich mit diesem Volk in dem XIII. und folgenden Jahrhunderten biss auf gegenwärtige Zeiten in der Schweiz zugetragen. Zwei Manuskriptbände mit diversen Handzeichnungen, ca. 1328 Seiten, im Staatsarchiv des Kantons Aargau in Aarau

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uri Robert Kaufmann: Eine zu publizierende geschichtliche Quelle aus dem 18.Jahrhundert. In: Judaica, 42. Jahrgang, Heft 1.
  • Lothar Rothschild: Johann Caspar Ulrich und seine «Sammlung Jüdischer Geschichten in der Schweiz». In: Schweizer Studien zur Geschichtswissenschaft. XVII. Band, Heft 2, Zürich 1933.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]