Johann Elias Schlegel

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Johann Elias Schlegel (* 17. Januar 1719 in Meißen; † 13. August 1749 in Sorø, Dänemark) war ein deutscher Dichter, Jurist und Dichtungstheoretiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlegel war Sohn eines Appelationsrates und Stiftssyndikus[1] und wurde in Schulpforta ausgebildet. Von 1739 bis 1742 studierte er Geschichte, Philosophie und Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig, wo er mit Johann Christoph Gottsched bekannt wurde. Als Privatsekretär des Sächsischen Gesandten wirkte er seit 1743 in Kopenhagen und gab dort die Zeitschrift Der Fremde heraus, worin er über die Verhältnisse Dänemarks berichtete. Er schrieb für das dänische Theater und übernahm 1748 eine außerordentliche Professur für neuere Geschichte, Staatsrecht und Kommerzwesen an der neuen Ritterakademie in Sorø. Seine Werke gab der ebenfalls nach Kopenhagen gekommene Bruder Johann Heinrich Schlegel (1724–1780) von 1761 bis 1770 in fünf Bänden heraus.

Johann Elias Schlegel war in seiner Zeit ein wichtiger Teilnehmer an den literarisch-ästhetischen Diskussionen im deutschsprachigen Raum (Gottsched, Bodmer).

„Das 18. Jahrhundert ist zugleich die Zeit der wohl intensivsten kulturellen und literarischen Verbindungen zwischen Deutschland und Dänemark in der Geschichte der beiden Nationen. Eine Schlüsselperson dieser interkulturellen Beziehungen ist der deutsche Dichter, Dichtungstheoretiker und Gelehrte Johann Elias Schlegel.“

Inga Reske

Er war verheiratet mit Johanna Sophia Nierdt (* 29. Januar 1719 in Großenhain; † 22. Mai 1784 in Sorø).[2] Er war Bruder von Johann Adolf Schlegel und Onkel von August Wilhelm und Friedrich Schlegel.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Zur Chronologie siehe die Zeittafel in Eugen Wolffs Monographie von 1892)

Moderne Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Elias Schlegel: Ausgewählte Werke. Hrsg. von Werner Schubert (= Textausgaben zur deutschen Klassik, Bd. 2). Arion, Weimar 1963.
  • Johann Elias Schlegel: Ästhetische und dramaturgische Schriften. Hrsg. von Johann von Antoniewicz. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1970.
  • Johann Elias Schlegel: Vergleichung Shakespears und Andreas Gryphs. Reclam, Stuttgart 1984, ISBN 3-15-008242-0.
  • Johann Elias Schlegel: Theoretische Texte. Mit einem Nachwort hrsg. von Rainer Baasner. (Theatertexte; 9). Wehrhahn, Hannover 2000, ISBN 3-932324-19-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einführungen und Übersichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sibylle Plassmann: Die humane Gesellschaft und ihre Gegner in den Dramen von J. E. Schlegel. Lit, Münster u. a. 2000, ISBN 3-8258-4868-X.
  • Gerlinde Bretzigheimer: Johann Elias Schlegels poetische Theorie im Rahmen der Tradition. Fink, München 1986, ISBN 3-7705-2347-4.
  • Georg-Michael Schulz: Die Überwindung der Barbarei. Johann Elias Schlegels Trauerspiele. Niemeyer, Tübingen 1980, ISBN 3-484-10399-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Johann Elias Schlegel – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [Eintrag] Johann Elias Schlegel. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kindlers Literatur Lexikon. 3., völlig neu bearbeitete Auflage, Bd. 14, S. 550–552. Metzler, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-476-04000-8.
  2. Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete, Band 41, Ausgabe 57 -Band 42, Ausgabe 64 C.A. Starke, 1975