Johann Georg Siehl-Freystett

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Johann Georg Siehl-Freystett (* 1868 in Freistett; † 1919 in Rüstringen bei Wilhelmshaven) war ein deutscher Maler.

Der Marine- und Landschaftsmaler Johann Georg Siehl-Freystett hat sich intensiv und konsequent mit der Situation und Entwicklung der erst hundertjährigen Geschichte der Stadt Wilhelmshaven auseinandergesetzt.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Johann Georg Siehl 1868 im badischen Freistett geboren wurde, war die nach dem preußischen König Wilhelm I. benannte und zum Kriegshafen bestimmte Stadt Wilhelmshaven offiziell noch gar nicht gegründet. Im Jahr 1887 trat der gelernte Anstreicher hier seinen Militärdienst an. Es existierte zwar bereits eine zweite künstliche Hafeneinfahrt und die damals größte Kaserne Deutschlands, jedoch kein Rathaus, kein Theater und schon gar nicht ein Museum oder eine öffentliche Kunstsammlung. In realistischer Einschätzung der Situation hatte er zunächst ein Fotoatelier betrieben, ehe er 1906 – weiterhin ohne akademische Ausbildung – zu freier künstlerischer Tätigkeit überging. Ein mit „J. G. Siehl“ signiertes Bild wurde von ihm 1905 gemalt, das den Eingang zur Landesausstellung 1905 in Oldenburg mit der von Adolf Rauchheld errichteten Haupthalle wiedergibt.

Kunstrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus Barbizon kommende Landschaftsmalerei spielte auch in der Oldenburger Landschaft in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine dominierende Rolle. Insbesondere Georg Müller vom Siel war in der von ihm gegründeten Künstlerkolonie Dötlingen ein typischer Vertreter dieser vorwiegend agrarisch ausgerichteten Darstellungen. In der ersten Zeit schloss sich Johann Georg Siehl-Freystett dieser Richtung an, wie auch seine typischen Dötlinger Motive von dem Urstromtal der Hunte zeigen. Neue Darstellungsinhalte berührten am Rande die ursprünglichen Landschaftsmotive. Die Industrie lieferte hier neue sichtbare Akzente. Wie von den Malern der Künstlergruppe Brücke die Ziegeleien der Friesischen Wehde mit ihren leuchtend-roten Dachfläche erfasste Johann Georg Siehl-Freystett die stählernen Schiffe, Helgen und Maschinen der kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven.

Der oldenburgische Großherzog Friedrich August (1853–1931) teilte seine persönlichen Ambitionen für die Seefahrt und Marine mit dem auf der Durchreise nach Wilhelmshaven des Öfteren zu Besuch weilenden Kaiser Wilhelm II. Das Gemälde seiner Yacht Lensahn mit dem Segelschulschiff Herzogin Sophie Charlotte vor dem Rotesand-Leuchtturm ließ er von Johann Georg Siehl-Freystett malen.

Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

320. KA vom 21. Februar - 21. März 1907

  • Dorfausgang 85 x 110 cm
  • Herbstliche Birken 85 x 110 cm

321. KA 17. November - 15. Dezember 1907

  • Altweibersommer 110 x 125 cm
  • Dämmerung 110 x 125 cm
  • Am Heiderand 110 x 125 cm
  • Interieur 79 x 96 cm

328. KA 14. November - 15. Dezember 1909

  • Wintertag
  • Am Kanal

340. KA 16. Februar - 16. März 1913

  • Urwald
  • An der Stanze. Kaiserliche Werft in Wilhelmshaven
  • Alte Windmühle

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katalog Siehl-Freystett-Gedächtnisausstellung, Wilhelmshaven 1919
  • G. Pötter: Wilhelmshavener Maler in: Wilhelmshaven – Stadt und Landschaft am Meer. Wilhelmshaven 1958
  • J. Diederichs: Katalog Künstler in Wilhelmshaven. Kunsthalle Wilhelmshaven, Wilhelmshaven 1982
  • Hartmut Wiesner: Johann Georg Siehl-Freystett. Kunsthalle Wilhelmshaven, Wilhelmshaven 1983

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]