Adolf Rauchheld

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Carl Ferdinand Adolf Rauchheld (* 13. November 1868 in Bochum; † 28. November 1932 in Oldenburg (Oldb)) war ein deutscher Architekt, oldenburgischer Baubeamter und Denkmalpfleger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolf Rauchheld war ein Sohn des Kastellans Diedrich Rauchheld und studierte Architektur an der Technischen Hochschule Dresden und der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg. In Berlin wurde er Mitglied des Corps Pomerania-Silesia.[1] 1893 legte er das erste Staatsexamen im Hochbaufach ab. Nach dem Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger war er als Regierungsbauführer (Referendar in der öffentlichen Bauverwaltung) in Hannover und Düsseldorf tätig. 1895 wechselte er als Hilfsbeamter der Hochbaudirektion in den oldenburgischen Staatsdienst. 1898 wurde er Bauinspektor. 1903 wurde Rauchheld zum Bezirksbaumeister für den Hochbau des Bezirkes Nord ernannt und arbeitete als einer der Herausgeber an dem mehrbändigen Werk der Bau- und Kunstdenkmäler des Herzogtums Oldenburg mit, für das er schon ab 1898 präzise Bauaufnahmen und Skizzen sakraler sowie profaner Gebäude gezeichnet hatte. 1905 wurde er Mitglied des Bauausschusses der Oldenburgischen Landes-, Industrie- und Gewerbeausstellung. 1908 wurde er Baurat und 1924 erfolgte seine Ernennung zum Ministerialrat und Vortragenden Rat im oldenburgischen Ministerium der Finanzen.

Als Baubeamter prägte er in fast vier Jahrzehnten das Baugeschehen in Oldenburg. Im Stil des Historismus beginnend näherte er sich ab 1905 durch den Kontakt zu Peter Behrens dem Jugendstil der Darmstädter Prägung und zuletzt dem architektonischen Expressionismus an. Zudem betätigte er sich in der Denkmalpflege. Seine Sammlung angewandter Druckgrafik aus der Zeit um 1900 vermachte er 1924 dem Landesmuseum Oldenburg.[2] Er war außerdem Initiator und Vorsitzender des 1913 gegründeten Bundes Oldenburger Werkkünstler, der sich 1914 an der Kölner Werkbundausstellung beteiligte.

Am Ersten Weltkrieg nahm Rauchheld als Frontoffizier teil.

Seine Untersuchungen zur Glockengeschichte Oldenburgs und Ostfrieslands waren ein bedeutender Beitrag zum Deutschen Glockenatlas. Seine Arbeit als Baubeamter und Denkmalpfleger sowie sein Kunstengagement verschafften ihm eine zentrale Stellung im öffentlichen Leben des Großherzogtums bzw. Freistaats Oldenburg zwischen 1900 und seinem Tod 1932.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seiner Ehrung wurde die Adolf-Rauchheld-Straße in Oldenburg benannt.[3]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Glockenkunde Oldenburgs. In: Oldenburger Jahrbuch des Vereins für Altertumskunde und Landesgeschichte, Band 29, Druck und Verlag von Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. 1925, S. 5 ff. (Digitale Bibliothek, abgerufen am 1. November 2015)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Asche: Rauchheld, Carl Ferdinand Adolf. In: Hans Friedl u. a. (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. Hrsg. im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft. Isensee, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5, S. 584–586 (online).
  • Adolf Rauchheld – Bindeglied zwischen staatlicher Verwaltung und Heimatschutzbewegung. In: Michael Schimek: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Staatliche Einflussnahmen auf das ländliche Bauen: Das Land Oldenburg zwischen 1880 und 1930. Waxmann Verlag, Münster 2004, ISBN 978-3830912934, S. 117 ff.

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anschriftenliste des Weinheimer SC. 1928, S. 34.
  2. Plakate um 1900. Die Sammlung Rauchheld (31. Januar bis 7. März 2010) (Memento des Originals vom 24. November 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landesmuseum-oldenburg.niedersachsen.de
  3. Straßen mit dem Anfangsbuchstaben A in Oldenburg
  4. Ersparungskasse – Landessparkasse, abgerufen am 2. November 2015.
  5. Landesausstellung 1905, abgerufen am 1. November 2015.
  6. Ingo Sommer: Baukunst für eine Seefestung 1933–45. Zwischen Tradition und Größenwahn. In: Heimat am Meer, Beilage der Wilhelmshavener Zeitung, Jahrgang 1996, Nr. 3, S. 9 ff. (2 Abbildungen)
  7. 1966 wurde der Betrieb an die Ammergaustraße verlegt; nach dem Abriss des Gebäudes entstand dort das heutige Parkhaus an der Ritterstraße.
  8. Gerhard Stalling – Druckerei und Verlag, abgerufen am 2. November 2015.
  9. In den 1950er-Jahren wurde das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Schulgebäude abgerissen und auf dem Gelände am Rathausplatz die heutige Hauptpost errichtet.
  10. Werner Brune (Hrsg.): Wilhelmshavener Heimatlexikon. Band 2: K–R. Brune Druck- und Verlags-GmbH, Wilhelmshaven 1987, S. 570, S. 654 f.
  11. 85 Jahre technisches Baudenkmal, abgerufen am 2. November 2015.
  12. Strom für 570 Haushalte, abgerufen am 2. November 2015.