Johann Grill

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Kederbacher-Denkmal in der Ramsau

Johann Grill, nach seinem Hof, dem Kederbach-Lehen in Ramsau bei Berchtesgaden genannt der Kederbacher (* 22. Oktober 1835 in Ramsau; † 14. Januar 1917), war der Erstdurchsteiger der Watzmann-Ostwand und erster offizieller deutscher Bergführer.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lehen befindet sich in der namensgleichen Straße, der Kederbachstraße. Die kärglichen Verhältnisse erzwangen die zusätzliche Arbeit als Holzknecht und Treiber bei den Hofjagden des bayerischen Königshauses und schließlich auch als Bergführer. Johann Grill war verheiratet, seine Ehefrau versorgte während seiner Bergtouren den heimischen Hof. Er hatte drei Söhne, ebenfalls Bergsteiger. Der bekannteste und erfolgreichste unter ihnen war Johann Grill jun. (* 12. Juli 1862; † 3. Dezember 1929 in Ramsau).

Alpinistische Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit dem Wiener Otto Schück durchstieg er im Jahr 1881 in 14 Stunden als erster die Watzmann-Ostwand. Die Route wird heute ihm zu Ehren Kederbacher-Weg genannt. 1890 forderte die Ostwand das erste Todesopfer, den Münchener Christian Schöllhorn, nach dem das Schöllhorn-Eisfeld in der Ostwand benannt ist. Schöllhorn war in die Randkluft gestürzt, Johann Grill barg ihn aus ca. 60 Meter Tiefe. Zuvor, im Jahre 1868 gelang ihm die erste Überschreitung der 3 Watzmannspitzen, zusammen mit Johann Punz und dem Österreicher Albert Kaindl.[1] Er war aber auch außerhalb seiner Berchtesgadener Heimat aktiv. Er führte seine Gäste auch in den fernen Westalpen zu ihren Gipfelerfolgen. So gelang ihm z. B. mit John Percy Farrar die zweite Durchsteigung der Weisshorn-Westwand in den Walliser Alpen. Kederbacher war mit Josef Pöschl der Erstbesteiger (touristisch) des Großen Ödsteins im Gesäuse (12. Juni 1877). Über 50 Mal stand Johann Grill auf einem 4000er. Sogar mit 57 Jahren bestieg er innerhalb von zwei Wochen zwei Mal die Watzmann-Ostwand. Weitere Besteigungen:

Ab 1888 bis 1905 war Johann Grill der erste Hüttenwirt des Watzmannhauses, das er 17 Jahre lang führte.

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch heute noch findet man in der Ramsau Bilder und Denkmäler zu Ehren des 1. Bergführers. Das sog. "Kederbacher-Denkmal" wurde erstmals am 5. Juni 1981 enthüllt. Die Statue befindet sich heute vor dem Haus des Gastes am Ortseingang von Ramsau. Die von dem Künstler Angerer der Jüngere erschaffene Holzskulptur ihm zu Ehren kann im Haus der Natur in Berchtesgaden besichtigt werden. Das Original dazu befindet sich im Messner Mountain Museum in Bozen. Sein Grab kann auf dem Friedhof, rechter Seiteneingang, in der mittleren Reihe besucht werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Schmitt: Grill, genannt Kederbacher – Das Leben eines großen deutschen Bergführers. Bergverlag Rudolf Rother, München, 11. Aufl. 1941.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Watzmannbesteigung; abgerufen am 14. September 2009.